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TAZARA ... mit der Eisenbahn durch die Weltgeschichte © KJS / 2009
wikipedia
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„Nun, Mr. Hammarskjöld wird doch wissen, daß diese Idee viel älter ist!”
„In der Tat! Der Mann, der diese Idee erstmals formulierte, hat am Anfang seiner philosophischen Abhandlung ein Bild beschrieben: Das Aushängeschild über einer holländischen Gastwirtschaft — in seinem Deutsch aus dem Jahr 1795.”

ZUM EWIGEN FRIEDEN
Ob diese satyrische Ueberschrift auf dem Schilde jenes holländischen Gastwirths, worauf ein Kirchhof gemalt war, die Menschen überhaupt, oder besonders die Staatsoberhäupter, die des Krieges nie satt werden können, oder wohl gar nur die Philosophen gelte, die jenen süßen Traum träumen, mag dahin gestellt seyn.


„Der Mann war Immanuel Kant. Sein Werk ‚Kritik der reinen Vernunft‘ kennzeichnete den zentralen Wendepunkt in der Philosophiegeschichte und den Beginn der modernen Philosophie.
Die Schrift auf jenem Gasthausschild, das den ewigen Frieden von Toten auf einem Friedhof zeigt, wählte Kant als Titel seiner Begründung für einen Völkerbund.”

ZUM EWIGEN FRIEDEN
Ein philosophischer Entwurf
Von Immanuel Kant, Königsberg
bey Friedrich Nicolovius, 1795


Nun, Dag, wir haben dir gerne zugehört, und Ihnen, Mr. Rockefeller auch ...
Wir entnehmen Ihrem Dialog, Sie beide kennen sich aus mit der Idee für den Entwurf einer weltweiten kosmopolitischen Föderation, von Immanuel Kant entworfen, von Ihnen, Mr. Rockefeller, unterstützt mit einer Gebäude-Spende für den ersten Versuch, 1920 einen Völkerbund zu gründen.
Haben wir soweit alles richtig verstanden?
Frieden auf Erden, das war das Ziel?


Dürfen wir auch ‘mal ‘was fragen, Mr. Hammarskjöld? ... Waren da eigentlich Afrikaner dabei?

„Liberia und Apartheid-Südafrika gehörten zu den Gründungsmitgliedern des Völkerbundes. Abessinien kam später hinzu ... im Rest von Afrika sassen zu der Zeit noch europäische Siedler und Kolonisten — allerdings nicht mehr Deutsche! Deren Kolonien waren ja an die Siegermächte des Ersten Weltkrieges gefallen, meist als Mandatsgebiete. Die Weimarer Republik wurde erst am 10. September 1926 Mitglied des Völkerbundes und trat am 14. Oktober 1933 unter Hitler wieder aus.”

Der Völkerbund wurde 1946 aufgelöst — den Zweiten Weltkrieg hat er nicht verhindert! Mr. Rockefeller, Sie hatten doch in die Idee investiert — was ging schief?

„Nun, die Idee eines Völkerbundes kommt — wie wir gehört haben — von den Philosophen Europas, aus der Zeit, da das alte Europa die sogenannte Aufklärung erfasste. Immanuel Kants Schrift ‚Zum ewigen Frieden‘ beschrieb erstmals die Idee einer durchgängig friedlichen Gemeinschaft der Völker.
Ein vergleichsweise konkretes Programm zur Umsetzung dieser Forderung fand sich dann, ausgelöst durch die Schrecken des Ersten Weltkriegs, im Vierzehn-Punkte Programm unseres Präsidenten Thomas Woodrow Wilson von 1918. Dieses proklamierte das ‚Selbstbestimmungsrecht der Völker‘ und sah einen Frieden ‚ohne Sieger und Besiegte‘ vor.
Unglücklicherweise trieb Wilson dann die Ratifizierung der Völkerbund-Satzung ohne Konsultation mit unserem Senat voran, der fühlte sich übergangen.
Die Satzung des Völkerbundes war Teil des Versailler Vertrages und dessen Ratifizierung wurde vom Senat im Gegenzug abgelehnt, deshalb wurden meine Vereinigten Staaten von Amerika leider auch nie Mitglied des Völkerbundes ...”

