KAPITEL
8
ratata ratata ratata ...
Ist Lateinamerika ein Teil der Welt,
der zu Armut und Demütigung verdammt
ist?
Verdammt von wem?
Hat Gott die Schuld oder vielleicht die
Natur?
Das erdrückende Klima, die minderwertige
Rasse?
Die Religion, die Bräuche?
Oder ist unser Unglück ein Produkt der
Geschichte, die von Menschen gemacht
wurde und darum auch von Menschen
verändert werden kann?
(Eduardo
Galeano, "Die offenen Adern
Lateinamerikas", Hammer-Verlag,
Wuppertal, 1980) = (4)
"Quiz-Frage: Was änderte sich,
würde man in meinem Text
Lateinamerika durch
Afrika ersetzen?"
REGIE!!
Werden Auftritte neuerdings nicht mehr
angekündigt? Wer ist der Herr?
"Nennen Sie mich
bloss nicht Sir! Das liesse
mir das Blut in den Adern
gefrieren!"
"DIE OFFENEN
ADERN LATEINAMERIKAS"?
"Wer in den letzten
Jahrzehnten irgendwo in Lateinamerika
Volkswirtschaft, Geschichte oder
Politische Wissenschaften studiert hat,
musste mein Buch als Pflichtlektüre
lesen ... Herr Dr. Jochen Hippel nickt,
er auch ... allein in der deutschen
Übersetzung gibt es mein Buch schon in
der achtzehnten Auflage!"
Willkommen ...
Señor Eduardo Galeano!
"Danke ... aber
eigentlich heisse i c h hier willkommen,
Sie alle auf neuer Schiene!"
ratata ratata ratata
...
"Hören Sie genau hin! ..."
ratata ratata ratata
...
Das Geräusch ist ganz anders!!
"Und unsere Route ist anders! Und
der Kontinent ist ein anderer!
Ein afrikanischer Zug fährt durch
Lateinamerika ... das wundert Sie?
Meine Quiz-Frage war: Was änderte sich,
würde man Lateinamerika
durch Afrika ersetzen?
..."
REGIE!! Wir haben
einen aktuellen Zwischenruf?
"Ja, eine
elektronische mail als direkte Antwort
auf die Frage von Señor Galeano; der
Code des Internet Service Providers
deutet auf afrikanischen Ursprung!
Der Autor will offenbar aus
Gründen seiner persönlichen Sicherheit
anonym bleiben. Er hat im Anhang
ein paar Original-Dokumente mitgeschickt
..."
Was ist das
Stichwort?
"Nun, es scheint
sich um die Rolle der Vereinigten Staaten
von Amerika beim Kippen und Einsetzen von
Regimen in der Südwelt zu drehen, hier
mit besonderer Beleuchtung der Rolle von
Diplomaten und Medien ..."
ALLES EINSPIELEN!
TUNNELVERBINDUNG ZWISCHEN PUNKTEN DER
GESCHICHTE!!!
Guatemala 1954 <> 2007
Simbabwe
>>> EMAIL
>>> KOMMENTAR >>>
Die Farbe der Lüge / Zwischenruf aus
Simbabwe / 20. März 2007 / von ***
ACHTUNG! Glauben Sie nichts, was Sie in
diesen Wochen aus Simbabwe hören, sehen
oder lesen! Glauben Sie nicht den
Bildern, glauben Sie nicht den Texten!
Wo befinden Sie sich beim Hören, Sehen
oder Lesen von Geschichten über
Simbabwe? Einhundert Kilometer weit weg?
Eintausend Kilometer weit weg?
Zehntausend Kilometer weit weg?
Ich bin oft nur zehn Meter weit weg, wenn
der Konvoi des Präsidenten Mugabe hier
mit Blaulicht und mit Bewaffneten
vorüberrast, ich sehe aber auch die
flatternden Stander an westlichen
Botschaftswagen, die neuerdings ganz
undiplomatische Richtungen einschlagen
ich bin so dicht dran, und deshalb
glaube ich nicht mehr den Bildern und den
Texten, die seit Wochen wie Eiter aus
Simbabwes Wunden sickern.
