© KJS / 2007

Einführung
Vorwort
Kapitel 01
Kapitel 02
Kapitel 03
Kapitel 04
Kapitel 05
Kapitel 06
Kapitel 07
Kapitel 08
Kapitel 09
Kapitel 10
Kapitel 11
Kapitel 12
Kapitel 13
Kapitel 14
Kapitel 15
Kapitel 16
Kapitel 17
Kapitel 18
Kapitel 19
Kapitel 20
Kapitel 21
Kapitel 22
Kapitel 23
Kapitel 24
Kapitel 25
Kapitel 26
Kapitel 27
Kapitel 28
Kapitel 29
Kapitel 30
Kapitel 31
Kapitel 32
Kapitel 33
Kapitel 34
Kapitel 35
Kapitel 36
Kapitel 37
Kapitel 38
Kapitel 39
Kapitel 40

 
TAZARAmit der Eisenbahn durch die Zeitgeschichte © KJS / 2008
Pazifik-Atlantik-Bahnverbindung, 10. Mai 1889 - Quelle: promontory-point-utah
ACHTUNG AN DER BAHNSTEIGKANTE!
Steigen Sie ein zur Fahrt mit dem TAZARA-Express durch die Zeitgeschichte.
Die virtuelle Reise ist längst über die hier vorgestellten Lesestationen hinaus.
Sie ist auf bisher 412 Seiten dokumentiert.
Eine pdf-Version kann erworben werden für nur:
4 Euro
Einfach am Monitor blättern, oder alles ausdrucken.
Schicken Sie dem Weichensteller, Klaus Jürgen Schmidt, eine Anfrage:
radiobridge@aol.com
Mit dem Text erwerben Sie das Recht, kostenlos auch das Ende der TAZARA-Geschichte als pdf-file zu erhalten, sobald die Protagonisten des virtuellen TAZARA-Expresses das Abstellgleis erreicht haben. Ausserdem gibt es Zugang zu einer Website mit allen ständig aktualisierten online-Quellen.
Diese erlauben eigene, weiterführende Recherchen.

KAPITEL 5

"Ihr Vater, Mr. Rockefeller, führte seit 1859 mit seinem Partner Clark eine erfolgreiche Handelsfirma in Cleveland. Hauptprodukte waren Getreide und Fleisch. 1862 sah er seine Chance im boomenden Ölraffinerie-Business und gründete die Firma Andrews, Clark & Company, die einen rapiden Expansionskurs einschlug. Um schneller wachsen zu können, zahlte er schon 1865 seine Partner aus und investierte alle Profite und Kredite in den weiteren Ausbau.
Mit Hilfe seines Bruders William, der später eine steile Karriere als Bankier machte, und seinem lebenslangen Geschäftspartner Henry Flagler gründete er dann 1867 die Firma Rockefeller, Andrews & Flagler, die schon im folgenden Jahr zu den grössten Raffinerien der Welt zählte ..."

— tazara — tazara — tazara ...

... und auch in der Geschichte des Rockefeller-Imperiums spielte die Eisenbahn eine gewichtige Rolle ...

REGIE!!!

Wir blenden gleich das Bild ein, meine Herren, bei der nächsten Tunnel-Durchfahrt — nicht in Öl gemalt, sondern ein historisches Schwarz-Weiss-Foto — aufgenommen am 10. Mai 1889 — in Promontory Point im US-Bundesstaat Utah ...


— tazara — tazara — tazara ...

ACHTUNG TUNNEL! ... PROJEKTION!

Links mit breitem, trichterförmigem Schornstein sehen wir die eine Dampflok — sie kam aus Sacramento ... Rechts mit schmal aufragender, eleganter Esse, sehen wir die andere Dampflok — sie kam aus Omaha ...
Die pazifische und die atlantische Küste der Vereinigten Staaten von Amerika waren an diesem Tag zum erstenmal durch eine transkontinentale Eisenbahnlinie verbunden ... zwei Honoratioren prosten sich mit Sekt zu, zwei andere reichen sich die Hände, und zwischen beiden Loks etwa hundert Arbeiter, für die an diesem Tag der Fotograf von der United Pacific Railroad und seine Kamera wohl die grössere Attraktion gewesen sein dürfte ...
Der Staat unterstützte den Eisenbahnbau dadurch, dass er für jedes verlegte Streckenstück einen entsprechenden Zuschuss gewährte und ausserdem den Bahngesellschaften Land entlang der Bahnlinie schenkte ... so heisst es in der offiziellen geschichtlichen Darstellung ...

