© KJS / 2007

Einführung
Vorwort
Kapitel 01
Kapitel 02
Kapitel 03
Kapitel 04
Kapitel 05
Kapitel 06
Kapitel 07
Kapitel 08
Kapitel 09
Kapitel 10
Kapitel 11
Kapitel 12
Kapitel 13
Kapitel 14
Kapitel 15
Kapitel 16
Kapitel 17
Kapitel 18
Kapitel 19
Kapitel 20
Kapitel 21
Kapitel 22
Kapitel 23
Kapitel 24
Kapitel 25
Kapitel 26
Kapitel 27
Kapitel 28
Kapitel 29
Kapitel 30
Kapitel 31
Kapitel 32
Kapitel 33
Kapitel 34
Kapitel 35
Kapitel 36
Kapitel 37
Kapitel 38
Kapitel 39
Kapitel 40

 
TAZARAmit der Eisenbahn durch die Zeitgeschichte © KJS / 2008
Bilderberg schliesst die Öffentlichkeit aus - Quelle: bilderberg
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Diese erlauben eigene, weiterführende Recherchen.

KAPITEL 12

SCHÜLER 2:
Es gibt noch einen weiteren Bezugspunkt zu Frankreich: Albert Schweitzers Grossneffe Louis Schweitzer war von 1992 - 2005 Vorstandsvorsitzender des französischen Automobilkonzerns Renault ... Und mit diesem Namen gibt es eine interessante Weichenstellung zum nächsten Friedensnobelpreisträger, dessen "Ich" wir auftragsgemäss untersuchen sollten.
Der Name des Vorstandvorsitzenden von Renault, Louis Schweitzer, taucht als Teilnehmer einer globalen Konferenz von Spitzenpolitikern, Konzernchefs und Medienbossen auf, die seit 1954 jedes Jahr irgendwo auf der Welt unter strengster Geheimhaltung stattfindet. Sein Name findet sich auf der Teilnehmerliste der Konferenz des Jahres 2002, die vom 30. Mai bis zum 2. Juni in Chantilly, Virginia, U.S.A., unter anderem darüber beriet, wie die Weltmeinung dazu gebracht werden könnte, zum Sturz des irakischen Staatschefs Saddam Hussein einen zweiten Kriegsgang zu akzeptieren.
Auf der Teilnehmerliste steht auch der Name von Henry Kissinger. Er ist einer der ständigen Organisatoren der Bilderberg-Konferenz ...

MULTIMEDIA-ANWENDUNG:


