| KAPITEL 3 |
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Erzählt nun der da?
Wer da?
Der da!
Oder die da? ...
arazat arazat arazat
...
Wenn wir in umgekehrte Richtung führen,
von West nach Ost ...
arazat arazat arazat
...
Also in die Morgenröte?
arazat arazat arazat
...
... in die Richtung, in der die Chinesen
die Schienen legten ...
arazat arazat arazat
...
Aus Solidarität mit Afrika?
arazat arazat arazat
...
... fänden wir nachts am Bahnhof von
Kapiri Mposhi ausreichend starke Lampen,
die Schatten vertreiben und Männern mit
Helmen helfen sollen, über den Schatz
aus Afrikas Boden zu wachen: Schwere,
gefaltete Bleche aus Kupfer,
herangeschafft aus Sambias Gruben und
Schmelzen, gestapelt und bewacht für den
Export von Dar-es-Salaam über das grosse
Meer nach Fernost.
Dafür hatten die Chinesen ihr erstes
grosses Entwicklungsprojekt in Afrika
geplant und gebaut, für jährlich
zweieinhalb Millionen Tonnen Ladung
in beide Richtungen ...
Bloss, dass kurz nach Fertigstellung der
Strecke weltweit die Kupferpreise
verfielen und der Hafen von Dar-es-Salaam
sowieso nie ausgebaut wurde, mehr als
achthunderfünfundsechzigtausend Tonnen
kamen nie auf die Schiene.
Und über das grosse Meer aus Fernost
kommt auf diese Schiene? ...
tazara tazara tazara
...
"Moment! Die Tür zum Salonwagen
klemmt nicht mehr!"
Ah, Guten Abend,
Sir! ... Dürfen wir vorstellen
Ihr Vor... Vor... Vor ... Vorgänger, Mr.
Dag Hammarskjöld, und hier haben wir Mr.
John D. Rockefeller Jr. ... Sein Vater
hat der Welt das Licht gebracht ...
"ÖL FÜR DIE LAMPEN CHINAS?"
Ah, Kofi, du kennst
die Geschichte?
"Eine geniale Idee Ihres Herrn Vater
..."
Nun, Kofi, ganz so
diplomatisch-höflich musst du nicht mehr
sein! Dieser Rockefeller hier hat zwar
die bis heute anhaltende
Geschäftsbeziehung mit der
Präsidenten-Familie Bush geölt, sein
Einstiegspartner war seinerzeit Prescott
Bush Vater beziehungsweise
Grossvater der beiden dir bekannten
Irak-Kriegsherren ...
... aber vergiss endlich dein
Bush-Trauma, Kofi !... Du bist in Rente!
ÖL FÜR DIE LAMPEN CHINAS?
Nun, der einheimische Markt war
gesättigt das Kapital musste
expandieren ... und um bei den Tatsachen
zu bleiben, die Idee hatte wohl eher
einer seiner Angestellten, der Mann hiess
William Herbert Libby ...
"... in der Tat, in Ostasien liess
mein Vater ab 1882 die sichere
Standard-Oil-Kerosin-Laterne verteilen
als Geschenk, oder eben ganz
billig rund acht Millionen Stück
auf einen Schlag ... und noch ein paar
mehr Millionen im Laufe der Zeit ... Good
Luck, so hiessen die Laternen damals in
der Werbung ..."
Mei Foo!
"Bitte?"
Mir geht ein Licht auf ... Good Luck
das heisst in der Sprache meines
Ur... Ur... Ur... Urgrossvaters Mei Foo!
Da war er ein kleiner chinesischer Junge,
wahrscheinlich gerade so alt wie der
kleine amerikanische Junge ...
Und die Väter von den beiden kleinen
Jungen hatten also Good Luck der
eine in seiner chinesischen Hütte als
Licht aus Rockefeller-Kerosin, der andere
in seiner amerikanischen Bank als Dollars
auf dem Rockefeller-Konto...
"In den Erinnerungen meines Vaters
war es ein grosses Abenteuer ..."
In manchen Ländern musste den Leuten
erst beigebracht werden, wie man Öl in
Lampen verbrennt ... Wir brachten es mit
Kamelen und Lastträgern in die
entferntesten Gegenden der Welt, wir
passten den Handel den Befürfnissen der
seltsamsten Völker an ...
http://www.kevinbaker.info/c_tltloc.html
In den Erinnerungen meines Volkes war es
schlicht ein Trick ...
Schon vor Beginn des achtzehnten
Jahrhunderts blühte bei uns das Gewerbe
wie nirgendwo anders auf der Erde, und
mein "seltsames Volk" kannte
die Öllampe bereits als es in Amerika
noch keinen einzigen weissen Dünkel gab,
der von Standard Oil hätte träumen
können ...
ÖL FÜR DIE LAMPEN CHINAS
... das Monopol unserer einheimischen
Erdnussöl-Händler war bald gebrochen,
auch der Widerstand unserer Dorfpriester
gegen das fremde Kerosin ...