Ich korrigiere mich: Es ist ein falsches
Bild! Die Produktion von Eiter
signalisierte ja einen Gesundungsprozess,
diese Bilder und diese Texte sind eher
wie Maden, die sich in Wunden fressen
sollen bis der Organismus krepiert.
Die Maden sind Halbwahrheiten und
Gerüchte, gepflanzt und gefüttert von
professionellen Giftmischern in einer
grandiosen psychologischen
Kriegsführung, die nicht auf Aufklärung
sondern auf Verrohung der Sinne setzt.
Dabei präsentiert jede Seite
ausschliesslich ihre Opfer und die dazu
passende Geschichte.
Die im Konfliktgebiet agierenden
Berichterstatter, hier ansässig oder
entsandt, haben in der Regel schon bei
Ihrer Beauftragung die Wahl getroffen,
welche Seite gut und welche böse
darzustellen ist. So wählen sie aus dem
Angebot ihre Quellen und Geschichten,
ihre Bilder, ihre Loyalität. Sie sind
selten selber dabei gewesen, sie
erzählen weiter, was sie gehört haben.
Für Sie da draussen, zehntausend
Kilometer weit weg, oder bloss tausend
oder hundert, erscheint Simbabwe als
Konfliktgebiet, in dem Afrikaner wieder
dabei beobachtet werden, wie sie Weisse
verjagen oder sich gegenseitig die Köpfe
einschlagen.
Wer hier lebt, hat lernen müssen, allen
Seiten zuzuhören. Dadurch erkennen die
Menschen leichter, wann die Farbe der
Lüge schwarz und wann sie weiss ist.
Für die meisten hier lebenden Menschen
ist dieses Land nicht in erster Linie
Konfliktgebiet, sie haben es nicht dazu
gemacht. Sie sind damit beschäftigt, auf
ihrem Land zu überleben, sie wollen
nicht mehr den Kopf hinhalten für den
Kampf um Macht und Einfluss von Eliten,
egal ob schwarz oder weiss.
>>> EMAIL >>>
TEXT-ANHANG 1>>>
Harare, Sonntag, 18. März 2007 08:39 /
ZIM STANDARD
(eine in Privatbesitz befindliche
Harare-Zeitung)
Brief von: Christopher W Dell, US
Botschafter, Harare
... Der Schlüssel zu den Anstrengungen
der Regierung, ihr brutales und
ungerechtfertigtes Vorgehen gegen die
eigene Bevölkerung zu rechtfertigen, ist
die Behauptung, dass die Menschen
Simbabwes ein braves und zufriedenes
Leben führen würden, gäbe es da nicht
die Ränke der wählen Sie den
Begriff, der Ihnen passt
"Imperialisten",
"ehemaligen Kolonialisten" oder
"Rassisten / Westler / Feinde".
Die Lieblingsgeschichte, die im Moment
von den Propagandisten bevorzugt wird,
ist die von ihnen fabrizierte über mein
angebliches Treffen mit Morgan Tsvangirai
und Arthur Mutambara am 9. Januar im
Bronte-Hotel in Harare.
Nach Darstellung dieser "spin
doctors" ist dieses Treffen der
einzige Grund, dass Simbabwer heute mit
zunehmender Lautstärke gegen die
Regierung protestieren und entschieden
eine Änderung durchsetzen wollen. Damit
ihre Phantasie nach Fakten aussieht,
haben die Herren Manheru und Zwayi (als
Zeitungskolumnisten auftretende
Regierungssprecher) aufgehetzt
durch pseudo-intelektuelle Wortschwälle
des Tafataona Mahoso in der "Sunday
Mail" und durch Legionen
gesichtsloser "Herald"-Reporter
so schillernde Details erfunden
wie die Grösse der Delegationen auf
beiden Seiten, einen Aktenkoffer voller
Geld, etc.
Die Tatsachen sehen ein bisschen anders
aus:
1. Am Tag unseres angeblichen Treffens
war ich in Bulawayo, auf einem Ferientrip
mit Familienbesuch. Falls das
irgendjemand überprüfen möchte,
braucht er nur zum Naturgeschichtlichen
Museum zu gehen und sich anzuschauen, wo
ich mich im Gästebuch eingetragen habe.
