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TAZARA ... mit der Eisenbahn durch die Weltgeschichte © KJS / 2009
Nächtlicher TAZARA-Halt Nienburgs Albert-Schweitzer-Schule
Station 54



Herr Möllenkamp! Was haben Ihre Roman-Ingenieure da neben den Bahnsteig gestellt? ...

10 Die ‚Cassassa-Story‘ stellt ein überwältigendes Panorama einer afrikanischen Baustelle dar, es wimmelt von gescheiten, einfältigen, sehnsüchtigen und beladenen Menschen, von Ereignissen und Vorkommnissen, die die TELESTAR schliesslich veranlassen, einen Revisor nach Cassassa zu entsenden. Und dieser Revisor erhält den Auftrag, festzustellen, ob es in Cassassa überhaupt eine Baustelle gibt, so befremdlich sind die Nachrichten, die in die TELESTAR-Zentrale gelangen ...

Da stand doch eben noch ein lichtloses tansanisches Bahnhofsgebäude im China-Look — aber das da, das sieht so deutsch aus? Und im Treppenhaus, und oben unter’m Dach, da brennt Licht!

„Nun, ‚deutsch‘ ist schon ‘mal eine realistische Annahme in einem Land, das neben einem Teil dieser TAZARA-Linie noch das Netz der Tanzania Railway Cooperation betreibt, und das stammt im Wesentlichen noch aus der deutschen Kolonialzeit von vor 1914. Es war in Meterspur eingerichtet, aber darauf nahmen die Chinesen sechzig Jahre später keine Rücksicht, deshalb passt ihr TAZARA-System leider nicht zum alten deutschen.
Die Hauptlinie der Tanzania Railway Cooperation verläuft von Dar-es-Salaam über Morogoro und Dodoma nach Tabora. Hier verzweigt sich die Linie nach Kigoma am Tanganyikasee sowie nach Mwanza am Victoriasee. Daneben gibt es eine nördliche Linie nach Tanga und zum Kilimanjaro ...“

Wie eine deutsche Eisenbahn nach Ostafrika kam ...

BITTE FILM AB!

CARL PETERS
Deutschland 1940/1941
Regie: Herbert Selpin
Drehbuch: Ernst von Salomon; Walter Zerlett-Olfenius;
Herbert Selpin
Kamera: Franz Koch
Musik: Franz Doelle
Darsteller u.a.: Hans Albers als Dr. Carl Peters,
Kolonialpolitiker
Produktionsfirma Bavaria Filmkunst GmbH

NS-Propagandafilm, der einem der frühen Vertreter des Kolonialismus ein Denkmal setzt: Der deutsche Philologe Carl Peters ist Ende des 19. Jahrhunderts ein fanatischer Verfechter der Idee, deutsche Kolonien zu errichten. Ohne Rückhalt aus Deutschland kämpft er auf eigene Faust in Ostafrika gegen die Engländer. Später wird er zum Reichskommissar ernannt und treibt den Aufbau einer deutschen Kolonie voran. Aber jüdische und sozialdemokratische Gegner seiner Pläne beordern ihn nach Deutschland zurück und zwingen ihn zum Rücktritt ...


... und was tatsächlich geschah — mit Peters und Ostafrika! ...

ROLLTEXT AB!