Und in die Hütten brachten die
geschenkten Lampen nicht bloss Licht, die
Holzgestelle, in denen sie transportiert
wurden, und die leeren Ölkannen waren
nützliche Hausratergänzung ...
Wir Chinesen sind zwar von Natur aus
Händler, aber die Idee, erst etwas zu
verschenken, um dann am ständigen
Nachschub des Betriebsstoffes zu
verdienen, diese Idee hat mein Mr. Moon
auch heute noch nicht in seiner
Trick-Kiste ...
Damals wäre es unseren Händlern auch
gar nicht gut bekommen!
Gelehrte, Lehrer und Beamte galten als
die höchste Klasse, darauf folgten die
Bauern und als dritte die
Kunsthandwerker, und ganz zuletzt als die
niedrigste Klasse kamen die Kaufleute,
denn so hiess es diese
erzielen nur dadurch Gewinne, dass sie
die Früchte der Arbeit anderer Menschen
austauschen, und ein altes chinesisches
Sprichwort sagt "Banken werden von
Grossräubern begründet".
Uns Chinesen ist es immer leichter
gefallen, Erfindungen zu machen, als
daraus Nutzen zu ziehen ... Kompass,
Schiesspulver, Papier, Seide, Buchdruck,
Porzellan ... wir begnügten uns mit der
alten Wirtschaftsweise noch zu einer
Zeit, da europäisches Kapital bei uns
1876 die erste Eisenbahn
baute ...
Wir zeigten eine prophetische Verachtung
für alle sogenannten arbeitssparenden
Projekte, die fieberhaft das menschliche
Arbeitstempo beschleunigen, dafür aber
die Hälfte der Bevölkerung wieder
arbeitslos werden lassen ...
Rund sechzehn Kilometer war sie lang, die
Eisenbahnlinie zwischen Schanghai und
Woosung. Das Volk protestierte und
meinte, die Eisenbahn beleidige den Geist
der Erde, und die Opposition wurde so
heftig, dass die Regierung die Bahn
kaufte und Waggons samt Lokomotiven ins
Meer werfen liess ...
tazara tazara tazara
...
Und
einhundertdreissig Jahre später kommt
aus Fernost über das grosse Meer nach
Afrika auf dieser Schiene hier?
... Geschäftssinn a la Lockefellah und
industlielle Ausschusswale ...
... viele tausend Lockefellahs mit vielen
tausend Schlitz ... ohlen!
tazara tazara tazara
...
"Wieso bin ich hier? Wie kam ich
her?"
Durch einen Tunnel,
Kofi, direkt in unseren VIP-Salonwagen
...
"Weshalb bin ich eingeladen?"
Wir haben Leute mit
Verdacht auf Tunnelblick in den
VIP-Salonwagen gebeten ...
"Tunnelblick?"
Unter Tunnelblick
verstehen wir eine Einschränkung des
Gesichtsfelds.
Nur Gegenstände in ungefährer
Blickrichtung werden noch wahrgenommen,
seitlich beziehungsweise darüber oder
darunter befindliche Objekte nicht mehr,
ähnlich wie beim Blick durch einen
dunklen Tunnel, wenn nur Dinge jenseits
des Tunnelausgangs zu erkennen sind.
Fasst man den Begriff des Sehens weiter,
nämlich eher im Sinne von
"Einsehen",
"Wahrnehmen" oder
"Erkennen", bekommt auch
Tunnelblick eine erweiterte Bedeutung.
Ein Tunnelblick in diesem Zusammenhang
meint die Unfähigkeit oder Unwilligkeit,
Dinge wahrzunehmen, die ausserhalb dessen
liegen, wofür sich der Betroffene aktiv
interessiert oder interessieren
sollte.
Man spricht im übertragenen Sinne auch
von "Scheuklappen", denn
Scheuklappen verhindern, dass ein
Zugpferd Dinge sieht, die seitlich
passieren und es von seiner Aufgabe
ablenken könnten ...
Man könnte sagen, Kofi, wir haben
Zugpferde mit und ohne Scheuklappen in
unseren Salonwagen gebeten!
"Und zu welcher Kategorie gehöre
ich?"
Sags uns,
Kofi du bist zwar Afrikaner, aber
im Moment scheinst du hier an Bord keine
Fans zu haben ...
Ach, Mr. Rockefeller, meine Freundinnen
und ich, wissen Sie, wir sind ja noch
Anfängerinnen im Geschäft wir
kaufen in Dubai ein, meistens preiswerte
Waren aus Asien: Kinderkleidung,
Auto-Ersatzteile, Fernseher, Computer ...
Wir vier haben uns zusammengetan, viermal
im Jahr schaffen wir es, die Kosten für
Flugtickets zusammenzukriegen, und für
den Schiffs-Container aus Dubai nach
Dar-es-Salaam, und für den Transport mit
der TAZARA-Bahn nach Sambia.
Aber jetzt kommen uns diese Chinesen in
die Quere, wollen die Geschäfte selber
machen! ... Haben Sie da eine Idee, so
was wie "LAMPEN FÜR
AFRIKA"?
Ich meine, Öl hätten wir doch selber in
Afrika?