BBC / WORLDSERVICE
1700 BST 30May2002
(Anmoderation): An diesem Wochenende treffen sich in einem luxuriösen Hotel ausserhalb Washingtons die heimlichen Regenten Europas mit ihren amerikanischen Partnern — das jedenfalls ist es, was einige Leute glauben. Heute beginnt hier das jährliche Treffen der Bilderberg-Gruppe.
Nie davon gehört? Genau darum geht es! Offiziell wird es als eine private Versammlung bezeichnet, aber mit einer Gästeliste, auf der die Magnaten europäischer und amerikanischer Konzerne stehen, Spitzenpolitiker und ein paar handverlesene Intellektuelle, ist dies eine der einflussreichsten Organisationen auf dem Planeten. Bill Hayton hat versucht, mehr herauszufinden.
(Zuspiel 1: sinistre Musik)
Ein paar Kilometer ausserhalb Washingtons liegt das Westfields Marriott Hotel, ein exklusiver Ort mit ungefähr fünf Golfbahnen. Dieses Wochenende ist ausgebucht — es ist unmöglich, ein Bett zu bekommen, oder eine Runde Golf zu spielen. Das ist so, weil sich hier etwa einhundertzwanzig der wichtigsten Menschen der Welt zum jährlichen Treffen der Bilderberg-Gruppe einfinden — allerdings nicht nach dem Wissenstand des Hotel-Managements ...
(Zuspiel 2: Westfield Marriot - Telefon-Klingelton)
"Executive Office"
"Meine Name ist Bill Hayton vom BBC World Service. Ich würde gerne mehr über das grosse Ereignis erfahren, das an diesem Wochenende in Ihrem Hotel stattfindet. Können sie mir sagen, worum es geht?"
"Nun, es gibt ein paar Hochzeiten ..."
"Aber, da ist doch auch eine grosse Konferenz angesetzt?"
"Davon ist mir nichts bekannt."
"Also, nichts organisiert von der Bilderberg-Gruppe?"
"Verzeihung — von wem?"
"Von der Bilderberg-Gruppe."
"Ich habe nicht ‘mal eine Ahnung, wer das ist."
Und so ergeht es den meisten Leuten — doch im vergangenen Jahr gehörten zu den Gästen dieser obskuren Organisation unter anderen die Vorsitzenden von ABB, France Telecom, der Deutschen Bank, verschiedene Kommissare der Europäischen Union, Chefs von Zentralbanken, Chefredakteure einflussreicher Zeitungen, der Generalsekretär der NATO sowie die Königinnen Spaniens und der Niederlande.
Viele Menschen unterstellen, dass Bilderberg, benannt nach dem holländischen Hotel, in dem 1954 das erste Treffen stattfand, eine globale Verschwörung ist.
Der britische Journalist Jon Ronson, der als erster mit seinem einschlägiges Buch Bilderberg in’s Gespräch brachte, sagt, es ist nicht ganz so schlimm, aber nichtsdestoweniger interessant.
(Zuspiel 3: Ronson)
"Ich bin eine Art halber Verschwörungstheoretiker wenn es um Bilderberg geht, denn ich glaube, sie würden sich nicht jedes Jahr zu so einer extrem teuren internationalen Konferenz treffen, bei der alle Mühe aufgewandt wird, die Presse aussen vor zu lassen, wirklich im Geheimen zusammen zu sein, und die mächtigsten Personen einzuladen, wenn es sich bloss darum handelte — wie behauptet wird — ein bisschen Konservation zu betreiben und ein bisschen Golf zu spielen. Ich denke, sie haben einigen Einfluss auf das, was in der Welt vor sich geht, obwohl es vielleicht nicht so viel ist, wie manche glauben."
Dennoch, mit Themen auf der Tagesordnung wie die Zukunft der Europäischen Union, ein möglicher Krieg im Irak und die Ausweitung des freien Handels, sollten wir da nicht ein bisschen mehr über das wissen, was da vor sich geht? Ich wandte mich an das Bilderberg-Büro, aber unglücklicherweise war niemand zu erreichen.
Sollte sich also Ihr Boss für ein paar Tage zum Golfspielen abgemeldet haben, könnten Sie ihn oder sie vielleicht fragen, ob das irgendwo in der Nähe von Chantilly in Virginia war, und ob er oder sie weiss, was in Zukunft auf uns zukommen mag. Aber, wahrscheinlich wird er oder sie es Ihnen sowieso nicht erzählen.
(Zuspiel 4: sinistre Musik)
Das war Bill Hayton für "Europe Today"


Von Anfang an hat Bilderberg die Integration europäischer Nationen in die "Vereinigten Staaten von Europa" gefördert, jedoch nicht bestimmt durch gewählte Vertreter, sondern durch ernannte "Kommissare", von denen angenommen werden kann, dass sie im Interesse von Banken und grossen Unternehmungen handeln. Das ist nichts Neues. Multinationale Konzerne mit Sitz in Europa, wie Philips und Volvo haben beim Entwurf der Superstrukturen für einen Europäischen Staat einen wesentlichen Anteil gehabt.
In Europa arbeitet der "Europäische Runde Tisch der Industriellen" oder E.R.T. als unternehmerische Lobby-Gruppe zusammen mit den nicht gewählten Europäischen Kommissionen am Entwurf von Gesetzgebungen. Das Europäische Parlament hat nur die Chance, solche Initiativen abzunicken oder sie zu verzögern.
Das Wachstum der Euro-Währung war für Bilderberg immer eine Priorität, wobei geplant ist, den Euro dem Dollar anzupassen, sobald alle EU-Nationen sich dem Versuch angeschlossen haben, de facto eine Weltwährung zu kreieren.
Die Konferenzen begannen 1954 mit dem Ex-SS-Mann Prinz Bernhard der Niederlande, der Bilderbergs erster Vorsitzender war. Nach dem Lockheed-Skandal im Jahr 1975 trat Bernhard zurück, aber seine Tochter, Königin Beatrix, nimmt nach wie vor regelmässig an den Konferenzen teil.
Seit dem Zweiten Weltkrieg hat Bilderberg entscheidend an einer Politik mitgewirkt, die — zusammen mit der NATO — Europa und den ganzen Kontinent von Eurasia dem bislang grössten Einfluss amerikanischer Aussenpolitik unterworfen hat.
Die Tagesordnung von Bilderberg wird festgelegt, und die Einladungsliste wird entworfen von einem kleinen Steuerungskomittee, dem Henry Kissinger, David Rockefeller sowie handverlesene Vertreter aus jeder bedeutenden Wirtschaftsnation der westlichen Welt angehören ...


