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TAZARA ... mit der Eisenbahn durch die Weltgeschichte © KJS / 2009
Robert Gabriel Mugabe, Simbabwes Diktator wikipedia
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Die Farbe der Lüge / Zwischenruf aus Simbabwe
20. März 2007 / von ***

ACHTUNG! Glauben Sie nichts, was Sie in diesen Wochen aus Simbabwe hören, sehen oder lesen! Glauben Sie nicht den Bildern, glauben Sie nicht den Texten!
Wo befinden Sie sich beim Hören, Sehen oder Lesen von Geschichten über Simbabwe? Einhundert Kilometer weit weg? Eintausend Kilometer weit weg? Zehntausend Kilometer weit weg?
Ich bin oft nur zehn Meter weit weg, wenn der Konvoi des Präsidenten Mugabe hier mit Blaulicht und mit Bewaffneten vorüberrast, ich sehe aber auch die flatternden Standarten an westlichen Botschaftswagen, die neuerdings ganz undiplomatische Richtungen einschlagen — ich bin so dicht dran, und deshalb glaube ich nicht mehr den Bildern und den Texten, die seit Wochen wie Eiter aus Simbabwes Wunden sickern.
Ich korrigiere mich: Es ist ein falsches Bild! Die Produktion von Eiter signalisierte ja einen Gesundungsprozess, diese Bilder und diese Texte sind eher wie Maden, die sich in Wunden fressen sollen bis der Organismus krepiert.
Die Maden sind Halbwahrheiten und Gerüchte, gepflanzt und gefüttert von professionellen Giftmischern in einer grandiosen psychologischen Kriegsführung, die nicht auf Aufklärung sondern auf Verrohung der Sinne setzt. Dabei präsentiert jede Seite ausschliesslich ihre Opfer und die dazu passende Geschichte.
Die im Konfliktgebiet agierenden Berichterstatter, hier ansässig oder entsandt, haben in der Regel schon bei Ihrer Beauftragung die Wahl getroffen, welche Seite gut und welche böse darzustellen ist. So wählen sie aus dem Angebot ihre Quellen und Geschichten, ihre Bilder, ihre Loyalität. Sie sind selten selber dabei gewesen, sie erzählen weiter, was sie gehört haben.
Für Sie da draussen, zehntausend Kilometer weit weg, oder bloss tausend oder hundert, erscheint Simbabwe als Konfliktgebiet, in dem Afrikaner wieder dabei beobachtet werden, wie sie Weisse verjagen oder sich gegenseitig die Köpfe einschlagen.
Wer hier lebt, hat lernen müssen, allen Seiten zuzuhören. Dadurch erkennen die Menschen leichter, wann die Farbe der Lüge schwarz und wann sie weiss ist.
Für die meisten hier lebenden Menschen ist dieses Land nicht in erster Linie Konfliktgebiet, sie haben es nicht dazu gemacht. Sie sind damit beschäftigt, auf ihrem Land zu überleben, sie wollen nicht mehr den Kopf hinhalten für den Kampf um Macht und Einfluss von Eliten, egal ob schwarz oder weiss.

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Harare, Sonntag, 18. März 2007 08:39
ZIM STANDARD
(eine in Privatbesitz befindliche Harare-Zeitung)