REGIE!!! ACHTUNG DVD AN:


"SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD"!
Originaltitel: "C'era una volta il Wes""
Italien/U.S.A., 1968
Regie: Sergio Leone
Musik: Ennio Morricone
Film-Länge: 164 Min.
... Eine Bahnstation, irgendwo im Wilden Westen: Drei Männer in langen Mänteln warten auf einen Fahrgast. Ein Mann mit einer Mundharmonika (Charles Bronson) steigt aus, wechselt ein paar Worte mit dem Trio und erschießt sie dann — alle ....
An einem anderen Ort im Westen wartet gerade der Farmer Brett McBain (Frank Wolff) darauf, dass seine Frau Jill (Claudia Cardinale) eintrifft — die beiden haben erst vor kurzem in New Orleans heimlich geheiratet. Da tauchen auch bei McBain einige Männer mit langen Mänteln auf und bereiten der Existenz seiner gesamten Familie ein Ende ...
Die "Männer im Mantel" handeln im Auftrag des Unternehmers Morton (Gabriele Ferzetti). Der möchte noch bevor die Knochen-Tuberkulose ihn völlig zerfressen hat, eine Eisenbahnlinie bis an den Pazifik gebaut haben — McBain und seine Farm standen ihm im Weg ...


... Aufgrund dieser Regelung waren die Gesellschaften bestrebt so schnell und so viel wie möglich Streckengleise zu verlegen. So war es zu Beginn des Jahres 1869 dazu gekommen, dass zwei Gesellschaften nahezu parallele Gleise bauten, die einen von Ost nach West und die anderen von West nach Ost. Schliesslich einigten sie sich darauf, die beiden Strecken in den Hügeln am Grossen Salzsee in Utah zu verbinden.
Das wurde mit einem symbolischen goldenen Gleisnagel gefeiert.
Den sehen wir hier nicht im Bild, aber niemand scheint ihn geklaut zu haben, der Ort ist heute als Golden Spike National Historic Site ausgewiesen.
Eine Reise mit der Bahn zwischen New York und Sacramento dauerte übrigens rund siebeneinhalb Tage.


— tazara — tazara — tazara ...

"Ihr Vater, Mr. Rockefeller, hatte früh erkannt, dass nicht das Fördern von Erdöl, sondern dessen Weiterverarbeitung u n d Transport gewinnträchtig sein würden.
Durch die Konkurrenz von zwei Eisenbahnlinien und dem naheliegenden Seeweg, kombiniert mit der Zusicherung eines gleichbleibenden Ölflusses für den Transport, konnte er äusserst günstige Frachttarife bei den Eisenbahngesellschaften aushandeln.
Die Kombination von Grösse, Effizienz und Rabatte machten seinen Vorsprung vor der Konkurrenz aus, und seine Vision war die Vermeidung von unnötigen Kosten und Preiskämpfen durch die Fusion aller Raffinerien in einer grossen Organisation, er betrieb also die Monopolisierung der Branche.
Um dies zu verwirklichen gründete er 1870 die Standard Oil-Organisation.
In den Folgejahren vergrösserte sich der Konzern durch die Übernahme weiterer Ölfirmen und Raffinerien. Dabei erhielten die ehemaligen Besitzer eine Beteiligung an Standard Oil und profitierten damit von der steigenden Monopolisierung.
Kartellabsprachen, Aufkäufe durch Strohmänner, Dumpingpreise, illegale, sogar kriminelle Methoden waren gängiges Handlungsmuster beim Aufstieg.
1879 kontrollierte die Standard Oil schliesslich neunzig Prozent der Raffineriekapazität in den U.S.A., aber in der Öffentlichkeit hatte das rabiate und skrupellose Ausschalten von Konkurrenten den Ruf des Namens Rockefeller ruiniert."