Press Releases
The Bilderberg Group: global conspiracy or force for good?
Exclusive BBC interview reveals the answers
Category: World Service - Date: 27.09.2005
Geheimnisse der Bilderberg-Gruppe — jener schattenhaften Versammlung von westlichen Spitzen aus Politik, Geschäft, Banken- und anderen Kreisen, die sich einmal jährlich hinter verschlossenen Türen treffen, um Weltereignisse zu diskutieren — sind in einem exklusiven BBC-Interview mit ihrem Vorsitzenden enthüllt worden.
Etienne Davignon, 73 — ein ehemaliger belgischer Diplomat und früherer Europäischer Kommissar — wies Behauptungen zurück, die Bilderberg-Gruppe sei Teil einer globalen Verschwörung zur Beherrschung der Welt durch eine selbsternannte Elite, die an Hebeln der Macht sitzt.
"Jenen, die sagen, dies sei eine geheime Regierung, erwidere ich, wenn wir eine geheime Weltregierung wären, dann müssten wir uns dafür mächtig schämen." So in einem seltenen Interview, das er Bill Hayton gab, und das am 29. September (2005) ausgestrahlt wird als Teil der BBC World Service-Serie "Wer bestimmt deine Welt?" ...
"Ich denke nicht, dass wir eine globale regierende Klasse sind, denn nach meiner Überzeugung existiert eine solche Klasse nicht. Es ist einfach so, dass Leute mit Einfluss daran interessiert sind, mit anderen Leuten zu sprechen, die Einfluss haben.
Bilderberg versucht nicht, Lösungen zu erreichen — es wird nicht gesagt ‘Wir sollten das und das tun’ ... jedermann geht weg mit seiner eigenen Meinung, und das erlaubt eine völlig offene und freimütige Debatte — mit der Möglichkeit, zu erkennen, wo es Differenzen gibt.
Gesunder Menschenverstand weiss: Geschäft beeinflusst die Gesellschaft, Politik beeinflusst die Gesellschaft. Aber es ist nicht so, dass das Geschäft demokratisch gewählten Führern das Recht streitig macht, zu führen."
Um Beispiele gebeten, wie eine Bilderberg-Diskussion geholfen habe, die Blockade in einer internationalen Angelegenheit aufzuheben, nannte Davignon den Irak.
"Beziehungen zwischen einigen europäischen Ländern standen nicht zum Besten — doch die Tatsache, dass die Geschäftswelt signalisierte, sie werde dadurch nicht von ihren langfristigen Zielen abgelenkt, war ein hilfreiches Element." ...

"Wir sind wieder beim ‘Menetekel’ angelangt, wie es scheint — bei Belsazars ‘Schrift an der Wand’ im Land zwischen Euphrat und Tigris ..."

Dag — entschuldige! Wir haben ja ganz vergessen, dass du der erste bei uns an Bord warst, der sich mit einem Friedensnobelpreis schmücken konnte — äh — hätte schmücken können.
Dir war er posthum verliehen worden, noch im selben Jahr, da du aus dem Himmel Afrikas stürztest! Du hattest gar keine Gelegenheit, dich dazu zu äussern ...
Zu Beginn deiner Amtszeit hatten dir viele nicht die Härte zugetraut, die wohl zur Lösung internationaler militärischer Konflikte erforderlich ist.
1955 wich die Skepsis dem Respekt. Nach dem Koreakrieg hielten chinesische Kommunisten amerikanische Flieger gefangen. Zwei Wochen lang verhandeltest du in Peking, um Mao Tse-tung zur Freigabe zu bewegen. Erfolglos wie es schien. Du musstest unverrichteter Dinge abreisen. Wenige Wochen später erfüllte dir China die Bitte. Dem chinesischen Gesandten in Schweden hattest du gesagt, die Freilassung sei dein größter Geburtstagswunsch ...


Heute ist uns — Gott und mir — etwas gelungen. Besser gesagt: Gott war es, der baute, und ich stand unten mit dem Malereimer und rief zu ihm hinauf.
(1)

Wirst du uns sagen, ob du ihn angenommen hättest, den Friedensnobelpreis?