Brief von: Christopher W. Dell, U.S. Botschafter, Harare

... Der Schlüssel zu den Anstrengungen der Regierung, ihr brutales und ungerechtfertigtes Vorgehen gegen die eigene Bevölkerung zu rechtfertigen, ist die Behauptung, daß die Menschen Simbabwes ein braves und zufriedenes Leben führen würden, gäbe es da nicht die Ränke der — wählen Sie den Begriff, der Ihnen passt — „Imperialisten“, „ehemaligen Kolonialisten“ oder „Rassisten / Westler / Feinde“.
Die Lieblingsgeschichte, die im Moment von den Propagandisten bevorzugt wird, ist die von ihnen fabrizierte über mein angebliches Treffen mit Morgan Tsvangirai und Arthur Mutambara am 9. Januar im Bronte-Hotel in Harare.
(Anmerkung: beide sind konkurrierende Führer einer durch westliche Organisationen unterstützten, aber gespaltenen Oppositionspartei in Simbabwe)
Nach Darstellung dieser „spin doctors“ ist dieses Treffen der einzige Grund, daß Simbabwer heute mit zunehmender Lautstärke gegen die Regierung protestieren und entschieden eine Änderung durchsetzen wollen. Damit ihre Phantasie nach Fakten aussieht, haben die Herren Manheru und Zwayi
(Anmerkung: beide sind als Zeitungskolumnisten auftretende Regierungssprecher)
— aufgehetzt durch pseudo-intelektuelle Wortschwälle des Tafataona Mahoso in der „Sunday Mail“ und durch Legionen gesichtsloser „Herald“-Reporter — so schillernde Details erfunden wie die Grösse der Delegationen auf beiden Seiten, einen Aktenkoffer voller Geld, etc.
Die Tatsachen sehen ein bisschen anders aus:
1. Am Tag unseres angeblichen Treffens war ich in Bulawayo, auf einem Ferientrip mit Familienbesuch. Falls das irgendjemand überprüfen möchte, braucht er nur zum Naturgeschichtlichen Museum zu gehen und sich anzuschauen, wo ich mich im Gästebuch eingetragen habe. (Mir ist natürlich klar, daß die entsprechende Seite vermutlich unter „mysteriösen Umständen“ verschwinden wird, sobald das hier veröffentlicht ist, aber kein Problem: es gibt andere Zeugen, die bestätigen können, daß ich tatsächlich an jenem Tag in Bulawayo war, einschliesslich Diplomaten — und natürlich einschliesslich der allgegenwärtigen CIO, die mich während meiner gesamten Ferien verfolgte.)
2. Ich habe nie einen Fuss in das Bronte-Hotel gesetzt und hatte nicht mal eine Ahnung, daß es existiert, bevor es mir freundlicherweise von Zvayi zur Kenntnis gebracht wurde.
3. Das erste und einzige Mal daß ich Tsvangirai und Mutambara getroffen habe, geschah dank der simbabwischen Regierung. Das Treffen fand statt am 13. März im Gerichtssaal Nr. 6 in Harare. Ich denke, wir alle können der Regierung besonders dankbar dafür sein, daß sie diese beiden Führer zusammenbrachte zu einer Gelegenheit, sich besser kennenzulernen. ...
Währenddessen muss sich das unglückliche Volk Simbabwes weiter mit der traurigen Wahrheit auseinandersetzen, daß es zu einem Leben in der Hölle verdammt wurde dank der verfehlten Politik einer bankrotten Regierung.


Oh, da scheinen wir ja eine Art Rambo-Diplomaten zu haben! Nimmt kein Blatt vor den Mund, gibt es ihnen, den Feinden westlicher Werte ...
Aber, wir sind da vielleicht nicht die richtigen Kenner der Szene ... und so bitten wir um Beistand durch einen, der sich auszukennen scheint mit gross angelegten Verschwörungen, bei denen immer wieder auch Diplomaten eine Rolle spielen — umgesetzt zum Beispiel in seinem zwanzigsten Roman, "THE MISSION SONG", in der deutschen Übersetzung: "GEHEIME MELODIE".
Wir begrüssen: Mr. John Le Carré — trotz seines französisch klingenden Namens früher ‘mal selber britischer Geheimdienst-Akteur und später Dokumentarist anglo-amerikanischer Geheimdienst-Kapriolen!


