KAPITEL
9
Mr.
Le Carré, es wird Zeit, Sie
bekanntzumachen mit Señor Eduardo
Galeano, der ja selber Journalist ist.
Señor Galeano wir bitten um
Entschuldigung für die Unterbrechung!
Da war Afrika in der Leitung, und
während dieser ersten Nacht im Zug macht
sich wohl schon eine gewisse
Schläfrigkeit bemerkbar ...
Sie sagten, unser Zug aus Afrika führe
jetzt durch Lateinamerika ? ...
"...
und ich hatte die Quiz-Frage gestellt:
Was änderte sich, würde man
Lateinamerika durch
Afrika ersetzen? ..."
Richtig, daraufhin
hatte sich der Teilnehmer aus Simbabwe
gemeldet ...
"Nun, was ändert sich? Zunächst
einmal die Geografie! Schauen Sie aus den
Fenstern. Dort sehen wir gerade noch die
höchsten Giganten der Anden, den
schneebedeckten Tupungato, und dahinter
den höchsten Gipfel der westlichen
Hemisphäre, den Aconcagua, 6.958 Meter
über dem Meeresspiegel.
Und jetzt fahren wir ein in einen der
längsten Tunnel der Anden-Region, in den
Cumbre-Tunnel.
Achten Sie auf den Klang der Glocke, sie
ertönt in dem Moment, da wir etwa die
Mitte des Tunnels passieren ...
Jetzt!!
... in diesem Moment befindet sich unser
Zug im Herzen des Berges ein paar tausend
Meter unterhalb einer Christus-Figur. Sie
markiert über uns auf dem Berggipfel die
Grenze zwischen Argentinien und Chile.
Und eine Inschrift sagt ..."
Eher werden diese Berge zu Staub
zerfallen, bevor die Völker Argentiniens
und Chiles den Frieden brechen, dessen
Wahrung sie zu Füssen von Christus, dem
Erlöser, geschworen haben.
"Unglücklicherweise ist dieser
Christus über uns auf dem Berg bloss aus
Bronze aus einer Legierung also
mit mehr als sechzig Prozent
Kupfergehalt. Stünde er nicht so
abgelegen, wahrscheinlich wäre er
längst geklaut.
Seit ich die erste Fassung meines Buches
veröffentlichte, haben einige
Regierungen versucht, die Offenen
Adern Lateinamerikas zu schliessen,
sie verstaatlichten zum Beispiel Kupfer-,
Zinn-, Silber-, Gold-Bergwerke
auch die Erdölförderung ..."
Wie immer, wenn sich der Staat als
Eigentümer des wichtigsten Produktes
eines Landes erklärt, muss jedoch die
Frage gestellt werden, wer der
Eigentümer des Staates ist.
"Was half Chile der Schwur mit
Nachbar Argentinien wenn doch der
Feind im eigenen Land woanders einen
Paten fand?"
Señor Galeano
con permiso!
Mit Ihrer Erlaubnis würden wir gerne an
dieser Stelle ein paar Dokumente
einführen sozusagen in
multimedialer Solidarität? ... Graçias!
An einem 11. September ändern Flugzeuge
plötzlich ihren Kurs, jagen aufs
Stadtzentrum zu. Kurz darauf Explosionen,
berstende Fassaden, Tote, Fliehende,
Staub. Die Medien übertragen die
Tragödie ...
New York, 2001?
Nein!
Am 11. September 1973 um 10:32 Uhr
Ortszeit übertrug ein von militärischen
Putschisten schon in den Untergrund
getriebener Regierungssender die letzte
Rede des chilenischen Staatspräsidenten
Salvador Allende aus der Moneda.
REGIE! BITTE TON AB!
Ich werde mit meinem Leben die
Verteidigung der Prinzipien bezahlen, die
diesem Land teuer sind. Ein Mantel der
Schande wird auf die fallen, die ihre
Pflichten verletzt, ihr Wort gebrochen
und die bisherigen Grundsätze der
Streitkräfte zerstört haben.
Das Volk muß wachsam sein, es darf sich
nicht provozieren aber auch nicht
widerstandslos abschlachten lassen, es
muß seine Errungenschaften verteidigen.
Es muß auch das Recht verteidigen, mit
seinen Kräften ein menschenwürdigeres
und besseres Leben aufzubauen.
Ein Wort an die, die sich Demokraten
nennen und den Aufstand schürten, an
die, die sich Vertreter des Volkes
nennen, die aber grob und schmutzig
gehandelt haben, um diesen Putsch zu
ermöglichen. Sie bringen Chile an den
Rand des Abgrunds!