"Nun, ich fühle mich wohl unter den jungen Leuten hier, und ich bin beeindruckt von ihrem journalistischen Gespür. Vielleicht kann ich ein wenig aushelfen mit ein paar Einschätzungen aus meiner Erfahrung ...
Sehen Sie, auch die BBC scheint nicht begriffen zu haben, was dieser Bilderberg-Vorsitzende tatsächlich bestätigt hat, jedenfalls ist seine Äusserung seinerzeit nicht in ihrer ganzen Bedeutung kommentiert worden.
Bei der Bilderberg-Konferenz des Jahres 2002 in Chantilly im amerikanischen Bundesstaat Virginia haben nach seinen Worten dort anwesende Steuerleute der globalen Wirtschaft grünes Licht für einen zweiten Krieg gegen den Irak gegeben!
Monsieur Davignon hat sich ausdrücklich auf den Irak bezogen, als er davon sprach, die Beziehungen zwischen einigen europäischen Ländern seien nicht die besten in der Welt gewesen — ich schlage den jungen Rechercheuren vor, das noch einmal in der originalen englischen BBC-Veröffentlichung vorzuführen — können wir das noch einmal bekommen?"

MULTIMEDIA-ANWENDUNG:

Asked for examples of how a discussion at Bilderberg had helped end a blockage on an international issue, Davignon said that over Iraq, "Relations between some European countries were not the best in the world - (but) the fact that the business community felt they would not be distracted from their long-term strategy in relation to this was a useful element."

"Nun, es ist ganz klar: er bezieht die ‘schlechten Beziehungen zwischen einigen europäischen Staaten’ auf das Thema Irak. Gesichert ist die Tatsache, dass die Irak-Frage auf der Tagesordnung der Bilderbeg-Gruppe bei ihrem Treffen im Jahr 2002 stand.
Was Monsieur Davignon in dem BBC-Interview von 2005 tatsächlich mitteilte, ist: die Blockade jener europäischen Länder, die ein militärisches Vorgehen gegen den Irak nicht wünschten, sei dadurch beendet worden, dass Führer der Geschäftswelt signalisiert hätten, i h r e langfristigen Ziele würden dadurch nicht beeinträchtigt!
Die Bilderberg-Gruppe hatte im September 2002 getagt. Schon Ende desselben Jahres verlegten die U.S.A. und Grossbritannien Truppen in die Golfregion, um die Invasion des Irak vorzubereiten.
Gemäss der UN-Charta ist der Einsatz militärischer Gewalt nur im Falle einer Befugnis durch den Sicherheitsrat als legitim anzusehen. Diese Befugnis erfolgte nicht!
Dennoch begann die Invasion im März 2003 ohne offizielle Kriegserklärung — ein halbes Jahr nach dem Bilderberg-Treffen in den U.S.A...
Die Invasion endete im April desselben Jahres mit der Kapitulation der irakischen Streitkräfte. Dies hatte jedoch keineswegs die Befreiung des Landes und die Einstellung der Kampfhandlungen zur Folge, da das Land nun von Streitkräften der U.S.A., Grossbritanniens sowie der Bündnispartner einer sogenannten ‘Koalition der Willigen’ besetzt wurde.
Zu den ‘Unwilligen’ gehörten einige enge Verbündete der U.S.A., wie etwa Deutschland und Frankreich, aber auch Belgien, sowie neutrale Staaten wie Österreich. Sie stellten sich einer militärischen Intervention entgegen, obwohl sie das irakische Regime sehr ähnlich beurteilten. Hauptbegründungen für diesen Schritt waren die fehlende völkerrechtliche Legitimation und der fehlende Nachweis für eine Bedrohung durch irakische Massenvernichtungswaffen ...
An der Tagung der Bilderberg-Gruppe im September 2002 hatte übrigens auch der amerikanische Verteidigungsminister Donald Rumsfeld teilgenommen — vier Positionen vor Louis Schweitzer auf der Namensliste, die von der Schüler-Arbeitsgemeinschaft hier schon zitiert worden ist ...
Da Henry Kissinger zu dem kleinen Komittee gehört, das für Bilderberg jährlich die Liste der Einzuladenden zusammenstellt, muss er bei Donald Rumsfeld über seinen eigenen Schatten gesprungen sein, denn spätestens seit 1976 waren beide, wie man auf deutsch sagt, ‘Spinnefeind’. Damals hatte Rumsfeld als Verteidigungsminister von Gerald Ford den kometenhaften Aufstieg von Henry Kissinger im Weissen Haus unter anderem mit Mitteln des Rufmordes gestoppt, um dessen Positionen mit Leuten seines Vertrauens zu besetzen ..."