5 ‚Die Eroberung der Erde, was hauptsächlich meint, die Wegnahme von jenen, die ein anderes Aussehen haben oder eine leicht flachere Nase als wir selber, ist keine hübsche Angelegenheit, wenn man sie genauer betrachtet.‘ — Marlow

„Ach ja, wer kennt es nicht, ‚DAS HERZ DER FINSTERNIS‘ von Joseph Conrad. Ich konnte es mir nicht verkneifen, seine Worte am Anfang meines neuen Romans zu zitieren, der ja Afrika in den Mittelpunkt rückt.
Nun gut, Coppola hatte ihn schon vor mir wiederentdeckt, für Indochina, mit Marlon Brando als Conrads Colonel Kurtz in seinem grandiosen Film ‚APOCALYPSE NOW‘ ...“

Kann es sein, daß Sie auch bei der Suche nach einem Handlungsort für Ihre neue Geschichte ein bisschen abgekupfert haben, Mr. Carré?
Die Idee, daß Ihr afrikanisch-stämmiger Dolmetscher bei einem Komplott missbraucht wird, bei dem westliche Finanziers und afrikanische Kriegsführer zu einem Deal auf einer Nordsee-Insel aufeinandertreffen, diese Idee kommt uns irgendwie bekannt vor ...


„Es freut mich, daß jemand draufgekommen ist! Das ist mein täglich’ Brot: beim Entwerfen von Thriller-Geschichten in der Realität zu stochern! Und wer kann da bessere Vorlagen liefern als ...“

Lassen Sie uns raten: Henry Kissinger?

„Treffer! Nur, daß — als ich an meinem Skript schrieb — der Kongo mit seinen bevorstehenden Wahlen im Brennpunkt öffentlichen Interesses stand.
Bei Kissinger war es der Iran, aber genauso bizarr — und natürlich als Idee kaum zu übertreffen: eine Nordsee-Insel ohne Namen als Zentrum und Ausgangspunkt für eine Verschwörung — bloss bei ihm war sie nicht erfunden ...“

6 Im Londoner ‚Royal Institute of International Affairs‘ (Chatham House), wo sich in aller Diskretion und Verschwiegenheit die Herrschaften des ‚Empire‘ treffen, das heute als Commonwealth firmiert und wie stets heldenhaft gegen seine eigenen zentrifugalen Tendenzen ankämpft, an diesem distinguierten Ort hat im Januar 2001 Sheikh Ahmed Zaki Yamani einem ausgewählten Auditorium einige Einzelheiten über Henry Kissinger und die historische Ölkrise von 1973/74 dargelegt .... Der ehemalige Ölminister von Saudi-Arabien, in den siebziger Jahren ‚spiritus rector‘ der OPEC, die seit diesen Jahren in den wohlhabenden Ländern der OECD immer wieder als der Leibhaftige porträtiert wird, sprach tags darauf dem ‚Observer‘ in einem Interview folgendes aufs Band:
„Ich bin mir zu hundert Prozent sicher, daß die Amerikaner hinter der Ölpreiserhöhung steckten. Die Ölkonzerne waren damals in erheblichen Schwierigkeiten, sie hatten eine Menge Geld geborgt und benötigten zu ihre Rettung einen hohen Ölpreis.“
Er sagte, er war davon überzeugt angesichts der Haltung des Schahs von Iran, der sich an einem entscheidenden Tag im Jahr 1974 von der Sicht der Saudis absetzte, die darauf hinauslief, daß eine Anhebung der Förderpreise für die OPEC gefährlich wäre, weil sie die U.S.A. vor den Kopf stoßen würde. Im Gegensatz dazu befürwortete der Schah nun höhere Preise.
Yamani: „König Feisal sandte mich zum Schah von Iran, der zu mir sagte: ›Warum sind Sie gegen einen Ölpreisanstieg? Ist das nicht das, was sie wollen? Fragen Sie Henry Kissinger — er ist es, der höhere Preise haben will.‹“
Yamani behauptet, daß der Beweis für diese lange gehegte Überzeugung vor kurzem aufgetaucht ist, und zwar in Protokollen von einer Geheimtagung auf einer schwedischen Insel, wo Amtsträger aus dem Vereinigten Königreich und den Vereinigten Staaten, darunter selbstredend Kissinger, sich auf das Drehbuch für eine vierhundertprozentige Ölpreiserhöhung verständigten.«