Im Namen der heiligsten Interessen des
Volkes, im Namen des Vaterlandes rufe ich
euch dazu auf, Zutrauen zu haben: Die
Geschichte wird nicht aufgehalten, weder
durch Unterdrückung, noch durch
Verbrechen. Dies ist eine Etappe, sie
wird überwunden. Dies ist ein harter und
schwerer Augenblick. Es ist möglich,
daß sie uns zerschmettern, aber der
Morgen wird dem Volk, den Arbeitern
gehören. Die Menschheit schreitet voran,
um ein besseres Leben zu erringen!
Landsleute, es ist möglich, daß dieser
Abschied engültig ist in diesem
Augenblick fliegen die Bomber über uns
es ist möglich, daß sie uns
niederschießen. Aber ihr sollt wissen,
daß wir zusammen mit unserem Beispiel
zeigen, daß es in diesem Land Menschen
gibt, die ihre Aufgabe erfüllen.
Ich werde es tun mit dem Mandat des
Volkes und mit dem bewußten Willen eines
Präsidenten, der die Würde seines Amtes
wahrt.
Um 10:45 Uhr begann
der Kampf um den Präsidentenpalast, ab
etwa 12:00 Uhr wurde er aus der Luft
bombardiert. Gegen 14:00 Uhr wurde
Salvador Allende Gossens, demokratisch
gewählter Präsident der Republik Chile,
ermordet.
REGIE! BITTE FILM AB!
Originaltitel: MISSING
Regie: Constantin Costa-Gavras
Buch: Donald Stewart, Constantin
Costa-Gavras
Kamera: Ricardo Aronovich Musik:
Françoise Bonnot
Darsteller: Jack Lemmon, Sissy Spacek,
Melanie Mayron, John Shea
Produktion: U.S.A., 1981
Länge: 122 min
Während des blutigen Militärputsches in
Chile 1973 verschwindet der linksliberale
Gelegenheitsjournalist Charles Horman
(John Shea) spurlos. Als sich seine Frau
Beth (Sissy Spacek) bei den chilenischen
Behörden und der amerikanischen
Botschaft nach seinem Verbleib erkundigt,
hält man sie mit vagen Andeutungen und
leeren Versprechungen hin. Zwei Wochen
später trifft Charles Vater Ed (Jack
Lemmon) in Santiago ein. Der redliche,
konservative New Yorker Geschäftsmann
ist ein überzeugter Patriot, Sohn und
Schwiegertochter hält er für
linksintellektuelle Spinner mit
Anti-Establishment-Paranoia".
Während seiner Nachforschungen aber wird
er Dinge sehen, die ihm die Augen
öffnen: mit Flüchtlingen überquellende
Spitäler und Botschaften; das als
provisorisches KZ dienende
Fußballstadion; in Kühlhäusern
etagenweise gestapelte Tote. Am Ende
wartet die Erkenntnis, dass sein Sohn mit
Wissen der US-Botschaft verhaftet,
gefoltert und ermordet worden ist.
Constantin Costas-Gavras erhielt einen
Oscar (Bestes Drehbuch) und die Goldenen
Palme von Cannes. Der authentische
Fall Horman" wurde durch den
Film 1981 prominent gelöst ist er
immer noch nicht. Vielmehr beschäftigen
freigegebene Regierungsakten auch heute
noch die amerikanische Öffentlichkeit,
die die aktive Rolle der CIA in Chile
lange nicht wahrhaben wollte.
REGIE! BITTE DVD
AN!
Arte-TV, 9. April 2004, 20:45 Uhr
ANGEKLAGT: Henry Kissinger
Dokumentation von Alex Gibney &
Eugene Jarecki
Mit tatkräftiger Hilfe der U.S.A.
putscht General Augusto Pinochet gegen
den gewählten sozialistischen Staatschef
Salvador Allende und lässt die Luftwaffe
den Präsidentenpalast angreifen. Es ist
der Beginn einer siebzehn Jahre
währenden Militärdiktatur, in der
Tausende von Menschen gejagt, gefoltert,
getötet werden. Unterstützer und
Befürworter des Staatsstreiches: Henry
Kissinger, damals frisch ernannter
US-Außenminister. Darauf weisen
zumindest Dokumente hin, die erst vor
wenigen Jahren freigegeben wurden. Und es
ist nicht die einzige
Menschenrechtsverletzung, in die der
Politiker verwickelt gewesen sein soll.