(Mir ist natürlich klar, dass die
entsprechende Seite vermutlich unter
mysteriösen Umständen
verschwinden wird, sobald das hier
veröffentlicht ist, aber kein Problem:
es gibt andere Zeugen, die bestätigen
können, dass ich tatsächlich an jenem
Tag in Bulawayo war, einschliesslich
Diplomaten und natürlich
einschliesslich der allgegenwärtigen
CIO, die mich während meiner gesamten
Ferien verfolgte.
2. Ich habe nie einen Fuss in das Bronte
Hotel gesetzt und hatte nicht mal eine
Ahnung, dass es existiert, bevor es mir
freundlicherweise von Zvayi zur Kenntnis
gebracht wurde.
3. Das erste und einzige Mal dass ich
Tsvangirai und Mutambara getroffen habe,
geschah dank der simbabwischen Regierung.
Das Treffen fand statt am 13. März im
Gerichtssaal Nr. 6 in Harare. Ich denke,
wir alle können der Regierung besonders
dankbar dafür sein, dass sie diese
beiden Führer zusammenbrachte, zu einer
Gelegenheit, sich besser kennenzulernen
...
Währenddessen muss sich das
unglückliche Volk Simbabwes weiter mit
der traurigen Wahrheit auseinandersetzen,
dass es zu einem Leben in der Hölle
verdammt wurde dank der verfehlten
Politik einer bankrotten Regierung.
Oh, da scheinen wir
ja eine Art Rambo-Diplomaten zu haben!
Nimmt kein Blatt vor den Mund, gibt es
ihnen, den Feinden westlicher Werte ...
Aber, wir sind da vielleicht nicht die
richtigen Kenner der Szene ... und so
bitten wir um Beistand durch einen, der
sich auszukennen scheint mit gross
angelegten Verschwörungen, bei denen
immer wieder auch Diplomaten eine Rolle
spielen umgesetzt zum Beispiel in
seinem zwanzigsten Roman, "THE
MISSION SONG", in der deutschen
Übersetzung: "GEHEIME
MELODIE".
Wir begrüssen: Mr. John Le Carré
trotz seines französisch klingenden
Namens früher mal selber
britischer Geheimdienst-Akteur und
späterer Doukumentarist
anglo-amerikanischer
Geheimdienst-Kapriolen!
Die Eroberung
der Erde, was hauptsächlich meint, die
Wegnahme von jenen, die ein anderes
Aussehen haben oder eine leicht flachere
Nase als wir selber, ist keine hübsche
Angelegenheit, wenn man sie genauer
betrachtet. Marlow
"Ach ja, wer kennt es nicht,
DAS HERZ DER FINSTERNIS von
Joseph Conrad. Ich konnte es mir nicht
verkneifen, seine Worte am Anfang meines
neuen Romans zu zitieren, der ja Afrika
in den Mittelpunkt rückt ... Nun gut,
Coppola hatte ihn schon vor mir entdeckt,
für Indochina, mit Marlon Brando als
Conrads Colonel Kurtz in seinem
grandiosen Film APOCALYPSE
NOW ..."
Kann es sein, dass
Sie auch bei der Suche nach einem
Handlungsort für Ihre neue Geschichte
ein bisschen abgekupfert haben? Die Idee,
dass Ihr afrikanisch-stämmiger
Dolmetscher bei einem Komplott
missbraucht wird, bei dem westliche
Finanziers und afrikanische Kriegsführer
zu einem Deal auf einer Nordsee-Insel
aufeinandertreffen, diese Idee kommt uns
irgendwie bekannt vor ...
"Es freut mich, dass
jemand draufgekommen ist! Das ist mein
täglich Brot: beim Entwerfen von
Thriller-Geschichten in der Realität zu
stochern! Und wer kann da bessere
Vorlagen liefern als ..."
Henry Kissinger?
"Treffer! Nur, dass
als ich an meinem Skript schrieb
der Kongo mit seinen Wahlen im
Brennpunkt öffentlichen Interesses
stand. Bei Kissinger war es der Iran,
aber genauso bizarr und natürlich
als Idee kaum zu übertreffen: eine
Nordsee-Insel ohne Namen als Zentrum und
Ausgangspunkt für eine Verschwörung
bloss bei ihm war es nicht
erfunden ..."