Peters entstammte einer evangelischen Pastorenfamilie und studierte u. a. bei dem nationalliberalen und für seine sozialdarwinistischen und antisemitischen Ideen bekannten Historiker Heinrich von Treitschke. Er promovierte 1879 zum Doktor der Philosophie und habilitierte mit einer Arbeit über Arthur Schopenhauers Philosophie, strebte aber keine Karriere im Schul- oder Universitätsdienst an.
Peters ging nach London zu seinem Onkel und trat in dessen Importgeschäft ein. In England kam er nach eigener Angabe zum ersten Mal in Berührung mit Kolonialismus und Weltmachtpolitik, die von nun an sein Weltbild beherrschten ... Von 1882 bis 1883 beschäftigte Carl Peters sich in London intensiv mit der Politik Englands in Übersee und entwarf ähnliche Pläne für Deutschland. Dabei verband sich sein ausgesprochenes kolonialpolitisches Interesse mit einer geradezu schwärmerischen Anglophilie und einer grenzenlosen Bewunderung für den imperialen ‚Lehrmeister‘ eines künftigen deutschen Kolonialreiches.
Seine Gedankenwelt war vom Sozialdarwinismus geprägt. Die so genannten ‚nicht-weißen Rassen‘ pflegte er in der von ihm herausgegebenen Kolonialpolitischen Correspondenz als minderwertig zu bezeichnen. Als einzige Existenzberechtigung billigte er ihnen ein Dasein als Arbeitskräfte unter der Herrschaft weißer Pflanzer zu. Unter den Rassenideologen des Wilhelminischen Zeitalters gehörte er zum radikalen Flügel.
Nach seiner Rückkehr aus England 1884 gründete Peters die ‚Gesellschaft für Deutsche Kolonisation‘ und ließ sich von dieser zusammen mit zwei Begleitern einen Auftrag zum Gebietserwerb in Ostafrika erteilen. Am 10. November 1884 kam Peters in Sansibar an. Die Reichsregierung hatte es abgelehnt, seine Expedition unter den Schutz des Reiches zu stellen, was Peters bei Ankunft in Sansibar vom deutschen Konsul eröffnet wurde.
Auf dem Festland gegenüber Sansibar begann er dann, Verträge abzuschließen. Die Vertragsabschlüsse bestanden darin, daß Peters örtliche Häuptlinge aufsuchte und ihnen – oft nach reichlichem Alkoholgenuss — deutschsprachige Schriftstücke vorlegte, auf die sie dann Kreuze als Unterschrift zeichneten. Darin wurde ihnen Schutz vor Feinden zugesagt, umgekehrt wurden die Rechte der Kolonisationsgesellschaft so beschrieben: das alleinige und uneingeschränkte Recht, Zölle und Steuern zu erheben, eine Justiz und Verwaltung einzurichten, bewaffnete Truppen ins Land zu bringen und Siedlern die ‚Berge, Flüsse, Seen und Forste‘ zur beliebigen Nutzung zu überlassen. Eine Prüfung daraufhin, ob die afrikanischen Vertragspartner verstanden, was sie vorgelegt bekamen, oder ob sie überhaupt eine Vollmacht hatten, über die angesprochenen Befugnisse zu verfügen, wurde nicht vorgenommen.
Peters wollte jetzt Schutzbriefe des Reiches für die ‚erworbenen‘ Gebiete. Reichskanzler Bismarck äußerte sich abschätzig über das, was Peters nach Rückkehr der Reichsregierung vorlegte: „ein Stück Papier mit Neger-Kreuzen drunter“. Peters drohte damit, daß auch König Leopold von Belgien an Ostafrika Interesse hätte, der nach der Kongokonferenz gerade sein Reich in Zentralafrika ausbaute. Bismarck lenkte ein, auch aus innenpolitischer Rücksicht gegenüber seinen nationalliberalen Verbündeten im Reichstag, und ließ der neugegründete Deutsch-Ostafrikanischen Gesellschaft (DOAG) einen kaiserlichen Schutzbrief nach Vorbild britischer Charters über die Landschaften Usagara, Nguru, Useguha und Ukami ausstellen. Damit hatte Peters‘ in ‚Deutsch-Ostafrikanische Gesellschaft‘ umbenannte Kolonialvereinigung den nötigen Rückhalt zur weiteren Ausdehnung.
1887 erreichte er ein Abkommen mit dem Sultan von Sansibar, das den sansibarischen Küstenstreifen von Umba bis zum Rovuma der Verwaltung der Gesellschaft unterstellte ... Der Versuch, Ostafrika durch die private ‚Deutsch-Ostafrikanische Gesellschaft‘ zu beherrschen, brach im Aufstand der Küstenbevölkerung 1888/89 zusammen. Das Deutsche Reich übernahm die unmittelbare Kontrolle. Ab 1891 wurde Peters zum Reichskommissar für das Kilimandscharogebiet ernannt ...
Durch sein brutales Vorgehen gegen die afrikanische Bevölkerung kam es dann zu einem Aufstand, der Peters sein Amt kostete. Peters hatte sich afrikanische Mädchen als Geliebte gehalten. Als er entdeckte, daß seine Konkubine Jagodia ein Verhältnis mit seinem Diener hatte, ließ er beide öffentlich aufhängen und ihre Heimatdörfer zerstören. Dies führte zu bewaffneter Gegenwehr der Tschagga, die über Monate niedergekämpft werden musste.