"Mein Vater wurde achtundneunzig Jahre alt! Ich war bereits dreiundsechzig bevor ich sein Erbe antreten konnte, mein Herr ..."


Soll das heissen, der Ruf war schon hin, bevor Sie an’s Ruder kamen, Sir?

"Es muss ein Schock gewesen sein — als einziger Spross schon fast im Rentenalter, immer noch ... und bis an’s Lebensende ‘Junior’ genannt ... endlich der erste Versuch, das Familiengeschäft zu übernehmen, und dann passiert das:
Ein Streik bei der Rockefeller-Minengesellschaft Colorado Fuel & Iron Co. weitet sich zu bewaffneten Kämpfen aus. Der Streik begann 1914 in der Minenstadt Ludlow/Colorado, das Recht zur Gewerkschaftsbildung sollte durchgesetzt werden. Als Gegenmittel warf der Konzern die streikenden Arbeiter, die mit ihren Familien in konzerneigenen Wohnungen lebten, mitten im Winter buchstäblich auf die Strasse.
In einer hastig aufgebauten Zeltstadt setzten die Arbeiter den Streik fort, bis es zu ersten Schusswechseln kam mit Milizen, die von Ihrem Unternehmen — Mr. Rockefeller — aktiv unterstützt wurden.
In erbitterten Kämpfen, die auch mit Maschinengewehren ausgetragen wurden, ging den Streikenden schliesslich die Munition aus, und die Milizen der Mine übten Selbstjustiz. Sie schütteten Öl über die Zelte und zündeten sie an, wobei elf Kinder und zwei Frauen starben.
In den nächsten zehn Tagen dauerten die Kämpfe an, bis Präsident Wilson die Armee nach Colorado beorderte. Insgesamt starben bei den Kämpfen dreiunddreissig Menschen.
... Das Ludlow-Massaker blieb an Ihnen kleben, Mr. Rockefeller — wie an mir die Niederschlagung des Matrosen-Aufstandes von Kronstadt!"

The Colorado strike was one of the most important things that ever happened to the family!


Der Colorado-Streik war eine der wichtigsten Dinge, die der Familie je passiert sind? Das haben Sie Ihrem offiziellen Biographen, Raymond B. Fosdick, erzählt — und Ihre persönliche Konsequenz?
Ein neues Image musste her! Eines ausserhalb von corporate business. Sie schufen dafür einen komplett neuen Industriezweig, Public Relations, mit dem einzigen Auftrag, die öffentliche Aufmerksamkeit vollständig auf die von nun an verstärkte Wohltätigkeitsarbeit Ihrer Familie zu lenken ...
... Junior übergab das Familien-Geschäft professionellen Managern — und wurde Philanthrop! ...


"... Sehen Sie, Mr. Rockefeller, es ist wahr, in der Sowjetunion erhoben sich Bauern gegen uns, weil wir ihr Korn für unsere Soldaten beschlagnahmten; es ist wahr, als Volkskommissar für das Kriegswesen hatte ich eine Armee aus schlecht ausgebildeten Arbeitermilizen und Freischärlern aufzubauen — demokratische Abstimmungen hätten dieser Roten Armee nicht weitergeholfen gegen einen bestens geschulten und gerüsteten Gegner.
Damals, Mr. Rockefeller, mussten wir mit einer grossangelegten Invasion kämpfen: So befanden sich auf unserem Territorium — neben Truppen Polens — siebzigtausend Japaner, zweitausendfünfhundert Briten, tausendfünfhundert Franzosen, genausoviele Italiener und — achttausend US-Soldaten, ja — auch Amerikaner!
Und die liessen unseren inner-russischen Gegnern, der Weissen Armee, erhebliche finanzielle, materielle und personelle Unterstützung zukommen!
Und warum das alles, Mr. Rockefeller?"

