KAPITEL
12
SCHÜLER
2:
Es gibt noch einen weiteren Bezugspunkt
zu Frankreich: Albert Schweitzers
Grossneffe Louis Schweitzer war von 1992
- 2005 Vorstandsvorsitzender des
französischen Automobilkonzerns Renault
... Und mit diesem Namen gibt es eine
interessante Weichenstellung zum
nächsten Friedensnobelpreisträger,
dessen "Ich" wir
auftragsgemäss untersuchen sollten.
Der Name des Vorstandvorsitzenden von
Renault, Louis Schweitzer, taucht als
Teilnehmer einer globalen Konferenz von
Spitzenpolitikern, Konzernchefs und
Medienbossen auf, die seit 1954 jedes
Jahr irgendwo auf der Welt unter
strengster Geheimhaltung stattfindet.
Sein Name findet sich auf der
Teilnehmerliste der Konferenz des Jahres
2002, die vom 30. Mai bis zum 2. Juni in
Chantilly, Virginia, U.S.A., unter
anderem darüber beriet, wie die
Weltmeinung dazu gebracht werden könnte,
zum Sturz des irakischen Staatschefs
Saddam Hussein einen zweiten Kriegsgang
zu akzeptieren.
Auf der Teilnehmerliste steht auch der
Name von Henry Kissinger. Er ist einer
der ständigen Organisatoren der
Bilderberg-Konferenz ...
MULTIMEDIA-ANWENDUNG:
BBC / WORLDSERVICE
1700 BST 30May2002
(Anmoderation): An diesem Wochenende
treffen sich in einem luxuriösen Hotel
ausserhalb Washingtons die heimlichen
Regenten Europas mit ihren amerikanischen
Partnern das jedenfalls ist es,
was einige Leute glauben. Heute beginnt
hier das jährliche Treffen der
Bilderberg-Gruppe.
Nie davon gehört? Genau darum geht es!
Offiziell wird es als eine private
Versammlung bezeichnet, aber mit einer
Gästeliste, auf der die Magnaten
europäischer und amerikanischer Konzerne
stehen, Spitzenpolitiker und ein paar
handverlesene Intellektuelle, ist dies
eine der einflussreichsten Organisationen
auf dem Planeten. Bill Hayton hat
versucht, mehr herauszufinden.
(Zuspiel 1: sinistre Musik)
Ein paar Kilometer ausserhalb Washingtons
liegt das Westfields Marriott Hotel, ein
exklusiver Ort mit ungefähr fünf
Golfbahnen. Dieses Wochenende ist
ausgebucht es ist unmöglich, ein
Bett zu bekommen, oder eine Runde Golf zu
spielen. Das ist so, weil sich hier etwa
einhundertzwanzig der wichtigsten
Menschen der Welt zum jährlichen Treffen
der Bilderberg-Gruppe einfinden
allerdings nicht nach dem Wissenstand des
Hotel-Managements ...
(Zuspiel 2: Westfield Marriot -
Telefon-Klingelton)
"Executive Office"
"Meine Name ist Bill Hayton vom BBC
World Service. Ich würde gerne mehr
über das grosse Ereignis erfahren, das
an diesem Wochenende in Ihrem Hotel
stattfindet. Können sie mir sagen, worum
es geht?"
"Nun, es gibt ein paar Hochzeiten
..."
"Aber, da ist doch auch eine grosse
Konferenz angesetzt?"
"Davon ist mir nichts bekannt."
"Also, nichts organisiert von der
Bilderberg-Gruppe?"
"Verzeihung von wem?"
"Von der Bilderberg-Gruppe."
"Ich habe nicht mal eine
Ahnung, wer das ist."
Und so ergeht es den meisten Leuten
doch im vergangenen Jahr gehörten
zu den Gästen dieser obskuren
Organisation unter anderen die
Vorsitzenden von ABB, France Telecom, der
Deutschen Bank, verschiedene Kommissare
der Europäischen Union, Chefs von
Zentralbanken, Chefredakteure
einflussreicher Zeitungen, der
Generalsekretär der NATO sowie die
Königinnen Spaniens und der Niederlande.
Viele Menschen unterstellen, dass
Bilderberg, benannt nach dem
holländischen Hotel, in dem 1954 das
erste Treffen stattfand, eine globale
Verschwörung ist.
Der britische Journalist Jon Ronson, der
als erster mit seinem einschlägiges Buch
Bilderberg ins Gespräch brachte,
sagt, es ist nicht ganz so schlimm, aber
nichtsdestoweniger interessant.