Als "Lichtgestalt der
Diplomatie" hat man Henry Kissinger
bezeichnet, als Superstar der
Außenpolitik ihm den Friedensnobelpreis
verliehen. Kaum ein Außenminister des
Zwanzigsten Jahrhunderts wurde so mit Lob
überhäuft. Kritische Stimmen verklangen
dahinter. Doch das Bild vom genialen
Diplomaten hat inzwischen einen Fleck
bekommen. Im Zuge des Prozesses gegen
Augusto Pinochet im Jahr 1998 musste die
US-Regierung bisher verschlossene
Dokumente der CIA öffnen und die
lassen Kissinger in einem Licht
erscheinen, das lange Schatten wirft.
Glühendster Gegner Kissingers ist der
Journalist Christopher Hitchens. Anhand
des Archivmaterials und von
Zeugenaussagen porträtierte er den
Ex-Minister schon 2001 in seinem Buch
"The Trial of Henry Kissinger"
(Die Akte Kissinger) als einen
skrupellosen Strategen, der eine blutige
Spur von Vietnam über Chile bis
Indonesien zog. Legte man an ihn
dieselben Maßstäben wie heute an einen
Milosevich oder Pinochet, dann wäre auch
Kissinger vor ein internationales
Tribunal zu laden. Wegen
Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die
Menschlichkeit und der Verschwörung zu
Mord, Entführung und Folter ...

"Leave poor Henry alone
hes such a nice dinner guest!"
Oh, wieder munter,
Mr. Rockefeller? Wir verstehen:
"Lasst den armen Henry in Ruhe
er ist bei Festessen so ein netter
Gast" das schrieb die
WASHINGTON POST, als die Untersuchung
seiner Untaten noch in Nischen stattfand.
In Nischen! Obwohl sein Wirken
Millionen von Menschen rund um die Erde
Unglück brachte ... sein Wirken als ...
·
gelehriger Adlatus und Vertrauter Ihres
Sohnes Nelson, Mr. Rockefeller, bei der
konspirativen Durchsetzung
wirtschaftlichen und politischen
Einflusses in mehreren
US-Administrationen
·
Planer verdeckter amerikanischer
Operationen von Indochina bis Iran, von
Chile bis Rhodesien
·
Partner von Politikern und
Geschäftemachern, die inzwischen
daheim und in aller Welt zumeist
als Gesetzesbrecher hinter Schloss und
Riegel endeten ...
In Nischen?
Das selbsternannte "Sturmgeschütz
der Demokratie" das deutsche
Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL
fand in "60 Jahren
Zeitgeschichte" Platz für Henry
Kissinger ...
... als Gratulant!
REGIE! DVD AN!
"Der Spiegel - 60 Jahre
Zeitgeschichte" / DVD
2007 - Spiegel TV - Hamburg
(Henry Kissinger über die
Bedeutung der Zeitschrift)
Niemand kann ignorieren, dass der SPIEGEL
einen wichtigen Beitrag macht, ohne den
man sich die Entwicklung in Deutschland
nicht vorstellen kann.
(Henry Kissinger über die
Bedeutung des Gründers und verstorbenen
Herausgebers)
Ich habe nicht immer mit all seinen
Kriegen übereingestimmt, mit allen
Schlachten, die er geführt hat, aber ich
habe immer grossen Respekt für seine
Werte gehabt und ihn menschlich besonders
geschätzt, denn das war ein Freund, auf
den man sich verlassen konnte.
Von allen guten
Geistern verlassen wäre, wer erwartete,
dass in den vom SPIEGEL beleuchteten
sechzig Jahren Zeitgeschichte der so
gelobte Rudolf Augstein mehr als nur
Nischen zur Untersuchung der Untaten
seines Freundes Henry zugelassen hätte.
Anders erging es Augsteins ehemaligem
Saufkumpan Franz Josef Strauß, dessen
Reise 1977 nach Chile für einige
Aufregung sorgte. Er empfing dort die
Ehrendoktorwürde der Rechtswissenschaft,
lobte ausdrücklich die Militärdiktatur
Pinochets und übernachtete in der
Colonia Dignidad des Sektenführers Paul
Schäfer, der in Deutschland per
Haftbefehl wegen sexuellen Missbrauchs
von Kindern gesucht wurde.
Fünfzehn Jahre zuvor war Strauss über
die SPIEGEL-Affäre gestolpert.
Was veranlasste Rudolf Augstein
und bis heute die SPIEGEL-TV-Redaktion
den einen als Freund, den anderen
als Feind zu adoptieren?
REGIE! DVD AB!