‘mal als Zwischenbemerkung für Mr. Rockefeller hier — erste politische Erfahrung sammelte Henry Kissinger ja als Berater Ihres Zweitgeborenen ab 1957, da war Ihr Nelson schon Gouverneur.
In der Folge wurde Kissinger auch von den U.S.-Präsidenten John F. Kennedy, Lyndon B. Johnson und Richard Nixon geschätzt. Mit der Wahl Richard Nixons zum Präsidenten 1968 wurde Kissinger offizieller Berater für Außen- und Sicherheitspolitik. Bei unserer Spurensuche werden wir immer wieder feststellen, daß er seine Loyalität seit 1957 aber niemals wirklich gewechselt hat!
... Hallo, Mr. Rockefeller! REGIE! ... Wo ist er denn?


„Hat sich gerade zu einem kleinen Schläfchen zurückgezogen ... Es war nicht ganz klar, ob wir nun noch in Lateinamerika sind, oder schon wieder in Afrika, dort ist Tag, da wäre Nacht ...“

Das klären wir gleich mit Señor Galeano ... Mr. Le Carré, was sagen Sie eigentlich zu unserem rollenden Unterfangen: mit einem Eisenbahnzug unterwegs auf Spurensuche in der Weltgeschichte?

7 Die Täuschung der Öffentlichkeit durch Politik und Medien hat einen Grad erreicht, den ich für höchst gefährlich halte. (...) Wir leben in einer Welt virtueller Nachrichten. Und so gesehen fällt Autoren und Filmemachern die Verantwortung zu, diese Informationslücke zu füllen.

8 Wenn wir sterben, dann sterben wir an Selbstbetrug, Desinteresse und Apathie. Die Medien mit ihrem ‚eingebetteten Journalismus‘ haben versagt, haben sich alles erzählen lassen und verbreiten weiter die Lügen der Regierungen. Für Mussolini ist der Faschismus die Identität von Staats- und Wirtschaftsmacht. Der Unterschied zu damals besteht darin, daß auch noch die Medien dabei mitmachen.

Nun, Mr. Le Carré, eigentlich dachten wir, mit Ihrer Erfahrung könnten Sie uns bei der Einschätzung helfen, ob in Simbabwe die Aktivitäten des amerikanischen Botschafters Vorlage für einen neuen Thriller wären.
Interessanterweise kann im Web-Lexikon WIKIPEDIA unter seinem Namen immer der super-aktuellste Stand seiner weltweiten Aktionen abgerufen werden, und natürlich alle Stufen seiner Karriere-Leiter ...

REGIE! Die englischsprachige Website bitte!


>
Christopher William Dell is a career United States Foreign Service officer who has served as United States Ambassador to the Republic of Simbabwe since August 12, 2004
> Ambassador to Angola, 2001-2004
> Chief of Mission, US Office, Pristina, Kosovo, 2000-2001
> Deputy Chief of Mission, US Embassy Sofia, Bulgaria, 1997-2000
> Deputy Director, Office of Regional Political Affairs, Bureau of European and Canadian Affairs, 1994-1996
> Deputy Chief of Mission, US Embassy, Maputo, Mozambique, 1991-1994
> Special Assistant to the Under Secretary for International Security Affairs, 1989-1991
> Executive Assistant to the Special Negotiator for Greek Bases Agreement, Bureau of European and Canadian Affairs, 1987-1989
> Desk Officer for Spain and Portugal, Bureau of European and Canadian Affairs, 1986-1987
> Staff Assistant, Bureau of Political Military Affairs, 1985-1986
> Political Officer, US Embassy Lisbon, Portugal, 1984-1985
> Vice Consul, US Consulate Oporto, Portugal, 1983-1984
> Vice Consul, US Consulate Matamoras, Mexico, 1981-1983


„Eindrucksvolle Karriere — sozusagen immer am Puls der Zeit, der Mann! ...
Wissen Sie, in meinen Romanen gab es nie auf der einen Seite die ‚Guten‘ und auf der anderen die ‚Bösen‘, die gibt es ja auch im wirklichen Leben nicht! ...
Schlagen Sie doch ‘mal bei WIKIPEDIA unter meinem Namen nach ...“


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