Aber, meine Damen,
das war doch schon in China eine
Sackgasse! Kaum hatte Standard Oil
begonnen, den chinesischen Mark zu
erobern, da verlor es das Monopol auf
Rohöl ... Nicht wahr, Mr. Rockefeller,
es war ein böses Erwachen für Ihren
Herrn Vater, als er feststellen musste,
dass es Erdöl nicht bloss in
Pennsylvania, in Ihren Vereinigten
Staaten von Amerika gab ... Schwedens
berühmte Nobel-Brüder, die Rothschilds,
die englisch-holländische Kombination
von Shell Oil und Royal Dutch begannen,
enorme Ölfelder vom Schwarzen Meer bis
Ostindien auszubeuten.
... Und was tat der alte Rockefeller, na,
Kofi, sags schon ... du bist doch
in Rente! Und deine schwedische Frau
hatte doch versucht, dir die Scheuklappen
schon vorher abzuschnallen.
12.August 2002: Aus Anlass des 90.
Geburtstags des schwedischen Diplomaten
Raoul Wallenberg empfing der
Generalsekretär der Vereinten Nationen,
Kofi Annan, die Internationale
Raoul-Wallenberg-Stiftung (IRWS) am Sitz
der UNO in New York.
Während des Treffens präsentierte der
Gründer der IRWS, Baruch Tenembaum eine
Gedenkmedaille, die speziell für dieses
Jubiläum in Auftrag gegeben wurde. Auch
Nane Annan, die Ehefrau des
Generalsekretärs und Nichte Raoul
Wallenbergs nahm an der Veranstaltung
teil.
Es ist bereits das dritte Treffen Annans
mit dieser international tätigen
Nicht-Regierungsorganisation, die es sich
zur Aufgabe gemacht hat, durch
Bildungsprogramme das Beispiel Raoul
Wallenbergs und vieler anderer Menschen,
die sich mit Mut und Solidarität für
ihre Nächsten eingesetzt haben, bekannt
zu machen und die Werte, die im Handeln
dieser Menschen zum Ausdruck kommen, zu
verbreiten und zu fördern.
Raoul Wallenberg hat während seiner
sechsmonatigen Rettungsaktion zwischen
1944 und 1945 in Budapest an die
hunderttausend Personen, in ihrer
Mehrheit Juden, vor der Deportation durch
die Nazis gerettet und wurde am 17.
Januar 1945 vom sowjetischen Heer
verschleppt. Sein weiteres Schicksal ist
bis heute unbekannt.
http://www.raoulwallenberg.net/?es/prensa/36213518.htm
"Wie können Sie andeuten, die
Rockefellers seien je antisemitisch
gewesen? Und ich protestiere dagegen, als
Scheuklappenträger diffamiert zu
werden!"
Aber wir reden doch
gar nicht vom Auftrag Ihres Vaters an
Londoner Anwälte, das Gerücht von einer
Kabale unter hebräischem
Einfluss zu verbreiten, russische
Tanker durch den Suez-Kanal zu schleusen.
Wir reden doch gar nicht davon, dass Ihr
Vater selbst von asiatischen
Konkurrenten sprach,
kontrolliert von jüdischen
Männern, die Wolf! Wolf !
Standard Oil Company! schreien und in den
Markt eindringen, um ihn zu
kontrollieren, und welche die
gerechte Praxis der Standard
Oil ersetzen wollten durch die
alte, alte jüdische Methode, einen
Kunden so und den nächsten anders zu
behandeln. ...
http://www.kevinbaker.info/c_tltloc.html
... Wir lassen reden ...
REGIE!! AUFTRITT!!!
Wir begrüssen Mr. John Loftus, den
ehemaligen Staatsanwalt der Abteilung
für Kriegsverbrechen des
Justizministeriums der Vereinigten
Staaten von Amerika, jetzt Vorsteher des
Florida Holocaust Museums in Sankt
Petersburg, U.S.A. ...
Danke, Sir, dass Sie für uns den
Tunnelblick erweitern wollen mit
Fokus erneut auf den Zusammenhang der
Rockefeller- und der Bush-Dynastie? ...
Es ist schlimm genug, dass die
Bush-Familie Thyssen dabei half, das Geld
für den Aufstieg Hitlers in den
zwanziger Jahren aufzubringen, aber dem
Feind in Zeiten des Krieges zu helfen ist
Verrat. Die Bush-Bank half den Thyssens,
den Nazi-Stahl zu erzeugen, der alliierte
Soldaten tötete. So schlimm die
Finanzierung der Kriegsmaschinerie der
Nazis auch scheinen mag, aber Beihilfe
und Unterstützung für den Holocaust zu
leisten, war schlimmer. In Thyssens
Kohlegruben wurden jüdische Sklaven
benutzt, als ob es Wegwerf-Chemikalien
gewesen wären. Die Thyssen-Familie hat
sechs Millionen Leichen im Keller, und
was die Komplizenrolle der Bush-Familie
angeht, so sind eine Unmenge an
strafrechtlichen und historischen Fragen
zu beantworten.
http://www.wsws.org/de/2003/jun2003/bush-j13.shtml
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