Ich bin bereit zuzugeben, dass ein Bürgerkrieg keine Schule für menschliches Verhalten ist. Idealisten und Pazifisten haben der Revolution immer Exzesse vorgeworfen. Die Schwierigkeit der Sache liegt darin, dass die Ausschreitungen der eigentlichen Natur der Revolution entspringen, die selbst ein Exzess der Geschichte ist. Mögen jene, die dazu Lust haben, die Revolution aus diesem Grund verwerfen. Ich verwerfe sie nicht.


— tazara — tazara — tazara ...

Es wird Ihnen gut tun, Fanon zu lesen ...

"Wie bitte?"

... Diese ununterdrückbare Gewalt ist, wie er genau nachweist, kein absurdes Unwetter, auch nicht das Wiederdurchbrechen wilder Instinkte, ja nicht einmal die Wirkung eines Ressentiments: sie ist nichts weiter als der sich neu erschaffende Mensch ...


... wir zitierten aus dem Vorwort zu Frantz Fanons "Die Verdammten dieser Erde", aufgeschrieben im September 1961 von Jean-Paul Sartre ...
· 1952 - 56 Mitglied der französischen KP
· 1956 Kritik an der Intervention der UdSSR in Ungarn
· 1968 Kritik an der Intervention der Warschauer Pakt-Staaten in der Tschechoslowakei ...

REGIE!

... Haben wir wenigstens ein Bild von diesem französischen Philosophen, der hinter seiner Hornbrille immer zur selben Zeit in zwei unterschiedliche Richtungen blickte ... blicken konnte ... blicken durfte?

... Hat Monsieur Fanon schon seinen Tunnel erreicht?


"Die VIP-Betreuung steht bereit ... wir warten!"

— tazara — tazara — tazara ...


Wir sind ja hier, wie Sie schon gemerkt haben werden, Genosse Trotzki, alle irgendwie Eisenbahn-Fans.
Vielleicht wäre es jetzt ganz passend, wenn Sie uns die Wartezeit mit der Geschichte verkürzen würden, wie zwei ungewöhnliche Eisenbahnzüge zum Fortschritt der russischen Revolution beitrugen?



"Nun — in der Tat — als Oberkommandierender begab ich mich an die Südfront mit einem Eisenbahnzug, den ich jedoch erst einmal mühsam zusammenstellen musste.
Dazu gehörte dann ein Sekretariat, eine Druckerei, ein Telegraphenamt, eine Telefunken- und eine elektrische Station, eine Bibliothek, ein Badebetrieb — und eine eigene Zugzeitung namens WPuti — das heisst ‘Unterweg’. Ferner hatte ich eine schnelle Eingreiftruppe, die — wie wir alle im Zug — Lederjacken trug.
Der Telegraph im Zug arbeitete ununterbrochen. Wir konnten uns über eine direkte Leitung mit Moskau verbinden, und mein Vertreter Skljanski empfing von mir die Aufstellung der für die Armee notwendigen Ausrüstungsgegenstände.
Mehr als einhunderttausend Kilometer legte mein Zug zurück. Die meisten Fahrten entfielen auf das Jahr 1920.
Der Zug wurde von zwei gepanzerten Loks gezogen, die waren mit schweren Maschinengewehren ausgerüstet. Das war besonders dort hilfreich, wo Verrat nistete.
Bei einer vorderen Batterie empfing mich einmal ein Artillerieoffizier. Er bat um Erlaubnis, abzutreten und telefonisch einen Befehl zu erteilen. Kurz darauf schlugen in nächster Nähe zwei Granaten ein. Erst lange danach dämmete mir, dass der Artillerist der feindlichen Batterie das Ziel angegeben hatte.
Ja, die Eisenbahn, das Telefon, Funk-Antennen — erfunden im ‘imperialen Zeitalter’ — wir nutzten sie für unsere Revolution!
Auf einem besonderen Waggon war eine Antenne gezogen, die es ermöglichte, unterwegs Radiotelegramme vom Eiffelturm zu empfangen, insgesamt von dreizehn Stationen, in erster Linie natürlich von Moskau.
Der Zug war stets darüber orientiert, was in der Welt vorging. Darüberhinaus waren die Waggons miteinander durch Innentelefone und Signalvorrichtungen verbunden ...
Gegen Ende des Bürgerkriegs wurde der Zug in seiner Gesamtheit mit dem Orden der Roten Fahne ausgezeichnet. Zuvor hatte man einen zweiten Panzerzug zusammengestellt, der nach Lenin benannt worden war. Zwischen beiden gab es eine direkte Verbindung ...
In jenen Jahren habe ich mich, wie mir scheint, für immer daran gewöhnt, unter Begleitung der Pullmannschen Federn und Räder zu schreiben und zu denken ...
Ich bedanke mich ausdrücklich für die Einladung in ‘The Great Uhuru Railway’ — ‘Die Grosse Freiheitsbahn’ ...
Druschba — Freundschaft !"