(Zuspiel 3: Ronson)
"Ich bin eine Art halber
Verschwörungstheoretiker wenn es um
Bilderberg geht, denn ich glaube, sie
würden sich nicht jedes Jahr zu so einer
extrem teuren internationalen Konferenz
treffen, bei der alle Mühe aufgewandt
wird, die Presse aussen vor zu lassen,
wirklich im Geheimen zusammen zu sein,
und die mächtigsten Personen einzuladen,
wenn es sich bloss darum handelte
wie behauptet wird ein bisschen
Konservation zu betreiben und ein
bisschen Golf zu spielen. Ich denke, sie
haben einigen Einfluss auf das, was in
der Welt vor sich geht, obwohl es
vielleicht nicht so viel ist, wie manche
glauben."
Dennoch, mit Themen auf der Tagesordnung
wie die Zukunft der Europäischen Union,
ein möglicher Krieg im Irak und die
Ausweitung des freien Handels, sollten
wir da nicht ein bisschen mehr über das
wissen, was da vor sich geht? Ich wandte
mich an das Bilderberg-Büro, aber
unglücklicherweise war niemand zu
erreichen.
Sollte sich also Ihr Boss für ein paar
Tage zum Golfspielen abgemeldet haben,
könnten Sie ihn oder sie vielleicht
fragen, ob das irgendwo in der Nähe von
Chantilly in Virginia war, und ob er oder
sie weiss, was in Zukunft auf uns
zukommen mag. Aber, wahrscheinlich wird
er oder sie es Ihnen sowieso nicht
erzählen.
(Zuspiel 4: sinistre Musik)
Das war Bill Hayton für "Europe
Today"

Von Anfang an hat Bilderberg die
Integration europäischer Nationen in die
"Vereinigten Staaten von
Europa" gefördert, jedoch nicht
bestimmt durch gewählte Vertreter,
sondern durch ernannte
"Kommissare", von denen
angenommen werden kann, dass sie im
Interesse von Banken und grossen
Unternehmungen handeln. Das ist nichts
Neues. Multinationale Konzerne mit Sitz
in Europa, wie Philips und Volvo haben
beim Entwurf der Superstrukturen für
einen Europäischen Staat einen
wesentlichen Anteil gehabt.
In Europa arbeitet der "Europäische
Runde Tisch der Industriellen" oder
E.R.T. als unternehmerische Lobby-Gruppe
zusammen mit den nicht gewählten
Europäischen Kommissionen am Entwurf von
Gesetzgebungen. Das Europäische
Parlament hat nur die Chance, solche
Initiativen abzunicken oder sie zu
verzögern.
Das Wachstum der Euro-Währung war für
Bilderberg immer eine Priorität, wobei
geplant ist, den Euro dem Dollar
anzupassen, sobald alle EU-Nationen sich
dem Versuch angeschlossen haben, de facto
eine Weltwährung zu kreieren.
Die Konferenzen begannen 1954 mit dem
Ex-SS-Mann Prinz Bernhard der
Niederlande, der Bilderbergs erster
Vorsitzender war. Nach dem
Lockheed-Skandal im Jahr 1975 trat
Bernhard zurück, aber seine Tochter,
Königin Beatrix, nimmt nach wie vor
regelmässig an den Konferenzen teil.
Seit dem Zweiten Weltkrieg hat Bilderberg
entscheidend an einer Politik mitgewirkt,
die zusammen mit der NATO
Europa und den ganzen Kontinent von
Eurasia dem bislang grössten Einfluss
amerikanischer Aussenpolitik unterworfen
hat.
Die Tagesordnung von Bilderberg wird
festgelegt, und die Einladungsliste wird
entworfen von einem kleinen
Steuerungskomittee, dem Henry Kissinger,
David Rockefeller sowie handverlesene
Vertreter aus jeder bedeutenden
Wirtschaftsnation der westlichen Welt
angehören ...

Press Releases
The Bilderberg Group: global conspiracy
or force for good?
Exclusive BBC interview reveals the
answers
Category: World Service - Date:
27.09.2005
Geheimnisse der Bilderberg-Gruppe
jener schattenhaften Versammlung von
westlichen Spitzen aus Politik,
Geschäft, Banken- und anderen Kreisen,
die sich einmal jährlich hinter
verschlossenen Türen treffen, um
Weltereignisse zu diskutieren sind
in einem exklusiven BBC-Interview mit
ihrem Vorsitzenden enthüllt worden.