Wie in einer deutschen Kleinstadt die Geschichte der „weltweiten Siedlungsgebiete der Deutschen“ aufgearbeitet wurde!

REGIE! Internet-Verbindung zu Radio Bridge Overseas bitte!


AFRIKA UND DER FERNE OSTEN
Geschichte und Völkerkunde der ehemaligen deutschen Schutzgebiete / Ausstellung im Ostdeutschen Heimatmuseum Nienburg / Weser / 18. März bis 30.September 2002

Auszüge aus der DARSTELLUNG DES MUSEUMS:

Die Deutschen und ihre germanischen Vorfahren waren schon immer ein reiselustiges Volk. Ob Kimbern, Teutonen, Vandalen, Goten, Angeln und Sachsen mit ihren Zügen quer durch Europa, die Wikinger mit Fahrten zu fernen Gestaden in früher Zeit oder im Mittelalter die erfolgte Erschließung und Besiedelung des Landes jenseits von Elbe und Saale, hinweg über die Oder sowie die Auswanderung in die ‚neue Welt‘ — man machte sich seßhaft auf eigene Faust oder von fremden Herrschern gerufen. Es ging nicht immer friedlich zu, manches wurde zerstört, Einheimische gewaltsam unterworfen, vieles wurde neu geschaffen, bedeutende Kulturlandschaften entstanden.
Mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges hat sich in Mitteleuropa insbesondere für die Deutschen viel verändert. Nach dem Verlust der Heimat in den ehem. Ostprovinzen des Reiches haben es sich die durch Flucht und Vertreibung entwurzelten Menschen und die deutschstämmigen Heimkehrer, vor allem die aus den Siedlungsgebieten östlich der ehem. Reichsgrenzen — nunmehr in Nienburg heimischen Mitbürger — zur Aufgabe gemacht, die ‚alte Heimat‘ und die weltweiten Siedlungsgebiete der Deutschen vorzustellen, deren Geschichte und Kultur zu bewahren sowie weiterzugeben an folgende Generationen. Hierzu wurde 1994 das Ostdeutsche Heimatmuseum gegründet und im historischen ‚Traufenhaus‘ von 1648 in der Nienburger Altstadt angesiedelt.
Heute begrüßen wir Sie zu einer Sonderausstellung, die wir den ehem. deutschen Kolonien gewidmet haben, die die offizielle Bezeichnung ‚Deutsche Schutz- und Pachtgebiete‘ getragen haben. Der historischen Korrektheit wegen führt unsere Ausstellung diese Bezeichnung im Untertitel ...

Das GELEITWORT der Ausstellung von Sebastian Haffner:

Kolonisation ist immer Aggression. Überwältigung schwächerer Völker und Zivilisationen durch Stärkere. Sie ist immer auch Fortschritt, eben weil eine schwächere und primitive Zivilisation einer stärkeren, höheren weicht. Sie ist immer aus Bösem und Gutem gemischt und das Urteil über sie immer davon abhängig, ob das Gute das Böse aufwiegt.

DIE HARKE, 19.03.2002 (Nienburger Lokalzeitung)

... Das Ostdeutsche Heimatmuseum sei auf einem guten Wege. Es reiche die Hand völkerverbindend nicht nur nach Osten und erinnere an die Wurzeln, wobei die Betrachtung durchaus kritisch sei.
„Machen Sie weiter so“, ermunterte Regierungspräsidentin Gertraude Kruse am Montag gegen Abend Museumsleiter Dieter Lonchant und die knapp 100 Gäste, die sich zur Eröffnung der Ausstellung ‚Afrika und der ferne Osten — Geschichte und Völkerkunde der ehemaligen deutschen Schutzgebiete‘ im Traufenhaus drängelten und die zur Einstimmung nicht nur mit Zebra- und Straußenfleisch-Häppchen, sondern auch mit Original-Bier aus Namibias Hauptstadt Windhuk überrascht wurden ...

