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TAZARA ... mit der Eisenbahn durch die Weltgeschichte © KJS / 2009
Viehwagen der Deutschen Reichsbahn "Der Zug", ARD-TV - Auschwitz-Ausstellung Linz
Station 29  



— ratenco — ratenco — ratenco ...

„Nun, Mr. Rockefeller, was haben jene rostbraunen da am Ende des blauen TAZARA-Express zu suchen?“
„Das sind ja Vieh-Waggons!“

Europe meets — Africa! — Latin America! — Asia! — Australia!

Keine Eisenbahn-Nostalgie mehr auf einem dieser Kontinente ohne Erinnerung an die rostbraunen Vieh-Waggons!

„Arbeit macht frei”!

Wir sind nicht die „Erste”, nicht die „Zweite”, nicht die „Dritte Internationale”, Genosse Trotzki!
Wir „Wissenden Stimmen“ sind auch nicht die „Vierte Internationale”, Mr. Rockefeller!
Hallo, Mr. Kissinger — wo immer Sie gerade einen Dreissigtausend-Dollar-Vortrag halten mögen ...
... wir sind die Geister, die Sie nicht mehr loswerden
... wir sind die Malträtierten des Ludlow-Massakers
... wir sind die Malträtierten des St. Petersburg-Massakers
... wir sind die Geister der Toten in Chile, im Kongo, in Indochina, im Irak ...
... wir sind die „Internationale der Malträtierten”
... mit Gastrecht in diesen Viehwaggons, gewährt …
von Juden und von Christen …
von Schwulen und von Kommunisten …
von Gewerkschaftern und von Krüppeln ...

REGIE! FILM AB!


DER LETZTE ZUG
Deutschland, Tschechien 2006
Verleih: Concorde Filmverleih GmbH
Regie: Joseph Vilsmaier, Dana Vávrová
Drehbuch: Stephan Glantz
nach einer Geschichte von Art Bernd
Darsteller: Gedeon Burkhard, Lale Yavas, Lena Beyerling,
Juraj Kukura, Sibel Kekilli
Laufzeit: 123 min

Die Dinge ereignen sich, dann werden sie zur Geschichte. Von Historikern/innen wird Geschichte aus Quellen rekonstruiert. Geschichte wird aber auch in vielen Geschichten konstruiert, etwa von Dichtern und den Medien. Der Film „Der letzte Zug” erzählt so eine Geschichte. Es ist die des letzten Judentransports von Berlin nach Auschwitz im April 1943.

DER HINTERGRUND

In der Zeit der nationalsozialistischen Diktatur von 1933 bis 1945 verantworteten die Entscheidungsträger und Funktionäre der Deutschen Reichsbahn, die dem Reichsverkehrsministerium unterstellt war, den Transport von mehreren Millionen Menschen in westeuropäische Durchgangslager und osteuropäische Ghettos, in Konzentrations- und Vernichtungslager, zu den Mordstätten in der Nähe der lettischen Hauptstadt Riga oder nach Minsk in Weißrussland. Schätzungen zufolge wurden allein zwischen 1941 und 1945 etwa drei Millionen Menschen mit Zügen der Deutschen Reichsbahn in den Tod geschickt.
In der Betriebsabteilung der Reichsbahn wurden die Fahrpläne für diese Transporte ausgearbeitet. Die Deportationen erfolgten mit Sonderzügen und mit Waggons, die zum Teil auch an Züge des regulären Personenverkehrs angehängt werden konnten, je nach Umfang der zu verfrachtenden Menschen.
Die Reichsbahn legte den üblichen Fahrtarif von vier Reichspfennig pro Person und Schienenkilometer zugrunde, für Kinder wurde ein verbilligter Fahrpreis in Rechnung gestellt. Bei der Belegung eines Zuges mit mindestens 400 Menschen galt ein ‚Rabatt‘ von 50 Prozent. Die Kosten für den jeweiligen Transport wurden aus den konfiszierten Mitteln der Deportierten gedeckt. Es war ein rentables Geschäft für die Deutsche Reichsbahn, da Juden aus ganz Europa verschleppt wurden, die weite Fahrtwege zurücklegen mussten. 560 Kilometer Entfernung liegen zwischen Auschwitz und Berlin, etwa 1000 Kilometer zwischen Auschwitz und Frankfurt am Main. Zudem waren die Züge völlig überfüllt, 1000 bis 2000 Menschen wurden in den Waggons während eines einzigen Transports zusammengepfercht. Der Transport erfolgte anfangs in Güter- oder Personenwagen, schließlich sogar in Viehwaggons ...