Etienne Davignon, 73 ein
ehemaliger belgischer Diplomat und
früherer Europäischer Kommissar
wies Behauptungen zurück, die
Bilderberg-Gruppe sei Teil einer globalen
Verschwörung zur Beherrschung der Welt
durch eine selbsternannte Elite, die an
Hebeln der Macht sitzt.
"Jenen, die sagen, dies sei eine
geheime Regierung, erwidere ich, wenn wir
eine geheime Weltregierung wären, dann
müssten wir uns dafür mächtig
schämen." So in einem seltenen
Interview, das er Bill Hayton gab, und
das am 29. September (2005) ausgestrahlt
wird als Teil der BBC World Service-Serie
"Wer bestimmt deine Welt?" ...
"Ich denke nicht, dass wir eine
globale regierende Klasse sind, denn nach
meiner Überzeugung existiert eine solche
Klasse nicht. Es ist einfach so, dass
Leute mit Einfluss daran interessiert
sind, mit anderen Leuten zu sprechen, die
Einfluss haben.
Bilderberg versucht nicht, Lösungen zu
erreichen es wird nicht gesagt
Wir sollten das und das tun
... jedermann geht weg mit seiner eigenen
Meinung, und das erlaubt eine völlig
offene und freimütige Debatte mit
der Möglichkeit, zu erkennen, wo es
Differenzen gibt.
Gesunder Menschenverstand weiss:
Geschäft beeinflusst die Gesellschaft,
Politik beeinflusst die Gesellschaft.
Aber es ist nicht so, dass das Geschäft
demokratisch gewählten Führern das
Recht streitig macht, zu führen."
Um Beispiele gebeten, wie eine
Bilderberg-Diskussion geholfen habe, die
Blockade in einer internationalen
Angelegenheit aufzuheben, nannte Davignon
den Irak.
"Beziehungen zwischen einigen
europäischen Ländern standen nicht zum
Besten doch die Tatsache, dass die
Geschäftswelt signalisierte, sie werde
dadurch nicht von ihren langfristigen
Zielen abgelenkt, war ein hilfreiches
Element." ...
"Wir sind wieder beim
Menetekel angelangt, wie es
scheint bei Belsazars
Schrift an der Wand im Land
zwischen Euphrat und Tigris ..."
Dag
entschuldige! Wir haben ja ganz
vergessen, dass du der erste bei uns an
Bord warst, der sich mit einem
Friedensnobelpreis schmücken konnte
äh hätte schmücken
können.
Dir war er posthum verliehen worden, noch
im selben Jahr, da du aus dem Himmel
Afrikas stürztest! Du hattest gar keine
Gelegenheit, dich dazu zu äussern ...
Zu Beginn deiner Amtszeit hatten dir
viele nicht die Härte zugetraut, die
wohl zur Lösung internationaler
militärischer Konflikte erforderlich
ist.
1955 wich die Skepsis dem Respekt. Nach
dem Koreakrieg hielten chinesische
Kommunisten amerikanische Flieger
gefangen. Zwei Wochen lang verhandeltest
du in Peking, um Mao Tse-tung zur
Freigabe zu bewegen. Erfolglos wie es
schien. Du musstest unverrichteter Dinge
abreisen. Wenige Wochen später erfüllte
dir China die Bitte. Dem chinesischen
Gesandten in Schweden hattest du gesagt,
die Freilassung sei dein größter
Geburtstagswunsch ...
Heute ist uns Gott und mir
etwas gelungen. Besser gesagt:
Gott war es, der baute, und ich stand
unten mit dem Malereimer und rief zu ihm
hinauf. (1)
Wirst du uns sagen,
ob du ihn angenommen hättest, den
Friedensnobelpreis?
"Nun, ich fühle mich wohl unter den
jungen Leuten hier, und ich bin
beeindruckt von ihrem journalistischen
Gespür. Vielleicht kann ich ein wenig
aushelfen mit ein paar Einschätzungen
aus meiner Erfahrung ...
Sehen Sie, auch die BBC scheint nicht
begriffen zu haben, was dieser
Bilderberg-Vorsitzende tatsächlich
bestätigt hat, jedenfalls ist seine
Äusserung seinerzeit nicht in ihrer
ganzen Bedeutung kommentiert worden.