— tazara — tazara — tazara ...


Bei dieser Gelegenheit, Genosse Trotzki, würden wir gerne das Zitat eines grossen Historikers des zwanzigsten Jahrhunderts einführen.
In seinem monumentalen Werk "Der Untergang des Abendlandes" schrieb Oskar Spengler ...

ROLLTEXT BITTE:


Es gibt keine proletarische, nicht einmal eine kommunistische Bewegung, die nicht im Interesse des Geldes wirkte, in welcher das Geld es will, und so lange es will — auch wenn es den Idealisten unter den Führern jener Bewegungen nicht zum Bewusstsein kommt.
(Becksche Verlagsbuchhandlung München, Bd. II, S. 499)

Vorhin erwähnten Sie, dass Ihre inner-russischen Gegner, die Weisse Armee, erhebliche finanzielle, materielle und personelle Unterstützung durch Amerika erhielt, und Sie fragten: Warum das alles, Mr. Rockefeller?

Als Sie, Genosse Trotzki, am 27. März 1917 mit einer Gefolgschaft von zweihundertfünfundsiebzig Revolutionären New York verliessen und an Bord der S. S. Christiania gingen, war der erste Anlaufhafen Halifax, im kanadischen Nova Scotia. Dort wurden Sie von den Kanadiern verhaftet und eingesperrt ... Sie erzählten uns schon davon ...
Bei Ihren öffentlichen Auftritten in Nordamerika hatten Sie oft gesagt, im Falle einer erfolgreichen Machtübernahme in Russland würden Sie sofort den imperialistischen Krieg beenden und einen separaten Frieden mit Deutschland abschliessen.
Das konnte kaum im Interesse der Kanadier liegen, weil dann ein grosser Teil deutscher Truppen frei geworden wäre. Diese Truppen hätten von den Deutschen an die Westfront verlegt werden können, an dieser Front kämpften aber auch Kanadier.
Über die Länge Ihrer Arrestzeit in Halifax schwanken die Angaben, einschliesslich Ihrer eigenen, zwischen fünf Tagen und einem Monat.
Nach unseren Recherchen setzten sich nach fünf Tagen Haft jedoch ganz unerwartet zwei fremde Regierungsadminstrationen bei der kanadischen Regierung für Ihre Freilassung ein: die Briten durch Sir William Wiseman und die Amerikaner durch keinen geringeren als Colonel House, der rechten Hand des amerikanischen Präsidenten. Versehen mit einem amerikanischen Pass reisten Sie weiter, um sich in Russland mit Lenin zu treffen.
Wir unterstellen: Sie kehrten nicht auf Drängen der unterdrückten Massen zurück nach Russland, sondern mächtige Männer aus Europa und den Vereinigten Staaten verhalfen ihnen zur Macht ...
... Lederjacken für alle in Ihrem Panzerzug, mobiler Bade-Betrieb, Bibliothek, Telefon und Funkstationen ...
Eine Revolution kann nur durch Organisation und Finanzierung erfolgreich sein. Die "unterdrückten Massen" liefern gewöhnlich weder das eine noch das andere ...


"Ha, hier wird also geglaubt, einige der reichsten und mächtigsten Männer der Welt hätten eine Bewegung finanziert, deren erklärtes Ziel es war, gerade sie ihres Vermögens zu berauben?"

