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TAZARA ... mit der Eisenbahn durch die Weltgeschichte © KJS / 2009
Nobelpreisträger-Recherche Nienburgs Albert-Schweitzer-Schule
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SCHÜLER 1:
Nach seinem Arbeitsalltag im Hospital in Lambaréné spielte Albert Schweitzer auf einem extra für ihn gebauten tropenfesten Klavier mit Orgelpedal. Er übte damit auch für seine Schallplatteneinspielungen mit Werken Johann Sebastian Bachs und für die Orgelkonzerte, deren Erlös seiner karitativen Arbeit zugute kam.
Angeregt von seinem Orgellehrer, brachte Albert Schweitzer eine komplette Notenausgabe für Bachs Orgelwerke heraus, und er veröffentlichte 1908 eine Bach-Monographie, die in musikästhetischer Hinsicht nach wie vor als Standardwerk gilt ...

SCHÜLER 2:
... Bachs „Kunst der Fuge“ ist ein von Legenden umranktes Spätwerk des großen Leipziger Thomaskantors. Nach seiner Veröffentlichung in Bachs Todesjahr 1750 in Vergessenheit geraten, wurde es in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts einem weltweiten Publikum wieder nahegebracht, als ein Buchautor auf die Idee kam, den Namen des Komponisten und Musiktheoretikers Bach mit zwei ganz anderen Bereichen menschlichen Denkens und Fühlens zu verbinden — mit der Mathematik von Kurt Gödel und mit der Malerei von Marits Cornelis Escher ...

SCHÜLER 3:
... Alle drei haben es in ihren jeweiligen Bereichen geschafft, den menschlichen Sinn zu täuschen, etwas zu schaffen, das sich von einem Anfang weiterentwickelt, um genau an diesem Anfang wieder anzukommen — Bewegung in einer endlosen Schleife.
Beim Maler Escher zum Beispiel sehen wir Gegenstände oder architektonische Bauten, die auf den ersten Blick völlig natürlich zu sein scheinen, auf den zweiten aber in ihrer Konstruktion unmöglich sind ...
Wir sprechen hier nicht von der eigentlich unmöglichen Versetzung unseres Schulgebäudes an den Bahnsteig einer afrikanischen Eisenbahnstation, das scheint — wie Ihre und unsere Anwesenheit an diesem Ort beweist — dem Leiter dieses TAZARA-Spiels durchaus möglich zu sein ... Wir sprechen von Eschers Darstellung perspektivischer Unmöglichkeiten, optischer Täuschungen und multistabiler Wahrnehmungsphänomene ...

So zeigt sein Bild „Wasserfall“ einen Wasserlauf, der sich vom Betrachter fortbewegt, dann links fliesst, als ein Wasserfall nach unten fällt und dabei wieder an seinen eigenen Anfang anschliesst. Was im zweidimensionalen Bild ohne weiteres zu funktionieren scheint, wäre in der Realität schlicht unmöglich, da das Wasser hierzu den Berg hinauffliessen müsste. Sein Bild „Treppauf Treppab“ zeigt eine auf ähnliche Weise konstruierte viereckige, endlose Treppe ...

SCHÜLER 3:
... Es ist, wohlgemerkt, kein Abbild der Treppe hier herauf zu unserem „Giebelsaal“! Und um beim Abbild zu bleiben: Alle unsere Multimediapräsentationen haben wir durch blaue Hintergrundfarbe gekennzeichnet, nicht bloss durch blaue Schriftleisten. Wo es blau ist, geht es bei uns ins Internet ...

SCHÜLER 2:
Als Physiker und Informatiker untersuchte der schon erwähnte Bestseller-Autor unter Bezug auf die „endlosen Schleifen“ bei Gödel, Escher und Bach die Frage, wie aus relativ einfachen, „dummen“ Bestandteilen — wie beispielsweise den Neutronen des menschlichen Gehirns — intelligente Systeme mit der Fähigkeit zur Selbstreflexion entstehen können ...
Der Autor, Douglas Richard Hofstadter, ist selber sozusagen nobles Material: Er kam 1945 als Sohn des Physik-Nobelpreisträgers Robert Hofstadter zur Welt, und seit den 1980er Jahren ist er einer der Vertreter jener wissenschaftlichen Richtung, die sehr weitgehende Erwartungen an das Fachgebiet der „Künstlichen Intelligenz“ knüpfen.