Bei der Bilderberg-Konferenz des Jahres
2002 in Chantilly im amerikanischen
Bundesstaat Virginia haben nach seinen
Worten dort anwesende Steuerleute der
globalen Wirtschaft grünes Licht für
einen zweiten Krieg gegen den Irak
gegeben!
Monsieur Davignon hat sich ausdrücklich
auf den Irak bezogen, als er davon
sprach, die Beziehungen zwischen einigen
europäischen Ländern seien nicht die
besten in der Welt gewesen ich
schlage den jungen Rechercheuren vor, das
noch einmal in der originalen englischen
BBC-Veröffentlichung vorzuführen
können wir das noch einmal
bekommen?"
MULTIMEDIA-ANWENDUNG:
Asked for examples of how a
discussion at Bilderberg had helped end a
blockage on an international issue,
Davignon said that over Iraq,
"Relations between some European
countries were not the best in the world
- (but) the fact that the business
community felt they would not be
distracted from their long-term strategy
in relation to this was a useful
element."
"Nun, es ist ganz klar: er bezieht
die schlechten Beziehungen zwischen
einigen europäischen Staaten auf
das Thema Irak. Gesichert ist die
Tatsache, dass die Irak-Frage auf der
Tagesordnung der Bilderbeg-Gruppe bei
ihrem Treffen im Jahr 2002 stand.
Was Monsieur Davignon in dem
BBC-Interview von 2005 tatsächlich
mitteilte, ist: die Blockade jener
europäischen Länder, die ein
militärisches Vorgehen gegen den Irak
nicht wünschten, sei dadurch beendet
worden, dass Führer der Geschäftswelt
signalisiert hätten, i h r e
langfristigen Ziele würden dadurch nicht
beeinträchtigt!
Die Bilderberg-Gruppe hatte im September
2002 getagt. Schon Ende desselben Jahres
verlegten die U.S.A. und Grossbritannien
Truppen in die Golfregion, um die
Invasion des Irak vorzubereiten.
Gemäss der UN-Charta ist der Einsatz
militärischer Gewalt nur im Falle einer
Befugnis durch den Sicherheitsrat als
legitim anzusehen. Diese Befugnis
erfolgte nicht!
Dennoch begann die Invasion im März 2003
ohne offizielle Kriegserklärung
ein halbes Jahr nach dem
Bilderberg-Treffen in den U.S.A...
Die Invasion endete im April desselben
Jahres mit der Kapitulation der
irakischen Streitkräfte. Dies hatte
jedoch keineswegs die Befreiung des
Landes und die Einstellung der
Kampfhandlungen zur Folge, da das Land
nun von Streitkräften der U.S.A.,
Grossbritanniens sowie der
Bündnispartner einer sogenannten
Koalition der Willigen
besetzt wurde.
Zu den Unwilligen gehörten
einige enge Verbündete der U.S.A., wie
etwa Deutschland und Frankreich, aber
auch Belgien, sowie neutrale Staaten wie
Österreich. Sie stellten sich einer
militärischen Intervention entgegen,
obwohl sie das irakische Regime sehr
ähnlich beurteilten. Hauptbegründungen
für diesen Schritt waren die fehlende
völkerrechtliche Legitimation und der
fehlende Nachweis für eine Bedrohung
durch irakische Massenvernichtungswaffen
...
An der Tagung der Bilderberg-Gruppe im
September 2002 hatte übrigens auch der
amerikanische Verteidigungsminister
Donald Rumsfeld teilgenommen vier
Positionen vor Louis Schweitzer auf der
Namensliste, die von der
Schüler-Arbeitsgemeinschaft hier schon
zitiert worden ist ...
Da Henry Kissinger zu dem kleinen
Komittee gehört, das für Bilderberg
jährlich die Liste der Einzuladenden
zusammenstellt, muss er bei Donald
Rumsfeld über seinen eigenen Schatten
gesprungen sein, denn spätestens seit
1976 waren beide, wie man auf deutsch
sagt, Spinnefeind. Damals
hatte Rumsfeld als Verteidigungsminister
von Gerald Ford den kometenhaften
Aufstieg von Henry Kissinger im Weissen
Haus unter anderem mit Mitteln des
Rufmordes gestoppt, um dessen Positionen
mit Leuten seines Vertrauens zu besetzen
..."
SCHÜLER 3:
Im Rahmen unseres Auftrages, auch die
Materie dieses Friedensnobelpreisträger
zu untersuchen, können wir ein paar
passende Recherche-Ergebnisse liefern!