Wer fragt das — Trotzki oder Rockefeller?
Egal! Uns erscheint es logisch, anzunehmen, dass diese Handvoll superreicher Männer den internationalen Kommunismus nicht fürchteten — und ihn sogar finanzierten ... weil sie ihn kontrollierten! ...
... Doch wir wollen uns beeilen, gerne eine Trennlinie zu ziehen zwischen wettbewerbsorientiertem Unternehmertum und dem Kartell-Kapitalismus, beherrscht von Monopolisten und Bankiers.


— tazara — tazara — tazara ...

FENSTER ZU! TUNNEL!!!

Ein Tunnel ist ja eine direkte Verbindung zwischen zwei Punkten der Geografie, die sonst nur über langwierige Umwege miteinander verbunden werden könnten.
Auf dieser Reise werden wir solche Tunnel-Verbindungen auch zwischen Punkten der Geschichte kennenlernen ... versprochen! Erinnern Sie uns bitte daran, Mr. Rockefeller!


— tazara — tazara — tazara ...

Und da fällt uns ein, wir wollten eigentlich wissen, was es mit der von Mr. Rockefeller erwähnten "Vierten Internationale" auf sich hat, Genosse Trotzki!

"Die habe ich 1938 gegründet! 1934 war mir die sowjetische Staatsbürgerschaft aberkannt worden, womit gleichzeitig die Verfolgung durch den sowjetischen Geheimdienst begann ...
Nach dem Tod Lenins hatte Stalin damit begonnen, den sogenannten ‘Sozialismus im eigenen Land’ mit Gewalt durchzusetzen. Mein Ziel war es hingegen, der internationalen Arbeiterschaft zum Sieg zu verhelfen, verstehen Sie?
Im Wesentlichen war meine These, dass die Revolution in rückständigen Ländern eine bürgerlich-demokratische und eine proletarische Phase ohne Unterbrechung durchlaufen müsse, dass zum erfolgreichen sozialistischen Aufbau der Sieg der Revolution wenigstens in den fortgeschrittensten Ländern notwendig wäre, und dass sich schliesslich auch in Arbeiterstaaten politische, kulturelle und wirtschaftliche Revolutionen vollziehen könnten und müssten, um zum Sozialismus überzugehen."


Ein Eispickel setzte Ihrem revolutionären — ? — nun, jedenfalls Ihrem irdischen Leben ein Ende, Genosse Trotzki, geführt von der Hand eines Anhängers Ihrer Lehre — wie Sie glaubten ...
Aber es war ein Agent Stalins, der Sie hinterrücks abstach, am 20. August 1940 in Ihrem mexikanischen Exil.
Nach Verbüssung der zwanzigjährigen Freiheitsstrafe wurde Ihr Mörder nach Moskau eingeladen, wo er den Leninorden erhielt.
Im Jahr 2005 wurde dann der verschollen geglaubte Eispickel gefunden.
Das Mordinstrument war nach Ihrem Tod im Kriminologischen Museum in Mexiko-Stadt ausgestellt, dann aber wegen Diebstahlgefahr durch eine Kopie ersetzt worden.
Ein mexikanischer Geheimdienstler, auch Mitbegründer des Museums, habe den Originalpickel an sich genommen und aufbewahrt, schrieb die linksgerichtete mexikanische Tageszeitung La Jornada.
Seine Tochter berichtete, ihr Vater habe viermal vergeblich versucht, den Eispickel zurückzugeben. Doch niemand wollte das Original zurückhaben. Dann nahm diese Tochter den Eispickel an sich und präsentierte ihn in einer Radiosendung ...


— tazara — tazara — tazara ...

Warten, wo man mich hinstellte
nackt an die Zielscheibe
genagelt von den ersten Pfeilen.

Aufs neue den Bogen gespannt,
Pfeilgeschwirre vorbei?
Spielten sie?
Bebte die Hand?
Oder war es der Wind?

Was fürchte ich?
Wenn sie treffen
und töten,
was ist da zu beweinen?

Andere gingen voran.
Andere folgen.
(1)

— tazara — tazara — tazara ...


Dag, du widmest dem Kommunisten dieses Gedicht?

