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TAZARA ... mit der Eisenbahn durch die Weltgeschichte © KJS / 2009
Der Zug-Regisseur
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Ein Zug voller Geister — uns eingeschlossen! Wo ist der Leiter des Spieles? Hat die Bühne abgegeben, hören wir!

Hat der alte Hexenmeister
sich doch einmal wegbegeben!
Und nun sollen seine Geister
auch nach meinem Willen leben.
Seine Wort’ und Werke
merkt ich und den Brauch,
und mit Geistesstärke
tu ich Wunder auch
...

Herr Dunkler? Sie als „Zauberlehrling“?
Was haben Sie mit uns vor?


... Und sieh! und sieh! an weisser Wand
Da kam's hervor wie Menschenhand;

Und schrieb, und schrieb an weisser Wand
Buchstaben von Feuer, und schrieb und schwand.

Der König stieren Blicks da sass,
Mit schlotternden Knien und totenblass.

Die Knechtenschar sass kalt durchgraut,
Und sass gar still, gab keinen Laut.

Die Magier kamen, doch keiner verstand
Zu deuten die Flammenschrift an der Wand
...

Herr Dunkler, Sie wissen doch: Zirkus und Revolution sind radikale Formen der Selbstverwirklichung.

Ich habe 1967 begonnen, meine Gedichte mittels meiner Stimme über Schallplatte und in Liederabenden Millionen Menschen zugänglich zu machen. Dies war nach dem Beispiel Bob Dylans zunächst sinnvoller als Lyrikbändchen im Selbstverlag oder bei Suhrkamp zu veröffentlichen. 1982, also durchaus im Zenit dieser Karriere, mußte ich meine Konzerttätigkeit beenden, weil es mir zur Qual wurde, um 20 Uhr vor einigen tausend Zuhörern begabt zu agieren, nur weil sie Eintritt bezahlt hatten ...
Zuletzt war ich Kulturkoordinator für die Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland tätig, erinnern Sie sich? Ich entwarf einen „Fußball-Globus“, der als „architektonischer Vorbote der WM“ durch Deutschland tourte. Nun ja, in einem Urheberschafts-Streit um diesen Fußball-Globus warfen mir zwei Architekten vor, ich hätte die Idee kopiert. Unumstritten ist aber meine Erfindung des Fußball-WM-Mottos:„Die Welt zu Gast bei Freunden“ ...

2 Der Narr schrie auf dem Markt.
Keiner blieb stehen, um zu antworten.
So bestätigte es sich, daß seine Thesen unwiderlegbar waren.

Dag, ist das dein letztes Wort?
Also gut … zum letzten Mal unter unserem Kommando:
Regie! Geschichtstunnel!
Stopp auf der Zeitschiene: 21. Oktober 2007!


43 „Tut, tut“ schallt es durch den Nienburger Bahnhof, obwohl die Dampflok ‚52 8038‘ noch nicht in Sichtweite ist. Erst einige Zeigerumdrehungen später erkennen die mehr als einhundert Eisenbahninteressierten in dichtem Qualm die ehemalige Kriegslok der ‚Deutschen Reichsbahn‘. Langsam rollt sie auf ihrer Fahrt nach Bremen um 9.43 Uhr auf Gleis 1 ein. In Nienburg hat die Lok, Baujahr 1943, einen 45-minütigen planmäßigen Halt, aber nicht, weil die Lokführer streiken, sondern weil die Dampflok Wasser braucht, um sicher in der Hansestadt anzukommen ...

„Als er sich entschieden hatte, daß ich das hier zu Ende bringen sollte, liess er mir weitgehend freie Hand. Gut, er hatte Vorgaben hinterlassen, aber wir fanden einen Kompromiss für das Schluss-Szenario.
Ein deutsches Schulgebäude an einen afrikanischen Bahnsteig zu verfrachten, also das war für mich schon ein Höhepunkt kreativer Show-Gestaltung. Das wurde also der Ausgangspunkt. Nur sollte es diesmal nicht eine Schule an einem Bahnsteig in Afrika sein, sondern ein Zug aus Afrika in einem Bahnhof in Deutschland. Das gehörte zum Kompromiss — den Zug brauche ich für meine Europa-Tournee!
Für den Start der Schluss-Sequenz bot sich der Bahnhof in jener deutschen Kreisstadt an, deren Albert-Schweitzer-Schule uns ja schon als Show-Kulisse gedient hatte.“ ...

... 1995 kam die Schlepptender-Lokomotive ‚52 8038‘ nach Rinteln, eine Kriegslok mit Wannentender, die bei der ‚Deutschen Reichsbahn‘ der DDR in den sechziger Jahren einen neuen Kessel bekommen hatte. In Eigenarbeit wurde die Lok von Technikern des 1972 gegründeten Vereins ‚Dampfeisenbahn Weserbergland‘ aufgearbeitet und durch alle Abnahmen gebracht. Seit September 1996 befördert sie die vereinseigenen Züge ...

„Ich hätte es ja gut gefunden, als Endpunkt den Bremer Hauptbahnhof festzulegen.
Dort, am Gustav-Detjen-Tunnel, stehen fünzigtausend Quadratmeter des ehemaligen Postamtes 5 leer — mit eigenem Gleisanschluss! Für meine spätere Planung hätte das bedeuet: Kein Tingeln über die Bahngleise von halb Europa! Stattdessen das ganze Unternehmen dort als ständige Einrichtung installiert, mit wechselnden Programmen aus aller Welt. Und das Publikum wäre aus ganz Europa mit Sonderzügen angerollt, wäre jeden Tag auf dem Bahnsteig von Feuerschluckern, Gauklern, Clowns empfangen worden, hätte bei uns bunte Zimmer zur Übernachtung gebucht, hätte Bremer Geschäfte und Restaurationen auf einen grünen Zweig gebracht ... wie bei Buffalo Bill 1896 in Braunschweig, wissen Sie’s noch?
Ich hab’s hier in meinen Notizen:“

Der Braunschweiger Stadtanzeiger meldet, für heute seien 13.634 Karten verkauft, für morgen 15.937 — 18.316 für den 18. Juli — 18.536 für den 19. Juli — 17.743 für den 20. Juli und 12.000 für den 21. Juli. Wir reden über fast hunderttausend Besucher in sechs Tagen! Die Massen strömen ...
Die Zeitung erkennt, daß Buffalo Bill nicht nur gut ist für‘s Stadtmarketing, sondern auch Geld in die Kassen spült:
Wenn man annimmt, daß die Gesellschaft hier etwa 30 000 Mark ließ, daß von fremden Besuchern hier mindestens 150 000 Mark ausgegeben sind, so ergiebt das ein Sümmchen, das auch noch in einer ,Hunderttausendstadt’ zu Buche schlägt.


„Aber in Bremen hatte die ‚Deutsche Capital Management‘ schon das Angebot der lokalen Stiftung Friedehorst ausgeschlagen, im Ex-Postamt 5 ein privates Gymnasium einzurichten. Und, na ja, Bremen als ‚europäische Kultur-Hauptstadt’ hat ja auch nicht stattgefunden. Also einigten wir uns darauf, unsere Ideen im zeitlichen Ablauf so zu synchronisieren, daß beider Interessen vor allem dramaturgisch gewahrt würden.
Als Ergebnis entstünde eine vollkommen neue Kunstform:

Nicht bloss ein Zeltprojekt, vielmehr ein multidimensionales
ZEITOBJEKT!



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