Im Londoner Royal Institute of
International Affairs (Chatham House), wo
sich in aller Diskretion und
Verschwiegenheit die Herrschaften des
Empire treffen, das heute als
Commonwealth firmiert und wie stets
heldenhaft gegen seine eigenen
zentrifugalen Tendenzen ankämpft, an
diesem distinguierten Ort hat im Januar
2001 Sheikh Ahmed Zaki Yamani einem
ausgewählten Auditorium einige
Einzelheiten über Henry Kissinger und
die historische Ölkrise von 1973/74
dargelegt .... Der ehemalige Ölminister
von Saudi-Arabien, in den siebziger
Jahren spiritus rector der OPEC, die seit
diesen Jahren in den wohlhabenden
Ländern der OECD immer wieder als der
Leibhaftige porträtiert wird, sprach
tags darauf dem "Observer" in
einem Interview folgendes aufs Band:
"Ich bin mir zu hundert Prozent
sicher, daß die Amerikaner hinter der
Ölpreiserhöhung steckten. Die
Ölkonzerne waren damals in erheblichen
Schwierigkeiten, sie hatten eine Menge
Geld geborgt und benötigten zu ihre
Rettung einen hohen Ölpreis."
Er sagte, er war davon überzeugt
angesichts der Haltung des Schahs von
Iran, der sich an einem entscheidenden
Tag im Jahr 1974 von der Sicht der Saudis
absetzte, die darauf hinauslief, daß
eine Anhebung der Förderpreise für die
OPEC gefährlich wäre, weil sie die
U.S.A. vor den Kopf stoßen würde. Im
Gegensatz dazu befürwortete der Schah
nun höhere Preise.
Yamani: "König Feisal sandte mich
zum Schah von Iran, der zu mir sagte:
Warum sind Sie gegen einen
Ölpreisanstieg? Ist das nicht das, was
sie wollen? Fragen Sie Henry Kissinger
er ist es, der höhere Preise
haben will."
Yamani behauptet, daß der Beweis für
diese lange gehegte Überzeugung vor
kurzem aufgetaucht ist, und zwar in
Protokollen von einer Geheimtagung auf
einer schwedischen Insel, wo Amtsträger
aus dem Vereinigten Königreich und den
Vereinigten Staaten, darunter
selbstredend Kissinger, sich auf das
Drehbuch für eine vierhundertprozentige
Ölpreiserhöhung verständigten.«
(u.a.
"The Observer" vom 14. Januar
2001)
mal als
Zwischenbemerkung für Mr. Rockefeller
hier erste politische Erfahrung
sammelte Henry Kissinger ja als Berater
Ihres Zweitgeborenen ab 1957, da war Ihr
Nelson schon Gouverneur.
In der Folge wurde Kissinger auch von den
US-Präsidenten John F. Kennedy, Lyndon
B. Johnson und Richard Nixon geschätzt.
Mit der Wahl Richard Nixons zum
Präsidenten 1968 wurde Kissinger
offizieller Berater für Außen- und
Sicherheitspolitik. Bei unserer
Spurensuche werden wir immer wieder
feststellen, dass er seine Loyalität
seit 1957 aber niemals wirklich
gewechselt hat!
... Hallo, Mr. Rockefeller! REGIE! ... Wo
ist er denn?
"Hat sich gerade zu
einem kleinen Schläfchen zurückgezogen
... Es war nicht ganz klar, ob wir nun
noch in Lateinamerika sind, oder schon
wieder in Afrika, dort ist Tag, da wäre
Nacht ..."
Das klären wir
gleich mit Señor Galeano ... Mr. Le
Carré, was sagen Sie eigentlich zu
unserem rollenden Unterfangen: mit einem
Eisenbahnzug unterwegs auf Spurensuche in
der Zeitgeschichte?