Diese Vieh-Waggons können von der Geschichte nie mehr abgehängt werden!

Wir arbeiten hier!

Wir machen uns frei!


— ratenco — ratenco — ratenco ...

Was, bitte, hat das alles mit uns zu tun, Mädels?

Jetzt sollen da noch Viehwagen am Zug hängen, hoffentlich haben sie dafür nicht unseren Container aus Dubai abgehängt!

REGIE! Audio bitte!

16

Wacht auf!
Wacht auf, — denn eure Träume sind schlecht!
Bleibt wach, — weil das Entsetzliche näher kommt.

Auch zu dir kommt es, der weitentfernt wohnt
von den Stätten, wo Blut vergossen wird,
auch zu dir und deinem Nachmittagsschlaf,
worin du ungern gestört wirst.
Wenn es heute nicht kommt, kommt es morgen,
aber sei gewiß.

"Oh, angenehmer Schlaf
auf dem Kissen mit roten Blumen,
einem Weihnachtsgeschenk von Anita, woran sie drei Wochen gestickt hat,
oh, angenehmer Schlaf,
wenn der Braten fett war und das Gemüse zart.
Man denkt im Einschlummern an die Wochenschau von gestern abend:
Osterlämmer, erwachende Natur, Eröffnung der Spielbank in Baden-Baden,
Cambridge siegte gegen Oxford mit zweieinhalb Längen,
das genügt, das Gehirn zu beschäftigen.

Oh, diese weichen Kissen, Daunen aus erster Wahl!
Auf ihm vergißt man das Ärgerliche der Welt, jene Nachricht zum Beispiel:
Die wegen Abtreibung Angeklagte sagte zu ihrer Verteidigung:
Die Frau, Mutter von sieben Kindern, kam zu mir mit einem Säugling,
für den sie keine Windeln hatte und der
in Zeitungspapier gewickelt war.
Nun, das sind Angelegenheiten des Gerichtes, nicht unsre.
Man kann dagegen nichts tun, wenn einer etwas härter liegt als der andre.
Und was kommen mag, unsere Enkel mögen es ausfechten."

Ach, du schläfst schon? Wache gut auf, mein Freund!
Schon läuft der Strom in den Umzäunungen, und die Posten sind aufgestellt.

Nein, schlaft nicht, während die Ordner der Welt geschäftig sind!
Seid mißtrauisch gegen ihre Macht, die sie vorgeben für
euch erwerben zu müssen.
Wacht darüber, daß eure Herzen nicht leer sind, wenn mit
der Leere eurer Herzen gerechnet wird!
Tut das Unnütze, singt die Lieder, die man aus eurem Mund nicht erwartet!
Seid unbequem, seid Sand, nicht das Öl im Getriebe der Welt!


Hallo! Wir würden gerne wissen, warum wir jetzt schon seit einer Stunde nicht mehr fahren!

Brauchen wir dafür einen Kissinger oder die CIA?

Sie hörten soeben das Schlussgedicht aus einem der bekanntesten deutschsprachigen Hörspiele.

Die Ursendung von Günter Eichs Radiosendung „Träume“ am 19. April 1951 begann um 20.50 Uhr, etwas später als gewöhnlich, „weil man die Kinder schon in den Betten wissen“ wollte. Eine „mörderische Angelegenheit“ sollte es laut „Spiegel“-Vorbericht werden, und tatsächlich schien es dies für manche zu sein.
Der Nordwestdeutsche Rundfunk in Hamburg erhielt wütende Telefonanrufe und Beschwerdebriefe: „Wir haben da eben Ihr Hörspiel gehört, von dem Eich. Kann man den Mann nicht einsperren?“
Fünf Szenen geben fünf Albträume wieder. Die Szenen spielen je in einem der fünf Kontinente, und vor jeder wird in der nüchternen Sprache einer Nachricht von einem harmlosen Menschen berichtet, der den jeweils folgenden Albtraum erleidet.
Im Zweiten Traum findet sich eine Menschengruppe in einem Viehwaggon auf einer nicht endenden Zugfahrt, in einer nicht endend wollenden Debatte darüber, wer für ihr Schicksal Verantwortung tragen mag.

„Vermutlich werden die angenehmen Träume dieser Welt von Schurken geträumt.“


...

Ist die Lok kaputt, oder was?

Wir bauen um! Träumen Sie doch solange!




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