"Ich nehme die Widmung an, ich — Lew Dawidowitsch Bronstein, genannt Trotzki, mit Dank an meine Erben! ...
... und wie Sie ganz richtig vermuteten, wissen wir da oben nicht bloss Bescheid darüber ‘WAS DIE WELT BEWEGT’, sondern auch ‘WER DIE WELT BEWEGT’.
Im einundzwanzigsten Jahrhundert geht die Vierte Internationale davon aus, dass der Weg zum gesellschaftlichen Fortschritt nur über den Zusammenschluss der arbeitenden Bevölkerung aller Länder führen kann.
Ihre Forderung nach sozialer Gleichheit richtet sich gegen die Spaltung der gesamten Menschheit in eine winzige reiche Minderheit und in eine zunehmend verarmende Mehrheit."


REGIE!!! ACHTUNG:

TUNNELVERBINDUNG ZWISCHEN PUNKTEN DER GESCHICHTE!


Bill Vann — Internationales Komitee der Vierten Internationale
13. Juni 2003 — aus dem Englischen 5. Juni 2003
DER AMERIKANISCHE PRÄSIDENT BESUCHT AUSCHWITZ

Der Holocaust und das Vermögen der Familie Bush

‘Die Geschichte erinnert uns daran, was möglich ist.’ Diese Worte sprach Präsident George W. Bush am Ende einer Führung durch die Gaskammern von Auschwitz. Das ehemalige Nazi-Todeslager in Polen war eine der ersten Stationen seiner siebentägigen Tour durch Europa und den Nahen Osten ...
... Von den zwanziger bis in die vierziger Jahre — das heisst bis nach Beginn des Zweiten Weltkriegs — war Prescott Bush Teilhaber und Mitglied des Vorstands der Brown Brothers Harriman Holding Company an der Wall Street und Leiter einer ihrer finanziellen Schlüsselkomponenten, der Union Banking Corporation (UBC).
Gemeinsam mit seinem Schwiegervater George Herbert Walker — dem Urgrossvater des jetzigen Präsidenten — kontrollierte Prescott Bush die Hamburg-Amerika Schifffahrtslinie, die sich ebenfalls im Besitz der Holding Company befand und deren sich die Nazis bedienten, um ihre Agenten nach und aus Nordamerika zu bringen.
Ein weiterer Zweig der Harriman Gruppe, Harriman International Co., traf 1933 eine Verabredung mit Hitler, um die deutschen Exporte auf dem US-Markt zu koordinieren.
Währenddessen wickelte UBC sämtliche Bankgeschäfte ausserhalb Deutschlands für Fritz Thyssen ab, den deutschen Industriemagnaten, der die Nazibewegung von 1923 bis zu ihrer Machtübernahme finanzierte.
Zehn Monate nach ihrem Eintritt in den Zweiten Weltkrieg beschlagnahmte die US-Regierung im Oktober 1942 UBC und einige weitere Unternehmen, an denen Prescott Bush und die Harrimans Anteile hielten. In der Anordnung Washingtons zur Beschlagnahme der Bank wurden neben Bush und Harriman drei Nazi-Führer genannt.
Eine Untersuchung aus dem Jahr 1945 legt offen, dass die von Prescott Bush geführte Bank mit dem Deutschen Stahltrust in Verbindung stand, der von Thyssen und Flick geleitet wurde, einem der Angeklagten in Nürnberg. Dieser gigantische Industriekonzern produzierte die Hälfte des Stahls und über ein Drittel des Sprengstoffs sowie weitere nicht unerhebliche strategische Materialien, die von der deutschen Kriegsmaschinerie während der Kriegsjahre gebraucht wurden.
Am 28. Oktober 1942 beschlagnahmte die US-Regierung die Vermögen zweier Unternehmen, die dem Naziregime als Tarnfirmen dienten: der Holland-Amerika Handelsgesellschaft und der Seamless Steel Equipment Corporation. Beide wurden von UBC kontrolliert. Einen Monat später übernahm die Regierung auch die Anteile der Nazis an der Schlesisch-Amerikanischen Gesellschaft (SAC), die von Prescott Bush und seinem Schwiegervater George Walker geführt wurde.
Der Beschlagnahmungsbefehl aufgrund des Gesetzes über Handel mit dem Feind beschrieb die Schlesisch-Amerikanische Gesellschaft als eine ‘US Holding Company mit deutschen und polnischen Tochterfirmen’, die grosse und wertvolle Kohle- und Zinkbergwerke in Schlesien, Polen und Deutschland kontrollieren. Weiter hiess es da, dass diese Besitztümer seit September 1939 (als Hitler den Zweiten Weltkrieg begann) unter Kontrolle des Naziregimes gestanden hätten ...
Zur SAC gehörte eine Stahlfabrik in Polen im selben Bezirk wie Auschwitz. Die Fabrik setzte angeblich Insassen des Konzentrationslagers als Arbeitssklaven ein.
Zu denen, die die Verbindungen zwischen den Bushs und den Nazis untersucht haben, gehört John Loftus, ein ehemaliger Staatsanwalt der Abteilung für Kriegsverbrechen des Justizministeriums, der jetzt dem Florida Holocoust Museum in Sankt Petersburg (U.S.A.) vorsteht. Loftus zufolge erhielt die Bush-Familie 1,5 Millionen Dollar für ihre Anteile an UBC, als die Bank 1951 endgültig aufgelöst wurde. ‘Dort kam der Reichtum der Familie Bush her: Er kam aus dem Dritten Reich,’ erklärte Loftus kürzlich in einer Rede.
Loftus behauptet, dass dieses Geld — eine ansehnliche Summe zu jener Zeit — direkte Profite aus der Sklavenarbeit von Auschwitzopfern enthält.
Prescott Bush war sicher kein Einzelfall, obwohl seine finanziellen Verbindungen mit dem Dritten Reich vielleicht enger waren als die der meisten anderen. Henry Ford war ein bekennender Bewunderer Hitlers und Ford spielte zusammen mit General Motors die wichtigste Rolle als Lieferant der Militärlaster, in denen die deutschen Truppen durch Europa rollten. Nach dem Krieg verlangten und erhielten beide Firmen Reparationen für Schäden an ihren deutschen Fabriken, die durch Bombardements der Alliierten entstanden waren.
Standard Oil und die Chase Bank, die beide von den Rockefellers kontrolliert wurden, tätigten ebenso umfangreiche Investitionen in Deutschland, wie viele der führenden Broker der Wall Street.
Diese Geschäftsbeziehungen dauerten bis nach Beginn des Krieges an; Standard Oil lieferte noch 1942 über die Schweiz Benzin an die Nazis, arbeitete mit den I.G. Farben zusammen, die das Zyklon B für die Todeskammern der Nazis herstellten, und unterhielt ein Gummiwerk, in dem Sklavenarbeiter aus Auschwitz beschäftigt waren.