Die Täuschung der
Öffentlichkeit durch Politik und Medien
hat einen Grad erreicht, den ich für
höchst gefährlich halte. (...) Wir
leben in einer Welt virtueller
Nachrichten. Und so gesehen fällt
Autoren und Filmemachern die
Verantwortung zu, diese
Informationslücke zu füllen.
("Die
Welt", 3. Januar 2006)
Wenn wir sterben, dann sterben wir an
Selbstbetrug, Desinteresse und Apathie.
Die Medien mit ihrem eingebetteten
Journalismus haben versagt, haben
sich alles erzählen lassen und
verbreiten weiter die Lügen der
Regierungen. Für Mussolini ist der
Faschismus die Identität von Staats- und
Wirtschaftsmacht. Der Unterschied zu
damals besteht darin, dass auch noch die
Medien dabei mitmachen.
("Süddeutsche
Zeitung", 16./17. September 2006)
Nun, Mr. Le Carré,
eigentlich dachten wir, mit Ihrer
Erfahrung könnten Sie uns bei der
Einschätzung helfen, ob in Simbabwe die
Aktivitäten des US-Botschafters Vorlage
für einen neuen Thriller wären.
Interessanterweise kann im Web-Lexikon
WIKIPEDIA unter seinem Namen immer der
super-aktuellste Stand seiner Aktionen in
Simbabwe abgerufen werden, und natürlich
alle Stufen seiner Karriere-Leiter ...
REGIE! Die englischsprachige Website
bitte!
>
Christopher William Dell is a career
United States Foreign Service officer who
has served as United States Ambassador to
the Republic of Zimbabwe since August 12,
2004
>
Ambassador to Angola, 2001-2004
>
Chief of Mission, U.S. Office, Pristina,
Kosovo, 2000-2001
>
Deputy Chief of Mission, U.S. Embassy
Sofia, Bulgaria, 1997-2000
>
Deputy Director, Office of Regional
Political Affairs, Bureau of European and
Canadian Affairs, 1994-1996
>
Deputy Chief of Mission, U.S. Embassy,
Maputo, Mozambique, 1991-1994
>
Special Assistant to the Under Secretary
for International Security Affairs,
1989-1991
>
Executive Assistant to the Special
Negotiator for Greek Bases Agreement,
Bureau of European and Canadian Affairs,
1987-1989
>
Desk Officer for Spain and Portugal,
Bureau of European and Canadian Affairs,
1986-1987
>
Staff Assistant, Bureau of Political
Military Affairs, 1985-1986
>
Political Officer, US Embassy Lisbon,
Portugal, 1984-1985
>
Vice Consul, US Consulate Oporto,
Portugal, 1983-1984
>
Vice Consul, US Consulate Matamoras,
Mexico, 1981-1983

"Eindrucksvolle Karriere
sozusagen immer am Puls der Zeit, der
Mann! ...
Wissen Sie, in meinen Romanen gab es nie
auf der einen Seite die "Guten"
und auf der anderen die
"Bösen", die gibt es ja auch
im wirklichen Leben nicht! ...
Schlagen Sie doch mal bei WIKIPEDIA
unter meinem Namen nach ..."
WIKIPEDIA-Stichwort
"John Le Carré" bitte!
... Thema seiner
Romane war bis in die achtziger Jahre der
Ost-West-Gegensatz und der Kalte Krieg.
Sie zeichnen sich durch differenzierte
psychologische Zeichnung der handelnden
Figuren aus und sind akribisch
recherchiert. Le Carré brach mit der
herkömmlichen Schwarz-Weiß-Sichtweise.
Bei ihm ist alles grau, Halb-Engel
kämpfen gegen Halb-Teufel. Der Westen
greift im Kampf gegen den Kommunismus zu
den Methoden des Ostens und verrät so
die Ideale, für die er kämpft. Le
Carré stellt in seinen Romanen
wiederholt die Frage, ob der Zweck die
Mittel heiligt und ob der Westen zu den
Mitteln des Ostens greifen darf, um sich
zu verteidigen und trotzdem eine
Gesellschaft bleibt, die es wert ist,
verteidigt zu werden. Auch nach Ende des
Kalten Krieges ist le Carré seiner
Thematik treu geblieben: Männer, die
sich für das Individuum und gegen die
Institution entscheiden, sowie Kritik an
der Politik des Westens ...