SCHÜLER 3:
Im Rahmen unseres Auftrages, auch die Materie dieses Friedensnobelpreisträger zu untersuchen, können wir ein paar passende Recherche-Ergebnisse liefern!

MULTIMEDIA-ANWENDUNG:


Rumsfeld caught dining with Kissinger
RAW STORY
Originally published on Monday December 12, 2005
Verteidigungsminister Donald Rumsfeld und Präsident Nixons ehemaliger Aussenminister sowie Politik-Architekt des Vietnam-Krieges, Henry Kissinger, wurden vergangenen Donnerstag beim gemeinsamen Abendessen in Washingtons Bistro ‘Bis’ gesehen ...
Der frühere Aussenminister kam zuerst an und wartete gute fünfzehn Minuten auf Rummy. Während dieser Zeit bestellte er sich als Drink eine ‘Virgin Mary’. (Wer weiss, Kissinger wollte vielleicht nüchtern bleiben, um sich an den Moment erinnern zu können, zu dem Rumsfeld sich eventuell für den Anwurf vor längerer Zeit entschuldigen würde, Kissinger sei zu langsam, um sich aus Vietnam zurückzuziehen.)
Rummy trank Weisswein, und es schien, beide hatten ein "brüderliches, nettes, entspanntes Abendessen", so berichtete Angela Phelps, Direktorin für Öffentlichkeitsarbeit bei ‘Regnery Publishing’, die am nächsten Tisch sass. Phelps sagte, als beide aufstanden, um ‘Bis’ zu verlassen, seien sie fast von Leuten überrannt worden, die Bilder knipsen und quatschen wollten.
Es wurde deutlich, dass Anhänger von Rumsfeld bei ‘Bis’ zu Abend essen. Einer seiner früheren Mitarbeiter im Kongress, hielt Rumsfeld zurück, um ihm zu sagen, wie sehr er die Anstrengungen seines Ministeriums im Irak unterstütze und schätze.
Phelps machte klar, dass sie genauso denkt. Sie sagte Rumsfeld, dass ihre Mutter aus dem Irak stamme, und dass ihr Vater dreissig Jahre in der Armee gedient habe, sie alle seien grosse Fans von Rummy ...


"Clever! Wenn man sich auf diesem Niveau von Machtausübung befindet, gibt es nicht mehr private Abendessen in einem öffentlichen Restaurant. Es gibt nur Drehbücher dafür. Das hier scheint Rumsfelds Lager geschrieben zu haben.
Und ... in den Vereinigten Staaten von Amerika gibt es keine originalen Amerikaner, sondern nur Einwanderer — wenn man von den durch diese Einwanderer eingerichteten Reservaten für Indianer absieht, und davon, dass Vorfahren der schwarzen Amerikaner nicht freiwillig einwanderten.
Henry Kissinger, Donald Rumsfeld, aber auch Mr. John D. Rockefeller Jr. bei uns hier haben zum Beispiel ihre Wurzeln in Deutschland ... das ist doch richtig, Mr. Rockefeller?"

"Nun, wie Sie wissen, sind wir Amerikaner stolz auf unsere Vorfahren in Übersee. Es gibt ja nicht bloss bei schwarzen Amerikanern den Trend, nach eigenen Wurzeln zu fahnden, auch wenn das im Mittelpunkt des Medieninteresses stand, seit ‘ROOTS’ ein Bestseller war ..."

"Es ist wenige Wochen her, da wurde weltweit der Tatsache gedacht, dass vor zweihundert Jahren, am 25. März 1807, durch ein Gesetz des britischen Parlaments der Handel mit Sklaven aus Afrika verboten wurde ... Die einen kamen nach Amerika als Sklaven, die anderen als Herren?"

"Motivation für die Auswanderer aus Europa war damals meist wirtschaftliche Not, selten Pioniergeist, das sollten Sie wissen, Mr. Hammarskjöld, denn auch viele Schweden waren davon betroffen!
Unser erster belegter Vorfahre ist Goddart Rockenfeller, geboren 1590 in Fahr, heute Neuwied. Unsere Genealogen haben herausgefunden, dass der Name eine Herkunftsbezeichnung ist, die sich von dem Namen der Siedlung Rockenfeld ableitet, 1280 erstmals urkundlich erwähnt als Rukenvelt, wegen der Lage auf dem ersten Höhenrücken zwischen Rhein und Westerwald ..."