— tazara — tazara — tazara ...

"Ich steige aus!"

"Aber, Mr. Rockefeller — das wäre nicht fair! ... "


Weiter, Kofi, Afrika wartet schon ziemlich lange auf dein klärendes Wort!

"... Wir brauchen Sie noch!"

Hatten w i r von dem UNO-Quoten-Afrikaner ein klärendes Wort erwartet? ... Oder von seinem Nachfolger, dem UNO-Quoten-Asiaten?

— tazara — tazara — tazara ...

... Toller Zwirn! Was für ein Dreiteiler! Ach, wenn ich doch ‘mal Mass nehmen könnte! Mr. Moon wäre versöhnt ...

Mädels, die sind dabei, unser amerikanisches ROLE-MODEL zu vergraulen!

Monsieur Roquefeuille als ROLE-MODEL??
Hier haben wir eine Species von Mann, die eine erotische Beziehung eher zu Geld denn zu Frauen pflegt ...

... Korrektur: wenn schon, dann "pflegte"!! Vergesst das nicht dauernd! Wir sind hier auf einer Geisterbahn! Und dieser Rockefeller hier hatte, wenn ich mich nicht irre, immerhin sechs Kinder ...

... Mit der Tochter eines einflussreichen Senators ...

... Ach! — Wenn Geld und Politik heiraten! ...

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