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TAZARA ... mit der Eisenbahn durch die Weltgeschichte © KJS / 2009
Fischer-Gesichterwww.sueddeutsche.de
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— intercity — intercity — intercity ...

Bin ich der da?
Wer da?
Der da!
Oder — die da? ...

— intercity — intercity — intercity ...

38
Deutsche Bundesbahn
Streckenabschnitt: Bonn — Wiesbaden
Donnerstag, 18. Oktober 1985:

Das obligatorische „Knautschfrühstück“ im IC schmeckt — ganz entgegen sonstiger Erfahrung — hervorragend, denn die Lektüre der Morgenzeitungen gestaltet sich äusserst vergnüglich. Die gestrige Einigung in Wiesbaden macht Schlagzeilen und füllt die Kommentare. Viel Ablehnung, reichlich Skepsis — selbst bei linken und liberalen Blättern — und nur ganz wenig Zustimmung und Zuversicht.
Eine rot-grüne Koalition scheint ein allseits ungewolltes, ungeliebtes Kind zu sein, welches allenthalben weniger zu segensreichen Zukunftswünschen denn zum energischen Messerwetzen einlädt ...


Deutsche Bundeshauptstadt
Am Tag zuvor
Freitag, 17. Oktober 1985:

Beim Abendessen in meiner Bonner Stammkneipe, der „Provinz“, ereilt mich bei Pfälzer Wurstsalat und Bratkartoffeln die Nachricht von der Einigung der Kontrahenten in Wiesbaden.
Die Koalition ist perfekt!
Messinger und Börner gemeinsam vor der Presse, ein Ministerium für uns Grüne — das Ministerium für Umwelt und Energie mit Minister und Staatssekretär. Hinzu noch eine weitere Staatssekretärin für Frauenfragen als Kompromiss gegenüber unserer Forderung nach einem Frauenministerium. Die Namen werden genannt: Fischer, Kerschgens, Haibach. Mulm zieht auf in der Magengegend, denn nun wird es Ernst ...


Hessische Landeshauptstadt
Tag der ‚Nasenbären‘
Montag, 21. Oktober 1985:


Auf die Reaktion ist in Deutschland Verlass, und zu den grössten politischen Nasenbären darf man wohl getrost den „deutschen Unternehmer“ rechnen. Wie anders soll man sich ansonsten jene bodenlose Torheit erklären, die meine erfreuten Augen seit Samstag den Zeitungen entnehmen dürfen? Die hessische Industrie droht mit Abwanderung! Meine Güte, Fischer hat noch nicht einmal die Mehrheit auf seiner Landesversammlung, und die wollen ab ins Exil, Hoechst vorneweg! Unsere armen Fundis! Wenn die sogenannte „Wirtschaft“ wüsste, welchen Gefallen sie uns hiermit tut. Soviel Dummheit. Seit Samstag dröhnt nun die Reaktion durch den Blätterwald: Die Industrie verlässt Hessen! Va bene. Und selbst der Kanzler und der IG-Chemie- (Gewerkschafts-) Chef Rappe sehen Gefahren durch die rot-grüne Koalition. Eben beginnt die Sache Spass zu machen, und noch gibt es die erste sozial-ökologische Koalition gar nicht, da zeichnet sich bereits ihr historischer Auftrag ab — die politische Reformalternative zur konservativ-liberalen Mehrheit und zu einer grossen Koalition.

Joschka Fischer, den Ex-Star der „Grünen“, den Liebling der Deutschen als Aussenminister und Vizekanzler haben Sie ausgewählt? Die „Grüne Raupe Nimmersatt“?
So nannte ihn DER SPIEGEL in einer akribisch recherchierten Auflistung seiner Beschäftigungen seit dem Ausstieg aus der Politik nach der Bundestagswahl von 2005 …
Regie! Achtung! Geschichtstunnel!
Stopp auf der Zeitschiene: 27. September 2008!