MULTIMEDIA-ANWENDUNG:

Rumsfeld caught dining with Kissinger
RAW STORY
Originally published on Monday December
12, 2005
Verteidigungsminister Donald Rumsfeld und
Präsident Nixons ehemaliger
Aussenminister sowie Politik-Architekt
des Vietnam-Krieges, Henry Kissinger,
wurden vergangenen Donnerstag beim
gemeinsamen Abendessen in Washingtons
Bistro Bis gesehen ...
Der frühere Aussenminister kam zuerst an
und wartete gute fünfzehn Minuten auf
Rummy. Während dieser Zeit bestellte er
sich als Drink eine Virgin
Mary. (Wer weiss, Kissinger wollte
vielleicht nüchtern bleiben, um sich an
den Moment erinnern zu können, zu dem
Rumsfeld sich eventuell für den Anwurf
vor längerer Zeit entschuldigen würde,
Kissinger sei zu langsam, um sich aus
Vietnam zurückzuziehen.)
Rummy trank Weisswein, und es schien,
beide hatten ein "brüderliches,
nettes, entspanntes Abendessen", so
berichtete Angela Phelps, Direktorin für
Öffentlichkeitsarbeit bei Regnery
Publishing, die am nächsten Tisch
sass. Phelps sagte, als beide aufstanden,
um Bis zu verlassen, seien
sie fast von Leuten überrannt worden,
die Bilder knipsen und quatschen wollten.
Es wurde deutlich, dass Anhänger von
Rumsfeld bei Bis zu Abend
essen. Einer seiner früheren Mitarbeiter
im Kongress, hielt Rumsfeld zurück, um
ihm zu sagen, wie sehr er die
Anstrengungen seines Ministeriums im Irak
unterstütze und schätze.
Phelps machte klar, dass sie genauso
denkt. Sie sagte Rumsfeld, dass ihre
Mutter aus dem Irak stamme, und dass ihr
Vater dreissig Jahre in der Armee gedient
habe, sie alle seien grosse Fans von
Rummy ...
"Clever! Wenn man sich auf diesem
Niveau von Machtausübung befindet, gibt
es nicht mehr private Abendessen in einem
öffentlichen Restaurant. Es gibt nur
Drehbücher dafür. Das hier scheint
Rumsfelds Lager geschrieben zu haben.
Und ... in den Vereinigten Staaten von
Amerika gibt es keine originalen
Amerikaner, sondern nur Einwanderer
wenn man von den durch diese
Einwanderer eingerichteten Reservaten
für Indianer absieht, und davon, dass
Vorfahren der schwarzen Amerikaner nicht
freiwillig einwanderten.
Henry Kissinger, Donald Rumsfeld, aber
auch Mr. John D. Rockefeller Jr. bei uns
hier haben zum Beispiel ihre Wurzeln in
Deutschland ... das ist doch richtig, Mr.
Rockefeller?"
"Nun, wie Sie wissen, sind wir
Amerikaner stolz auf unsere Vorfahren in
Übersee. Es gibt ja nicht bloss bei
schwarzen Amerikanern den Trend, nach
eigenen Wurzeln zu fahnden, auch wenn das
im Mittelpunkt des Medieninteresses
stand, seit ROOTS ein
Bestseller war ..."
"Es ist wenige Wochen her, da wurde
weltweit der Tatsache gedacht, dass vor
zweihundert Jahren, am 25. März 1807,
durch ein Gesetz des britischen
Parlaments der Handel mit Sklaven aus
Afrika verboten wurde ... Die einen kamen
nach Amerika als Sklaven, die anderen als
Herren?"
"Motivation für die Auswanderer aus
Europa war damals meist wirtschaftliche
Not, selten Pioniergeist, das sollten Sie
wissen, Mr. Hammarskjöld, denn auch
viele Schweden waren davon betroffen!
Unser erster belegter Vorfahre ist
Goddart Rockenfeller, geboren 1590 in
Fahr, heute Neuwied. Unsere Genealogen
haben herausgefunden, dass der Name eine
Herkunftsbezeichnung ist, die sich von
dem Namen der Siedlung Rockenfeld
ableitet, 1280 erstmals urkundlich
erwähnt als Rukenvelt, wegen der Lage
auf dem ersten Höhenrücken zwischen
Rhein und Westerwald ..."
SCHÜLER 1:
Heute gehört Rockenfeld zum Neuwieder
Stadtteil Feldkirchen; der Ort wurde
aufgegeben, 1995 wurde das letzte Haus
abgerissen.