Ihr Vater brachte der Welt das Licht, Sie wollten ihr den Frieden bringen? Und dann dieser Management-Fehler?

REGIE! PROJEKTOR AN!

Was sehen wir auf diesem Schwarz-Weiss-Foto?
Eine triste Waldlandschaft mit laublosen Bäumen. Ein Schienenstrang führt in die Mitte des Bildes. Weit im Hintergrund treffen sich zwei Züge. Vom linken sieht man das Ende, offenbar geparkt in einer langen Linkskurve des Gleises, vom rechten sehen wir den Kopf mit einer Dampflokomotive; er muss kurz vor einer Weiche gestoppt haben, die auf das Hauptgleis führt ...
Was wir tatsächlich sehen, ist eine Weichenstellung der Weltgeschichte ... Wir sehen den Rahmen, in dem im Wald von Compiègne am 11. November 1918 der Waffenstillstand geschlossen wurde, der den Ersten Weltkrieg beendete. Links der Zug des französischen Marschalls Ferdinand Foch, rechts derjenige der deutschen Unterhändler unter der Leitung von Mathias Erzberger.
Und noch ein Bild, knapp zweiundzwanzig Jahre später, schon in Farbe — derselbe Schauplatz, derselbe Eisenbahnwagen ... Hitler hatte darauf bestanden.
Am 22. Juni 1940 wird in Compiègne der Waffenstillstand zwischen dem Deutschen Reich und Frankreich unterzeichnet. Beteiligte sind die Generäle Wilhelm Keitel auf deutscher sowie Charles Huntziger auf französischer Seite.
Was wir tatsächlich sehen, ist eine Weichenstellung in den „totalen Krieg”, der — wie wir schon erfahren haben — unter anderem nützlich war für die ...

REPLAY BITTE!


... Standard Oil und die Chase Bank, die beide von den Rockefellers kontrolliert wurden. Diese Geschäftsbeziehungen dauerten bis nach Beginn des Krieges an; Standard Oil lieferte noch 1942 über die Schweiz Benzin an die Nazis, arbeitete mit den I.G. Farben zusammen, die das Zyklon B für die Todeskammern der Nazis herstellten ...

„Wir sind jetzt auf Seite 104, und ich möchte endlich wissen, woher diese Lautsprecher-Stimmen mit diesen ständigen Beleidigungen kommen!”

Geduld, Mr. Rockefeller — die Geister, die Sie riefen, Sie werden sie so schnell nicht los! ...

REGIE! ACHTUNG:

TUNNELVERBINDUNG ZWISCHEN PUNKTEN DER GESCHICHTE!

Sagt Ihnen eigentlich der Name Carl Leonhard Reinhold etwas, Mr. Rockefeller?


„Ein Zeitgenosse Immanuel Kants!”

Natürlich kennen sie ihn!
Und Du, Dag, kennst ihn bestimmt auch — den grössten Förderer der Ideen Immanuel Kants?
• Ohne ihn keine weltweite Verbreitung der Idee von Friede, Freude, Eierkuchen!
• Ohne ihn keine weltweiten Verschwörer-Theorien — von Umberto Eco bis Dan Brown!

REGIE! Den Roll-Text bitte!