"Der Spiegel - 60 Jahre
Zeitgeschichte" / DVD
2007 - Spiegel TV - Hamburg
Die Tatsache, dass Strauß zu Augsteins
Lieblingsgegner avanciert, hat eine lange
Vorgeschichte.
(Original-Augstein) "1957 war die
einhellige Meinung: Der hier nicht! ...
Ich hatte ihn nach Hause eingeladen, und
dort wurde ordentlich gepichelt,
eigentlich überall, wo Strauß und ich
zusammenwaren. Und, äh, und der Strauß
benahm sich sehr unflätig."
Der weinselige Redaktionsabend bei
Augstein zu Hause festigt die
SPIEGEL-Meinung, dass dieser Mann, der
die Sowjets mit Sittlichkeitsverbrechern
vergleicht, nicht nur keine Manieren hat,
sondern in seinem Drängen nach Macht
gefährlich werden kann. Strauß darf
niemals Kanzler werden, lautet die
Parole, die Augstein ausgibt ...
REGIE! ROLLTEXT AB!
Leseprobe aus: AUGSTEIN
Autor: Dieter Schröder
Siedler, ISBN-13: 978-3-88680-782-6
September 2004
KAPITEL 15
Multiple Persönlichkeit
Er schätze bei seinen Freunden am
meisten, "daß es wenige sind",
sagte Augstein im FAZ-Fragebogen. Es
waren sehr wenige.
Die vielen anderen, die er Freunde
nannte, waren Nenn-Freunde, mit denen ihn
im Grunde nicht viel verband, außer dass
er sie im Moment interessant fand oder
sich mit ihren Namen schmückte ...
Es gab Ausnahmen wie Hans-Dietrich
Genscher, der bis zum Schluss der einzige
Politiker blieb, mit dem er ständig
Kontakt hielt, oder Henry Kissinger, auf
dessen Urteil und Sympathie er Wert
legte. Als Kissinger ihm eine heftige
Kritik an seinen Memoiren verargte und
sich lange Zeit nicht meldete, war er
betroffen. Das war ungewöhnlich, denn
sonst scherte er sich wenig um das, was
andere über ihn dachten ...
... er bewunderte Menschen, die er für
Originale hielt, halb gut, halb böse,
das Abgründige faszinierte ihn. Und er
bedauerte, dass sie aussterben.
Der Aufklärer und Wahrheitssucher
Augstein liebte das Spiel mit der
Verstellung: "Wer mich Zyniker
nennt, der ehrt mich, ich bin gern
Zyniker." ...
... Wenn sie fair sind, erinnern sich
seine Chefredakteure an die guten und an
die schlechten Seiten des
"Menschen" Augstein; wenn sie
tief verletzt sind, fallen ihnen vor
allem die negativen ein.
Er war, sagt Jacobi, dessen Erinnerungen
freundschaftlich sind, "ein
ruchloser Verfechter seiner
Interessen"; "er entschied
selber, was gut und was böse, was falsch
und was richtig ist" ...
"Männerfreundschaft als
Weichenstellung zu der Empfindung, was
gut und was böse ist?"
Ja, Señor Galeano
und religiöse Sinn-Suche!
Als Rudolf Augstein starb, sah man wieder
wichtige Bilder aus seinem Leben: die
seiner Verhaftung im Oktober 1962 und die
seiner Entlassung Anfang 1963. Dazwischen
lagen einhundertdrei Tage
Untersuchungshaft wegen angeblichen
Landesverrats. Einhundertdrei Tage, in
denen Augstein viel Zeit zum Lesen hatte.
Ein Buch hatte ihn im Gefängnis
besonders gefesselt: Albert Schweitzers
"Geschichte der
Leben-Jesu-Forschung". Dessen
Abrechnung mit allen Versuchen, eine
Biografie Jesu zu schreiben, weckte bei
ihm die Frage: "Wer war dieser Jesus
eigentlich?"
Er machte sich auf die Suche nach
"Jesus Menschensohn" und
er fand heraus: ohne Kaiser Konstantin
und die Vertriebskanäle des römischen
Reiches wäre das Christentum eine kleine
Sekte geblieben. Im klassischen Rom
hatten die Astrologen und der Schachclub
weit mehr Zulauf als die paar Christen
mit ihrem merkwürdigen Kult.
In Konstantin, der das Christentum im
Römischen Reich als Staatsreligion
einführte, sah Augstein einen
"Skrupellosen", der "unter
den vorhandenen Götterlehren das
Christentum als Kitt für die gefährdete
Weltmacht ausersah". Der Bund ging,
so Augstein, einher mit dem Verrat der
urchristlichen Lehren.