"Bevor Sie mich fragen ich
kann nicht meckern! WIKIPEDIA hat meine
literarischen Absichten durchaus korrekt
beschrieben ...
Ich bin nun mal kein
James-Bond-Fan! Owohl diese Figur meines
Kollegen Fleming wahrscheinlich viel
populärer ist als mein George Smiley,
dessen Genialität als Geheimdienstmann
ja im krassen Gegensatz zu seiner
Unfähigkeit steht, soziale Bindungen zu
knüpfen und zu pflegen ...
Wissen Sie, Smiley ist im Laufe der Zeit
desillusioniert worden, er kämpft nicht
mehr für oder gegen eine Sache, sondern
er tut das, was er am besten kann, weil
er eben nichts anderes kann. Solchen
tragischen und skurrilen Gestalten bin
ich oft während meiner Recherche-Reisen
im wirklichen Leben begegnet ...
Es könnte sicherlich reizvoll sein, mehr
über Ihren Botschafter in Harare zu
erfahren ... Interessant ist es ja, dass
zur chronologischen Darstellung seines
Wirkens ein unabhängiges Web-Lexikon
genutzt wird. Damit soll wohl eine
gewisse Glaubwürdigkeit suggeriert
werden. Und besonders geschickt ist es,
schon jetzt für die Nachwelt eine
Geschichte zu konstruieren, in der die
verdeckten Aktivitäten der U.S.A. durch
die bekannten Handlungen einer quasi
heldenhaften Person in einem Land
gerechtfertigt werden, dessen
Regierungssystem zur Disposition steht
wäre interessant, herauszufinden,
wer das veranlasst ...
Aber mir fehlt da noch ein wesentlicher
Baustein, der zu einer guten
anglo-amerikanischen Konspiration
gehört: London, unser Mann arbeitet
natürlich nicht allein, er muss sich mit
London abstimmen!
Das hat ja alte Tradition, und einer, der
schon im damaligen Rhodesien, dem
heutigen Simbabwe, die
anglo-amerikanische Karte spielte war
..."
Henry Kissinger?
Henry! REGIE! Rolltext bitte!
Heinz Alfred
Kissinger, der Auswanderer aus Fürth im
deutschen Franken, der, mit nur wenig
mehr als Eitelkeit und dem
unerschöpflichen Vermögen zur
Selbstreferenz begabt, es der mächtigen
Nation der Amerikaner bis hin zu ihrem
ohnehin schon zu allem fähigen
Präsidenten zeigt, wie man die Macht
eines Imperiums gebraucht und, wenn
»realpolitisch« geboten, mißbraucht.
Aber auch diese Figur hat sich nicht
selbst erschaffen. Auch diese scheinbare
Reinkarnation der Diplomatik des alten
Europa hatte seine Meister. Bei den
richtigen Leuten, den Zuhörern im Royal
Institute of International Affairs am
Londoner St. James Square, hat er vor
fünfundzwanzig Jahren in einem Vortrag
seine Schulung zusammengefaßt:
»Unsere diplomatische
Nachkriegsgeschichte ist von
anglo-amerikanischen Abkommen und
Verständigungen durchzogen, die manchmal
ganz entscheidende Gegenstände betrafen,
die sich aber niemals in schriftlichen
Dokumenten niederschlugen. Die Briten
waren dabei tatsächlich so hilfreich,
daß sie an den internen amerikanischen
Überlegungen beteiligt wurden, und das
in einem Maße, wie es wohl nie zuvor
zwischen zwei souveränen Staaten
praktiziert worden war. Während meiner
Amtszeit spielten die Briten in einigen
bilateralen Abkommen die Schlüsselrolle.