DIE HARKE, 16.03.2002, Auszug aus einem Leserbrief-Streit in der Lokalzeitung

Zum Leserbrief ‚Mörderische Vollstrecker‘ von Herrn Lippel vom 13. März:
Ich gebe Ihnen vollkommen recht, daß die Niederschlagung des Hereo-Aufstandes in der ehemaligen dt. Kolonie Südwest-Afrika eines der dunkelsten und grausamsten Station in der deutschen Kolonialgeschichte ist. Aber mich macht es gleichzeitig traurig, daß Sie die dt. Kolonialgeschichte nur auf dieses eine grausame Ereignis reduzieren und die Deutschen als die mörderischen Vollstrecker bezeichnen. Was sind denn dann die anderen Kolonialmächte, wie zum Beispiel Spanien mit General Cortez? Wenn es so wäre, Herr Lippel, warum unterhalten die Staaten der ehemaligen dt. Kolonien immer noch sehr gute Beziehungen zu Deutschland? Warum restaurieren sie die alten Kolonialbauten der Deutschen und richten Museen zur Kolonialzeit ein? Warum gibt es in Windhuk (Hauptstadt von Namibia) immer noch die deutschen Straßennamen? Hätten die Afrikaner nicht längst alles vernichtet, was sie an die deutschen mörderischen Vollstrecker erinnert hätte? Im Gegensatz zu Ihrer Behauptung sind wir Deutschen in den ehemaligen dt. Kolonien immer noch gern gesehene Gäste und Freunde und teilweise sind sie sogar stolz darauf, was die Deutschen während der Kolonialzeit in ihrem Land aufgebaut haben.
Marcus René Duensing, Historiker, Erichshagen

FEEDBACK:

An: Radio Bridge Overseas / 23.03.2003
Von: Hermann Mietz, Geschaeftsfuehrer des Traditionsverbandes ehemaliger Schutz- und Ueberseetruppen Freunde der frueheren deutschen Schutzgebiete e.V.

... Wir haben uns vom reinen Traditionsverband ehemaliger Schutztruppler, von denen bekanntlich keiner mehr lebt, gewandelt zu einem Verband, der zwar die Erinnerung an den kurzen Abschnitt der deutschen Kolonialgeschichte wachhaelt, zudem aber den Nachfolgestaaten der ehemaligen Schutzgebiete hilft, wo es moeglich ist. Finanzielle Unterstuetzung und Sachspendenaktionen fuer Schulen, Kindergaerten und Altenheime sollen eine ‚Hilfe zur Selbsthilfe‘ sein, auch wenn es immer nur ein Tropfen auf dem heißen Stein sein kann.
Etwas irritiert hat mich doch die sehr bestimmte Feststellung vom ‚Voelkermord‘ an den Hereros. Leider ist dies seit Drechsler eine immer wieder kolportierte Behauptung, die in der neueren historischen Aufarbeitung so keinen Bestand mehr haben kann. Unabhaengig davon, daß die Vorkommnisse nicht bagatellisiert werden duerfen, lehnen wir eine fuer alle Zeiten einheitlich einzuhaltende Lehre ab. In unserem Magazin stellen wir verschiedene Arbeiten zur Diskussion, die sich mit den Fragen ‚Schießbefehl‘, ‚Völkermord‘ etc. befassen und moechten Fakten sprechen lassen ...


„Fakten sprechen lassen? Mit Zebra- und Straußenfleisch-Häppchen, und mit Original-Bier aus Namibias Hauptstadt Windhuk? Mit Haffner-Gedudel vom ‚Bösen und Guten‘ in Zeiten der ‚Kolonisation‘? Ja, hat denn niemand meine Bücher gelesen?“


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