Augstein war schon 1968 aus der
katholischen Kirche ausgetreten. Anfang
2000 war er davon überzeugt, dass die
Kirche heute nicht mehr gebraucht wird:
"In der Gesellschaft des
Einundzwanzigsten Jahrhunderts spielt sie
keine Rolle mehr", sagte er.
Allerdings müsse man zwischen den
Kirchen und den Christen unterscheiden:
"Ohne Christen wäre die Welt
ärmer". Dass Christen entsprechende
Berufe wählten, Freizeit und Geld,
manche sogar ihr Leben für ihren Glauben
opferten, nötigte ihm Respekt ab ...
"Das Abgründige" habe Augstein
fasziniert, haben wir gehört,
"Menschen halb gut, halb
böse".
Einen wie Kissinger? Einen wie Judas?
Bei seinen Bibel-Studien muss ihn das
Widersprüchliche an dieser
Verräter-Figur gereizt haben und
die Konsequenz: Ohne Judas keine
Kreuzigung! Ohne Kreuzigung keine
Auferstehung!
Das Böse als Werkzeug zur Durchsetzung
des Guten!
"Das Gute verkleidet als das Böse?
Oder eher umgekehrt?"
In der geopolitischen Konzeption des
Imperialismus ist Mittelamerika nichts
weiter als ein natürliches Anhängsel
der Vereinigten Staaten. Nicht einmal
Abraham Lincoln, der auch die
Annektierung dieses Territoriums erwog,
konnte sich dem Bann der "offenbaren
Bestimmung" der Grossmacht für die
angrenzenden Gebiete entziehen ...
1912 erklärte der Präsident William H.
Taft: "Der Tag liegt nicht fern, an
dem drei Sternenbanner an drei gleich
weit entfernten Punkten die Ausdehnung
unseres Territoriums anzeigen werden:
eines am Nordpol, das andere am
Panamakanal, und das dritte am Südpol.
Es wird zur Tatsache werden, dass die
ganze Hemisphäre uns gehört, wie sie
uns auch, dank unserer rassischen
Überlegenheit, moralisch schon jetzt
gehört." (4)
"Wissen Sie, die Ankläger des Henry
Kissinger sollten aus der amerikanischen
Justizgeschichte lernen: auch grossen
Haien kommt man mit einem zierlichen
Fischmesser bei!
Al Capone, genannt Scarface ein
Landsmann und Zeitgenosse von Ihnen, Mr.
Rockefeller wurde als Gangsterchef
in Chicago der Mitwirkung an zahlreichen
brutalen Bandenmorden beschuldigt, aber
1931 nur wegen nachweislicher
Steuerdelikte zu elf Jahren Haft
verurteilt ...
Eine Petitesse in der Verfassung der
Vereinigten Staaten ist das Verbot für
Persönlichkeiten des öffentlichen
Dienstes, ohne Zustimmung des Kongresses
einen im Ausland verliehenen Adelstitel
zu akzeptieren!"
»No title of nobility shall be
granted by the United States; and no
person holding any office of profit or
trust under them, shall, without the
consent of the Congress, accept of any
present, emolument, office, or title, of
any kind whatsoever, from any king,
prince, or foreign state«
... "Übrigens darf sich auch kein
Träger eines öffentlichen Amtes der
Vereinigten Staaten von Amerika in den
Dienst eines fremden Staates stellen ...
Vielleicht ist dieser Hinweis von Nutzen
bei der weiteren Suche nach Spuren, die
Sir Heinz Alfred Kissinger im Gleisnetz
der jüngeren Weltgeschichte hinterlassen
hat. Ich denke, was Sie da über seine
Selbstbekenntnisse im Chatham-House zu
London ausgegraben haben, sein
Geständnis, gelegentlich enger mit der
britischen als mit der amerikanischen
Administration zusammengearbeitet zu
haben, das sollte doch schon reichen
..."
Señor Galeano, wir
bedanken uns für diesen Hinweis ... Und
vielleicht spielt ja auch noch die Frage
eine Rolle, weshalb Queen Elizabeth II.,
Königin von Grossbritannien und
Nordirland sowie Haupt des Commonwealth,
überhaupt so viele mächtige
US-Amerikaner geadelt hat: neben Henry
Kissinger unter anderen Norman
Schwarzkopf, Colin Powell, Casper
Weinberger, Ronald Reagan, George Bush
(Senior), Rudy Giullani, Alan Greenspan
...
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