Ex-Außenminister Joschka Fischer kümmert sich emsig ums Geldverdienen. Jüngster Streich: Ein Top-Job in der Beratungsfirma seiner ehemaligen U.S.-Amtskollegin Madeleine Albright. Reden darüber mag Fischer nicht. Seine Geheimnistuerei schürt jedoch Argwohn.
1101 New York Avenue gilt in Washington als Vorzeigeadresse. Die Wirtschaftsprüfer von Ernst & Young residieren hier, die Edel-Anwaltskanzlei Dewey & LeBoeuf hat hier ihr Büro und der U.S.- Ableger der Bertelsmann-Stiftung. Die Büros des nagelneuen Glaskastens bieten Panoramablick, eine Dachterrasse lockt zum Umtrunk mit wichtigen Kunden. „Bobby Van's Grill“, ein Spesenritter-Treffpunkt, liegt direkt gegenüber.
Immer häufiger nimmt ein prominenter deutscher Besucher den Aufzug in den neunten Stock des Gebäudes — zu den Büroräumen der Albright Group LLC, einer Beratungsfirma, die Ex-U.S.-Außenministerin Madeleine Albright 2001 nach ihrem Ausscheiden aus der Clinton-Regierung gegründet hat. Der Gast ist selber Ex-Außenminister: Joschka Fischer.
Seit dem Kosovo-Krieg 1999 verbindet Albright und Fischer eine enge persönliche Beziehung. Fischer huldigte der mächtigen Amerikanerin. „Madeleine, Du bist die letzte verbleibende Supermacht“, flötete er. Die gelernte Professorin war ihrerseits begeistert von der schillernden Vita des Studienabbrechers und Ex-Steinewerfers. Eine der Telefonschalten mit Fischer während des Krieges begann Albright mit dem Hinweis, sie habe gerade „den Artikel über Dich im New York Times Magazine“ gesehen. Die Außenminister von Italien, Frankreich und Großbritannien mussten dem Turteln stumm zuhören.
Jetzt werden die beiden Diplomaten-Freunde Geschäftspartner. Die Albright Group gab bekannt, daß Fischer bei ihr einsteigt. Von deren Website lächelt er bereits, neben einer Kurzbiographie, die seine Unterstützung für den deutschen Militäreinsatz im Kosovo hervorhebt und Fischer als einen der einflussreichsten deutschen Grünen preist. Klangvoller neuer Jobtitel: „Senior Strategic Counsel“.
„Joschka Fischer ist ein alter Freund von uns und einer der beeindruckendsten Staatsmänner, die ich getroffen habe. Wir sind sehr froh, daß er an Bord ist“, sagt James O'Brien, Mitgesellschafter der Beratungsgruppe.
Die Albright Group bietet ihren Kunden die Expertise ehemaliger U.S.-Kabinettsmitglieder und hochrangiger Diplomaten. Die regelten laut Erfolgsbilanz etwa: Politische Risikoeinschätzung für „Fortune 50“-Kunden zu Umwelt-, Demographie- und Handelsthemen in Ost- und Südasien. Verhandeln eines Regulierungsstreits in Asien. Erfolgreiche Hilfe beim Bieten um einen Regierungsauftrag in Osteuropa.
Die Albright-Leute wollen über Klienten nicht reden. Wichtig ist O'Brien: „Wir betreiben keine Lobbyarbeit bei der U.S.-Regierung.“ Also werde man auch Fischer nicht bitten, bei der deutschen Regierung oder der EU-Kommission vorstellig zu werden. Freilich: Generell spreche man natürlich schon mit Regierungen.
Interessant zudem: Albright, in U.S.-Außenpolitik-Kreisen nach wie vor eine feste Größe und Beraterin des demokratischen Präsidentschaftskandidaten Barack Obama, unterhält seit rund zwei Jahren auch die Albright Capital Management LLC. Die jongliert mit Hunderten von Millionen Dollar für Investments in „entstehenden Märkten“, Ländern außerhalb der OECD. Die Finanzmanager agieren offiziell streng getrennt von der Beratungsfirma — doch residieren auf demselben Flur. Und auch Fischer dient als „Strategic Consultant“ für den Finanzarm. „Bei solchen Investitionen geht es unter anderem um die Einschätzung von politischen Risiken“, sagt O'Brien. Da kann Fischers Expertise helfen.
Wie viel Albright das wert ist? „Das ist eine private Abmachung“, sagt die „Albright Group“. Fischer dürfte aber in Deutschland steuerpflichtig bleiben. Er wird nicht nach Washington ziehen.
Doch nicht nur deshalb besteht er wohl auf angemessener Entlohnung. Genau wie sein Kanzler Gerhard Schröder hat sich auch Fischer gleich nach dem Machtverlust ans Geldverdienen gemacht — nur ging er dabei diskreter zu Werke. Statt in die Dienste des russischen Energieriesen Gazprom zu treten, gründete der Grüne die „Joschka Fischer Consulting“, die vom Souterrain seines Hauses aus die Auftritte des Ex-Ministers managt. Mal redet Fischer auf einem Kongress in Dubai, mal vor baden-württembergischen Sparkassenkunden.
Dafür gibt es meist ein stattliches Honorar. Dazu kommen Einnahmen aus seiner Tätigkeit als Autor. Seine Memoiren der rot-grünen Regierungszeit schreibt er in zwei Bänden, da klingelt die Kasse doppelt. Für das internationale „Project Syndicate“ verfasst er eine monatliche Kolumne, die rund um die Welt in Zeitungen gedruckt wird.
Daß Fischer mehr verdienen dürfte als zu Ministerzeiten, ist mit bloßem Auge zu erkennen. Seine elegante Villa in Berlin-Grunewald würde als Residenz jedem kleineren europäischen Staat zur Ehre gereichen. Seinen 60. Geburtstag feierte Fischer standesgemäß mit 120 Gästen in einem trendig-teuren Berliner Restaurant. Über Geld sprechen mag der Grüne aber nicht. Als er 2006 sein Abgeordnetenmandat abgab, sagte er, er tausche „Macht gegen Freiheit“. Rechenschaft über Finanzen, pflegt Fischer zu scherzen, sei er nur noch seinem Steuerberater schuldig.
Und so schweigt er auch zu seinem jüngsten Engagement. Kein Kommentar, keine Erklärung. Fragen Sie doch die Albright Group, so Fischers Botschaft. „Ich muss gar nichts sagen.“