Goddarts Enkel Johann Peter (* 1682,
1763) und sein Urenkel Johann
Thiell (* 1695, 1769) wanderten
mit ihren Familien nach New Jersey und
New York aus. Dort nannten sie sich
Rockefeller ...
Und Ihr Sohn, Mr. Rockefeller, derjenige,
der nach dem Ludlow-Massaker von 1915
geboren wurde, David Rockefeller, ist ja
zu einem der einflussreichsten Bankiers
der Welt geworden. In unserem
Zusammenhang interessant: neben Henry
Kissinger ist er bei der
Bilderberg-Gruppe ebenfalls zuständig
für die Auswahl der Gäste ... und er
ist natürlich selber immer wieder
Teilnehmer.
Doch, Mr. Hammarskjöld, es gilt noch zu
klären, was im Verhältnis zwischen
Rumsfeld und Kissinger passiert war,
bevor sich beide medienwirksam in einem
Restaurant trafen.
Drei Jahre vor jenem denkwürdigen
Abendessen im Washingtoner
Bis, hatte US-Präsident
George W. Bush Henry Kissinger
beauftragt, die Untersuchung zu leiten,
mit der mögliches Fehlverhalten
amerikanischer Behörden vor und bei den
Anschlägen vom 11. September 2001
geklärt werden sollte. Nur einen halben
Monat später erklärte Kissinger seinen
Rücktritt von dieser Aufgabe.
MULTIMEDIA-ANWENDUNG:

By Adam Entous
WASHINGTON (Reuters)
13December02
Unter Druck geraten wegen möglicher
Interessenkonflikte, hat der frühere
US-Aussenminister Henry Kissinger
unerwartet seinen Rücktritt als
Vorsitzender einer unabhängigen
Kommission zur Untersuchung möglichen
Fehlverhaltens der Regierung bei den
Anschlägen vom 11. September erklärt.
"Das ist für mich natürlich ein
Moment der Enttäuschung ... Ich hoffe,
dass durch meine Entscheidung, jetzt
beiseite zu treten, die Kommission ihre
Arbeit ohne weitere Kontroverse
fortsetzen kann", erklärte
Kissinger am Freitag in einem Brief an
Präsident George W. Bush, der ihn für
diese Spitzenposition nominiert hatte.
Die Ankündigung, die dem Rücktritt des
früheren demokratischen Senators George
Mitchell als Vizepräsident der
Kommission folgte, bringt die
Untersuchung der Ereignisse vom 11.
September völlig durcheinander.
Kissingers Nominierung hatte erhebliche
Kontroversen entfacht wegen der
von ihm bestimmten Politik während des
Vietnamkrieges, wegen der Bombardierung
Kambodschas, und wegen seiner Geschäfte
als hochbezahlter privater
internationaler Berater. Eine neue
Dokumentation behauptet, Kissinger sei
ein internationaler Kriegsverbrecher.
Die Kommission aus zehn Mitgliedern
sollte mögliche Fehlleistungen von
Geheimdiensten,
Luftsicherheitseinrichtungen,
Einwanderungsbehörden und weiteren
Politikbereichen untersuchen, die im
Zusammenhang stehen könnten mit den
Anschlägen vom 11. September, bei denen
mehr als dreitausend Menschen getötet
wurden.
"Drei Jahre später: Wir befinden
uns mitten im zweiten Irak-Krieg, den
Bush und Rumsfeld gegenüber der
Weltöffentlichkeit unter anderem mit dem
Kampf gegen die Urheber des Terrors vom
11. September 2001 und deren angeblicher
Verbindung zu Iraks Diktator Hussein
begründet haben. Als Koordinator der
Bilderberg-Gruppe und loyaler Akteur der
Rockefeller-Interessen kennt Kissinger
die wahren Ziele der Bush-Administration:
das Öl des Irak und den Versuch, ein
neues anglo-amerikanisches Bündnis zu
schmieden.
Im selben Jahr ein Dezember-Dinner in
Washington: Rumsfeld trifft Kissinger
'brüderlich, nett, entspannt'!
Was ist passiert? Rumsfeld hat lernen
müssen! Mit einem öffentlich
zelebrierten Versöhnungsakt unterwirft
er sich dem Bilderberg-Paten. Er wird zur
Disposition stehen sogar Bush wird
zur Disposition stehen, falls etwas
schief geht im Irak Kissinger hat
noch nie zur Disposition gestanden!"
Fortsetzung folgt ...
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