SCHÜLER 1:
Heute gehört Rockenfeld zum Neuwieder Stadtteil Feldkirchen; der Ort wurde aufgegeben, 1995 wurde das letzte Haus abgerissen.
Goddarts Enkel Johann Peter (* 1682, † 1763) und sein Urenkel Johann Thiell (* 1695, † 1769) wanderten mit ihren Familien nach New Jersey und New York aus. Dort nannten sie sich Rockefeller ...
Und Ihr Sohn, Mr. Rockefeller, derjenige, der nach dem Ludlow-Massaker von 1915 geboren wurde, David Rockefeller, ist ja zu einem der einflussreichsten Bankiers der Welt geworden. In unserem Zusammenhang interessant: neben Henry Kissinger ist er bei der Bilderberg-Gruppe ebenfalls zuständig für die Auswahl der Gäste ... und er ist natürlich selber immer wieder Teilnehmer.
Doch, Mr. Hammarskjöld, es gilt noch zu klären, was im Verhältnis zwischen Rumsfeld und Kissinger passiert war, bevor sich beide medienwirksam in einem Restaurant trafen.
Drei Jahre vor jenem denkwürdigen Abendessen im Washingtoner ‘Bis’, hatte US-Präsident George W. Bush Henry Kissinger beauftragt, die Untersuchung zu leiten, mit der mögliches Fehlverhalten amerikanischer Behörden vor und bei den Anschlägen vom 11. September 2001 geklärt werden sollte. Nur einen halben Monat später erklärte Kissinger seinen Rücktritt von dieser Aufgabe.

MULTIMEDIA-ANWENDUNG:


By Adam Entous
WASHINGTON (Reuters)
13December02
Unter Druck geraten wegen möglicher Interessenkonflikte, hat der frühere US-Aussenminister Henry Kissinger unerwartet seinen Rücktritt als Vorsitzender einer unabhängigen Kommission zur Untersuchung möglichen Fehlverhaltens der Regierung bei den Anschlägen vom 11. September erklärt.
"Das ist für mich natürlich ein Moment der Enttäuschung ... Ich hoffe, dass durch meine Entscheidung, jetzt beiseite zu treten, die Kommission ihre Arbeit ohne weitere Kontroverse fortsetzen kann", erklärte Kissinger am Freitag in einem Brief an Präsident George W. Bush, der ihn für diese Spitzenposition nominiert hatte. Die Ankündigung, die dem Rücktritt des früheren demokratischen Senators George Mitchell als Vizepräsident der Kommission folgte, bringt die Untersuchung der Ereignisse vom 11. September völlig durcheinander.
Kissingers Nominierung hatte erhebliche Kontroversen entfacht — wegen der von ihm bestimmten Politik während des Vietnamkrieges, wegen der Bombardierung Kambodschas, und wegen seiner Geschäfte als hochbezahlter privater internationaler Berater. Eine neue Dokumentation behauptet, Kissinger sei ein internationaler Kriegsverbrecher.
Die Kommission aus zehn Mitgliedern sollte mögliche Fehlleistungen von Geheimdiensten, Luftsicherheitseinrichtungen, Einwanderungsbehörden und weiteren Politikbereichen untersuchen, die im Zusammenhang stehen könnten mit den Anschlägen vom 11. September, bei denen mehr als dreitausend Menschen getötet wurden.


"Drei Jahre später: Wir befinden uns mitten im zweiten Irak-Krieg, den Bush und Rumsfeld gegenüber der Weltöffentlichkeit unter anderem mit dem Kampf gegen die Urheber des Terrors vom 11. September 2001 und deren angeblicher Verbindung zu Iraks Diktator Hussein begründet haben. Als Koordinator der Bilderberg-Gruppe und loyaler Akteur der Rockefeller-Interessen kennt Kissinger die wahren Ziele der Bush-Administration: das Öl des Irak und den Versuch, ein neues anglo-amerikanisches Bündnis zu schmieden.
Im selben Jahr ein Dezember-Dinner in Washington: Rumsfeld trifft Kissinger — 'brüderlich, nett, entspannt'!
Was ist passiert? Rumsfeld hat lernen müssen! Mit einem öffentlich zelebrierten Versöhnungsakt unterwirft er sich dem Bilderberg-Paten. Er wird zur Disposition stehen — sogar Bush wird zur Disposition stehen, falls etwas schief geht im Irak — Kissinger hat noch nie zur Disposition gestanden!"

Fortsetzung folgt ...

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