Mr. Kennan, das ist Ihr Vertrauensmann?
Der ist doch voll durch die Drehtür! Und ausserdem: Niemand wird uns glauben, der Joschka Fischer habe sich nicht längst in die Spur von Henry Kissinger eingereiht, oder in die von Col. Edward Mandel House.


„George meldet sich nicht mehr, Ihr müsst schon mit mir vorlieb nehmen, liebe Eisenbahn-Fans ...
Vergesst diesen SPIEGEL-Schmonsens! Und wenn Ihr von mir ‘was hören wollt, dann vergesst auch diese beiden Namen, House und Kissinger. Ich hab‘ Neuigkeiten für euch, und ich will mir nicht umsonst den Arsch aufgerissen haben, ist das klar?
Ich hab‘ mich ja nur überreden lassen, herzukommen, weil ich immer gern mit der Bahn gefahren bin, ist doch ein basis-demokratisches Fuhrwerk, wenn nicht gerade alle Angestellten von der Führung ausgespäht werden. Ha!
TAZARA — ja, Mensch, kenn’ ich doch, das war noch Süd-Süd-Solidarität vom Feinsten. Aber dann zog ja auch in Afrika das neoliberale Wirtschaften ein ...
Ihr rollt mit eurem Zug in einem ziemlich maroden System, wisst ihr das eigentlich? Und korrupt dazu! Muss ich wissen, bin doch jetzt Fachmann für Risiko-Anlagen in Risiko-Gebieten.
39 Da musste ‘mal wieder aufgeräumt werden, ‚Tazaras‘ Top Management wurde fristlos entfernt. Der Managing Director verliess sein Büro mit einem kleinen Aktenkoffer voll mit personal belongings! Beim Öffnen desselben, veranlasst durch ein Vorstandsmitglied, fanden sich fein gebündelte greenbacks im Werte von dreihunderttausend U.S.-Dollar, alles unter dem Titel ‚meine Privatsachen’!