Während ich im Weißen Haus arbeitete,
hielt ich das britische Außenministerium
besser informiert und in den
Entscheidungen enger eingebunden als das
amerikanische Außenministerium.«
Als Beispiel dafür gab Kissinger an:
»In meinen Verhandlungen über Rhodesien
ging ich von einer britischen Vorlage mit
britischer Schreibweise aus, wobei ich
den Unterschied zwischen einem
Arbeitskonzept und einem vom Kabinett
verabschiedeten Dokument nicht ganz
erfaßte. Diese Art von Zusammenarbeit
erstreckt sich bis in unsere Tage.«
Quelle: »Reflections on a partnership:
British and American Attitudes to Postwar
Foreign Policy, Address in Commemoration
of the Bicentenary of the Office of the
Foreign Secretary,«
May 10, 1982, Royal Institute of
International Affairs (Chatham House),
London
"Gibt es denn noch mehr Dokumente
über die bisherigen Auftritte dieses
amerikanischen Botschafters in
Simbabwe?"
Wie gesagt,
WIKIPEDIA scheint beste Quelle dafür zu
sein, wie die U.S.A. das Arbeitsumfeld
ihres Botschafters gerne dargestellt
sehen will noch einmal die Website
bitte, wie sie am 23. März 2007 zu lesen
war!
Die Beziehungen
zwischen den Vereinigten Staaten und
Simbabwe verschlechterten sich als
Ergebnis von "Operation
Murambatsvina" sowie der
humanitären Situation im Lande, für die
die Vereinigten Staaten offizielle
Korruption und Missmanagement
verantwortlich machten. Hinzu kam, dass
die U.S.A. in ihrem Jahresreport von 2004
Simbabwe beschuldigte, Menschenrechte zu
verletzen. "Operation
Murambatsvina" war von Mugabe als
"städtisches
Erneuerungsprogramm" bezeichnet
worden, seine politischen Opponenten
nannten es das gewaltsame Vorgehen gegen
die städtischen Armen. Westliche
Regierungen, die U.S.A. eingeschlossen,
verurteilten es.
Als Resultat der gespannten Beziehungen
war das Missvergnügen der Regierung vor
allem gegen Dell gerichtet. Mitte Oktober
2005 wurde er festgenommen, weil er einen
verbotenen Teil des Botanischen Gartens
betreten hatte. Einige Wochen danach
machte er in einem öffentlichen Vortrag
in der Stadt Mutare Korruption für die
Lebensmittelknappheit im Lande
verantwortlich, die nach Auffassung der
simbabwischen Regierung durch
ausländische Sanktionen verursacht wird.
Am 8. November 2005 wurde Dell von
Präsident Mugabe einbestellt, der ihm
sagte er solle sich "zur
Hölle" scheren. Am folgenden Tag
wurde Dell zu Konsultationen in die
Vereinigten Staaten zurückgerufen.
Danach kehrte er zurück.
Dell hat öffentlich verurteilt, dass am
11. März 2007 mehrere Führer der
"Bewegung für Demokratischen
Wandel", darunter Parteichef Morgan
Tsvangirai, geschlagen wurden. Auf
Weisung Präsident Mugabes bestellte
Aussenminister Simbarashe Mumbengegwi am
19. März Dell und andere westliche
Diplomaten in sein Ministerium, wo sie
eine offizielle Warnung erhalten sollten,
die Einmischung in die inneren
Angelegenheiten des Landes zu beenden.
Als sich Mumbengegwi weigerte, den
Diplomaten Gelegenheit zu Fragen zu
geben, verliess Dell das Treffen und
nannte es einen Täuschung für die
Staatsmedien, die die Prozedur filmten.
Am selben Tag flog Dell von Harare nach
London. Das (US-) Aussenenministerium
kündigte seine baldige Rückkehr nach
Simbabwe an.
Bitte weiter mit
den Text-Anhängen unseres anonymen
email-Informanten aus Harare!
>>> EMAIL
>>> TEXT-ANHANG 2 >>>
THE HERALD / Harare / Tuesday, March 20,
2007
(regierungsnahe Tageszeitung) /Government
reads riot act / Herald Reporter
Aussenminister, Genosse Simbarashe
Mumbengegwi las gestern westlichen
Diplomaten die Leviten für ihre
Versuche, in die internen Angelegenheiten
Simbabwes einzugreifen. Aber der
Botschafter der Vereinigten Staaten Mr.
Christopher Dell verliess das Treffen
noch bevor es angefangen hatte.