„GÖDEL, ESCHER, BACH.
EIN ENDLOS GEFLOCHTENES BAND“
(Douglas R. Hofstadter, übersetzt von Hainer Kober, Hermann Feuersee und Philipp Wolff-Windegg, mit einem Vorwort von Gero von Randow, Klett-Cotta, 2006, 17. Auflage)


... Worum geht es? Nicht allein um Mathematik, nicht nur um Logik, schon gar nicht nur um Musik oder Kunst. Das Buch ist ein Werk, das viele verschiedene Gebiete behandelt, nicht bloss im Vorübergehen streift, sondern aus vielen verschiedenen Wissenschaftsbereichen Erkenntnisse sammelt und dabei versucht, eine der wichtigsten Fragen zu beantworten:

Wie entsteht das Ich, das Selbst?
Wie kann sich Bewusstsein aus einem unbewussten Stoff entwickeln?
Welches Gebilde ist das „Ich“ und wie konnte es sich aus Materie entwickeln? ...


Kategorie: „dummer“ Bestandteil im DDR-Hirn
In der Straßenbahn liest ein Musiker eine Partitur. Ein Staatsschützer hält das Notenblatt für Geheimschrift und verhaftet den Musiker unter Spionageverdacht, obwohl der versichert, das sei eine Fuge von Bach.
Der Verhaftete wird am nächsten Tag einem Kommissar vorgeführt, der ihn anschreit: „Also raus mit der Sprache! Sie können’s ruhig sagen, Bach hat schon gestanden!“

SCHÜLER 1:
Heute abend bei uns im „Giebelsaal“ der Albert-Schweitzer-Schule zu Nienburg an der Weser erleben Sie:

SCHWEITZER, KISSINGER, ANNAN
EIN ENDLOS GEFLOCHTENES BAND

... Worum geht es?
Nicht allein um Caritas, nicht nur um Diplomatie, schon gar nicht nur um Krieg oder Frieden. Unsere Arbeitsgemeinschaft behandelt heute abend viele verschiedene Gebiete nicht bloss im Vorübergehen, sondern sie sammelt aus vielen verschiedenen Wissenschaftsbereichen Erkenntnisse und versucht dabei, einige der wichtigsten Fragen zu beantworten:

Wie hat sich das Bewusstsein von Friedensnobelpreisträgern entwickelt?
Aus welcher Materie ist es entstanden?
Wie entstand das Ich von Albert Schweitzer, von Henry Kissinger, von Kofi Annan?

Albert Schweitzer war ein bekannter Orgelspieler, Musikwissenschaftler, Theoretiker des Orgelbaus und einer der für das zwanzigste Jahrhundert stilbildenden Interpreten der Musik Johann Sebastian Bachs.

SCHÜLER 2:
Doch dafür erhielt er nicht den Nobel-Preis!

In der Quintessenz seines philosophischen Denkens ging Schweitzer davon aus, daß sich Menschen beim Nachdenken über sich selbst und über ihre Grenzen wechselseitig als Brüder erkennen, die über sich selbst und ihre Grenzen nachdenken. Im Zuge des Zivilisationsprozesses werde die Solidarität, die ursprünglich nur auf den eigenen Stamm bezogen war, nach und nach auf alle, auch unbekannte Menschen übertragen. Zentral für seine Ethik der „Ehrfurcht vor dem Leben“ ist der Satz: „Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will.“

SCHÜLER 1:
Doch dafür erhielt er nicht den Nobel-Preis!

Trotz aller Ängste vor anderen militärischen Mächten forderte Schweitzer aus elementarer Angst vor dem Geist der Unmenschlichkeit eine einseitige Abrüstung. Obwohl die Menschlichkeit doch das eigentliche Wesen der Menschheit sei, sei die resignierte Vernunft zu befangen und erkenne nicht, daß Vernichtungskriege in keinem Verhältnis zu den Problemen stünden, die mit ihnen gelöst werden sollten. Nur mit dem Mut der Lehre der Ehrfurcht vor dem Leben könne der Massenvernichtung vielleicht begegnet werden, ohne diesen Mut habe die Menschheit gar keine Chance. Sie müsse die Hoffnung und das Pflichtgefühl entwickeln, daß die Öffentlichkeit die Verantwortung über Krieg und Frieden übernehmen könne, und sie müsse die Idee einer weltbejahenden Kultur entwerfen, die Kriege gegen Mensch und Kreatur unmöglich mache.

SCHÜLER 2:
Doch dafür erhielt er nicht den Nobel-Preis!
Den Friedensnobelpreis erhielt Albert Schweitzer, weil er dank der Wirksamkeit neuer, weltweit wahrgenommener Medien als der „gute Doktor von Lambaréné“ bekannt wurde.


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