Er traue ihm zu, seinem Verdacht nachzugehen, meinte Mr. Kennan … ohne sich selber einem Verdacht auszusetzen?
… klingt das nach John Le Carré?
… klingt das nach ‚undercover-agent‘?
… klingt das nach heimlichem Späher?
… klingt das nach verdecktem Ermittler?
… auf internationaler Diplomaten-Bühne?
… auf dem Kartell-Parkett?
… verborgen hinter Madeleine Albright’s Rockschössen?
Und wir haben nichts davon bemerkt?
Haben es eher anders herum gesehen?
Der Joschka, der sich den Schneid hat abkaufen lassen?
Der Joschka, der sich ein Wappen hat malen lassen?
Woher wir das wissen, Joschka?
Da scheint sich jemand auf dich einzuschiessen, das selbsternannte „Sturmgeschütz der Demokratie” …


Einst, als sich der Jungmilitante Joschka Fischer mit schwarzem Helm und schneller Faust um den Respekt seiner Genossinnen und Genossen bemühte, kam die Rede bisweilen auf seine Abstammung. Sein Vater sei ein „armer Grasfresser“ gewesen, erzählte er dann seinen Mitstreitern, in deren Weltsicht der Nachweis proletarischer Ahnen einen Linken gleichsam adelte.
Ein Vierteljahrhundert später — der halbstarke Außenseiter hat sich in einen starken Außenminister verwandelt — muss Fischer zunehmend Wert auch auf die Zuneigung bürgerlicher Wähler legen. So begann das PR-Genie, seine einstmals so harte Rechte mit einem noblen Siegelring zu schmücken.
Doch das Accessoire trug dem Aufsteiger in der feinen Gesellschaft vorwiegend Spott ein. Zwar nahm ein Lifestyle-Kolumnist den einstigen Turnschuhpolitiker in der „Welt am Sonntag“ mit dem Hinweis in Schutz: „Einen Siegelring dürfen auch Bürgerliche ohne adlige Häme tragen.“ Das Schwesterblatt „Welt“ aber mochte sich die Bemerkung nicht verkneifen, Fischers wappenloser „Siegelring ohne Siegel“ werde „in Adelskreisen ‚kalte Platte‘ genannt“.
Womöglich um solche Anzüglichkeiten zu vermeiden, kam dem Minister vor geraumer Zeit ein Vorschlag seiner derzeitigen Ehefrau Nicola Leske gelegen: Die Fischers sollten sich doch ein Sippenwappen entwerfen lassen. Einen tüchtigen Heraldiker hatte die Gattin bei einer Hospitanz in der ‚Geo‘-Redaktion kennen gelernt, die ein Special zum Thema Mittelalter vorbereitete ...


Feuer einstellen! Das klingt ja nach Kampagne!
Das klingt ja wie bestellt! Herr Dunkler, das erinnert uns doch an …


„Henry Kissinger aus Anlass:“

„Der Spiegel - 60 Jahre Zeitgeschichte” / DVD
2007 - Spiegel TV – Hamburg

„Niemand kann ignorieren, daß der SPIEGEL einen wichtigen Beitrag macht, ohne den man sich die Entwicklung in Deutschland nicht vorstellen kann.“


Danke, Herr Dunkler, das war ein erleuchtender Griff in Ihr DVD-Archiv … und nun geben Sie wieder Feuer frei für das selbsternannte „Sturmgeschütz der Demokratie” …