In Wien trat Reinhold 1772 in den Jesuitenorden ein. 1774 erfolgte sein Übertritt in den Barnabitenorden. Er studierte dort Philosophie und Theologie und wurde 1778 Lehrer für Philosophie im Barnabitenkollegium. 1780 wurde er zum Priester geweiht und damit Ordensgeistlicher. 1781 wurde er Mitglied der Freimaurerloge „Zur wahren Eintracht“ in Wien. Im November 1783 floh Reinhold aus dem Wiener Kloster „St. Michael“ nach Leipzig. Anschließend reiste er nach Weimar. Hier fand 1784 sein Übertritt zum protestantischen Bekenntnis statt, was unter der Anregung und Aufsicht Johann Gottfried Herders erfolgte. Im Mai desselben Jahres lernte er Christoph Martin Wieland kennen und wurde Mitarbeiter an Wielands Literaturzeitschrift „Der Teutsche Merkur“. Für diesen verfasste er ab 1786 die „Briefe über die Kantische Philosophie“, die 1790 auch als Buch erschienen und wesentlich zur Popularisierung des Kantianismus beitrugen. 1785 heiratete er Wielands Tochter Sophie Katharina Susanne und wurde sachsen-weimarischer Hofrat. Bereits 1783 war er Illuminat mit dem Namen ‚Decius’ geworden und wurde 1787 ‚Präfekt‘ des Ordens in Jena.

Oh — oh!

Der Illuminatenorden (von lateinisch illuminati: die Erleuchteten) war eine am 1. Mai 1776 vom Philosophen und Kirchenrechtler Adam Weishaupt im bayerischen Ingolstadt gegründete Geheimgesellschaft. Sein Ziel war es, durch Aufklärung und sittliche Verbesserung die Herrschaft von Menschen über Menschen überflüssig zu machen.

Aufklärer Goethe, Aufklärer Herder, Aufklärer Knigge — sie alle waren Illuminati!
Goethe nannte sich Abaris nach einem skythischen Magier, Knigge — den meisten Europäern eher bekannt als Dozent gepflegter Umgangsformen — hiess Philo wie ein jüdischer Philosoph ... Decknamen wie eben bei geheimen Unternehmungen üblich!

Der Illuminatenorden wurde in Bayern 1784/1785 verboten und stellte seine Aktivitäten daraufhin ein.

Leider glaubt das keiner! Sie doch auch nicht, Mr. Rockefeller!

Zahlreiche Mythen und Verschwörungstheorien ranken sich um die angebliche Weiterexistenz des Ordens und seine vermeintlichen Tätigkeiten, wozu unter anderem die Französische Revolution, der Kampf gegen die katholische Kirche und das Streben nach Weltherrschaft gerechnet werden.

TUNNEL-UMKEHR!

Genosse Trotzki, was sagen Sie denn dazu?
Die „rote Kirche” hat den Kampf ja irgendwie schon aufgegeben, jedenfalls in jenen Territorien, die einst zum Beispiel UdSSR oder DDR hiessen.
In allen realsozialistischen Staaten wurde seinerzeit das Wort „Kosmopolit” von den jeweiligen kommunistischen Parteien synonym für „Jude” verwandt. Kosmopolitismus galt als anstössige jüdische Ideologie ... Ist Ihnen bekannt?


28 Bereits in der Volksfront-Ideologie der KPD-Führung in der Zeit des Nationalsozialismus war kosmopolitisch negativ mit Fiktionen des Jüdischen besetzt. In Meyers Neues Lexikon der DDR hieß es: Kosmopolitismus: 1. unwissenschaftliche, äußerst reaktionäre Ideologie der imperialistischen Bourgeoisie, die in verschiedenen Spielarten auftritt. Der K. verlangt den Verzicht auf das Recht der Nationen auf Selbstbestimmung, auf staatliche Unabhängigkeit und Souveränität ... Er wird bes. vom amerikanischen ... Imperialismus propagiert, deren Expansionsbestrebungen er apologetisch mit „allgemein menschlichen Interessen” zu verschleiern sucht. Der K. ist eine demagogische, historisch unwahre Kritik der angeblich „überlebten” und „egoistischen” Ideen der nationalen Souveränität ... Die Kehrseite des K. ist der bürgerliche Nationalismus. K. und Nationalismus sind dem proletarisch-sozialistischen Internationalismus und Patriotismus völlig entgegengesetzt ...

„Verzicht auf das Recht der Nationen auf Selbstbestimmung, auf staatliche Unabhängigkeit und Souveränität.”
Als du deinen Job antratest, Dag, hast du dich da als Chef einer Art Weltregierung gesehen?


2 Jemand gab mir das Weberschiff in die Hand. Jemand hat die Fäden geordnet.


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