Mittlerweile kann jedermann in der ‚Rhein-Main-Wappenrolle‘ unter der Registernummer 007-09-99 und sogar im Web das farbige Prachtwerk bewundern, das der Odenwälder Künstler Dieter Krieger auf Antrag von ‚Bundesaußenminister Joseph Martin Fischer‘ gefertigt hat — Eintragungsgebühr: 391,17 Mark.
Zugrunde lag der Arbeit das Stammbuch der Fischers; zu dessen Auswertung war das „Einverständnis des Beteiligten“ eingeholt worden. Heraldiker Krieger verfolgte Fischers Spuren „bis zu Jakob Fischer, der 1740 Franciska Yack geehelicht hat“.
Und siehe da: Der Stammbaum der vermeintlichen Grasfresser wipfelt in einer uralten schwäbischen Metzger-Dynastie. Das Fischer-Wappen gestaltete der Heraldiker daher mit Hilfe von zwei blutroten Hackebeilen über einem silbernen Fisch, gekrönt von einem geflügelten Kopfschmuck, einer Art Asterix-Helm.
Begründung: „Der Fisch steht als redendes Zeichen für den Familiennamen ... Die Fleischerbeile interpretieren den Berufsstand des Metzgers ... Der Flug in der Helmzier steht für das Amt des Bundesaußenministers.“


„391,17 Mark — umsonst ausgegeben! Das ist der eigentliche Schmäh! Den haben die Freunde beim SPIEGEL noch gar nicht bemerkt! Schlampig recherchiert! Aber schön formuliert — angefangen mit ‘nem Helm, aufgehört mit ‘nem Helm!
Seit zwei Jahren weiss ich, daß die beauftragte Ahnenforschungsgesellschaft geschludert hat! Mein Vorfahr Jakob Fischer war sicherlich nicht von Fridingen an der Donau, sondern wohl eher von Friedingen bei Langenenslingen aus nach Ungarn ausgewandert ...
Die falschen Farben im Wappen ... noch ‘nen Helm entsorgt!“

2 Er war unmöglich. Nicht daß er seine Arbeit schlecht tat: im Gegenteil, er verwandte auf die Aufgaben, die man ihm stellte, unendlich viel Mühe. Aber seine Art brachte ihn in Gegensatz zu allen und schadete schliesslich seinem Tun ...

Dag, für wen entdeckst du plötzlich deine Sympathie?
… für den hessischen Turnschuh-Minister?
… für den gesamtdeutschen Geopolitiker?
… für den internationalen Consultant? Oder gar …
… für den „verdeckten Ermittler“ …
den unser Joschka im Auftrag eines U.S.-politischen Fossils abgeben soll?


2 ... Als es zur Krise kam und alles ans Licht musste, belastete er uns: an ihm gab es nichts, aber absolut nichts auszusetzen. Ebenso stark, wie sein Selbstgefühl danach verlangte, schuldlos zu sein, war es unseren Gefühlen zuwider, ihm Schritt um Schritt die Widersprüche in seiner Verteidigung darzulegen, ihn Stück um Stück vor sich selber auszuziehen. Aber Gerechtigkeit gegen andere verlangte das.
Als ihm der letzte Lügenfetzen genommen war und wir erkannten, daß es nichts mehr zu sagen gab, da kam es unter krampfhaftem Weinen: Aber warum habt ihr mir niemals geholfen, warum habt ihr mich nicht zurechtgewiesen —. Ich habe erkannt, daß ihr gegen mich waret. Und Furcht und Unsicherheit haben mich weiter und weiter in das getrieben, was ihr jetzt tadelt. Es ist schwer gewesen, alles. Ich erinnere mich eines Tages, an dem ich mich freute: Einer von euch meinte, daß etwas, was ich vorgebracht hatte, wahrhaft gut sei —


Aber, das ist ja gar keine Sympathie-Adresse, Dag?

2 ... So war der Fehler am Ende doch unser. Wir hatten zwar unsere Kritik unterdrückt, aber uns doch von ihr hindern lassen, ihm eine einzige Anerkennung zu geben. Und wir hatten auf diese Weise alle Wege zur Heilung versperrt.
Immer ist der Fehler beim Stärkeren. Uns fehlt die Geduld des Lebens. Wir versuchen unwillkürlich, einen Menschen aus dem Wirkungskreis unserer Verantwortung auszuschalten, sobald der Ausgang des Lebensexperiments in unseren Augen missglückt erscheint. Aber das Leben vollzieht seine Versuche jenseits der Grenzen unserer Bewertung. Daher auch zeigt sich das Leben manchmal so viel schwerer als der Tod.



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