Mr. Dell ging abrupt unter Protest wenige
Minuten bevor die Instruktion im
Sitzungssaal des Aussenministeriums im
Munhumutapa Gebäude von Harare begann.
Er hatte einen Offiziellen gefragt, ob es
den Botschaftern erlaubt sein werde, nach
der Instruktion durch den Minister Fragen
zu stellen. Ihm wurde gesagt, er möge
auf den Minister warten.
Zur Überraschung seiner Kollegen, zog es
Mr. Dell vor, beleidigt aus dem
Sitzungssaal zu marschieren. Sein Schritt
war kalkuliert, andere Botschafter dazu
zu bewegen, die Instruktion zu
boykottieren, die dann ungefähr eine
halbe Stunde dauerte. Aber Botschafter
und Vertreter anderer westlicher Länder,
einschliesslich Grossbritanniens,
Neuseelands, Australiens und Schwedens,
blieben zur Teilnahme ...
>>> EMAIL >>>
TEXT-ANHANG 3 >>>
US Department of State / Office of the
Spokesman / Washington, DC
March 19, 2007 / Question Taken at March
19, 2007 Daily Press Briefing
Zimbabwe: Crisis Update
Frage: Hat Simbabwes Aussenminister
ausländische Botschafter einbestellt und
gedroht, jene auszuweisen, die Mitglieder
der Oppositionspartei unterstützen?
Antwort: Simbabwes Aussenminister
Simbarashe Mumbengegwi hat heute
westliche Diplomaten zur Instruktion
über die gegenwärtige Stiuation
einbestellt. Mumbengegwi verlas eine
Erklärung zur Position der Regierung und
drohte ausländischen Diplomaten, still
zu sein oder zur unerwünschten Person
erklärt zu werden. Bei diesem Treffen
versuchte U.S. Botschafter Christopher
Dell sicherzustellen, dass der Minister
Diplomaten die Gelegenheit zu
Erwiderungen geben würde. Als der
Botschafter solche Zusicherung nicht
erhielt, ging er, um nicht dem Versuch
der Regierung zuzuhören, ihre jüngsten
Brutalitäten zu rechtfertigen.
Die Vereinigten Staaten werden in
Unterstützung des Rechts des
simbabwischen Volkes auf Demokratie
weiterhin unerschütterlich sprechen und
handeln.
2007/209
Released on March 19, 2007
>>> EMAIL >>>
TEXT-ANHANG 4 >>>
New York Times
Opposition in Zimbabwe Mounts, Says U.S.
Diplomat
By THE ASSOCIATED PRESS
Published: March 21, 2007
JOHANNESBURG, March 20 (AP)
Der amerikanische Botschafter für
Simbabwe hat festgestellt, die Opposition
gegenüber Präsident Robert G. Mugabe
habe einen Wendepunkt erreicht, weil die
Menschen nicht länger die Regierung
fürchteten und glaubten, sie könnten
nichts mehr verlieren.
In einem Interview sagte Botschafter
Christopher Dell, Zimbabwes Regierung und
Regierungspartei seien in Unordnung und
könnten nicht länger effektiv regieren.
Eine wachsende Zahl von Mitgliedern der
Regierung und der Regierungspartei,
bekannt als ZANU-PF, wollten, dass Mr.
Mugabe zurücktritt.
Mr. Dell betonte, er befürworte nicht
und sage auch nicht voraus, dass es zu
einem gewaltsamen Sturz der Regierung
komme, aber er stellte fest, dass es
Unzufriedenheit innerhalb des Militärs
und eine Spaltung in den
Sicherheitskräften gebe.
Die Wirtschaft befinde sich im freien
Fall, und die Menschen glauben, dass
ihnen die Regierung ihre letzte Hoffnung
nimmt.
Der Botschafter sagte: "Das neue
Schlüsselelement in der Gleichung wurde
deutlich in den letzten zehn oder zwölf
Tagen, es gibt einen neuen Geist des
Widerstandes unter den Menschen
einige würden sagen Trotz. Sie haben
nicht mehr den Willen, einfach
weiterzumachen, sie verlieren ihre Angst,
sie glauben, sie haben nichts nehr zu
verlieren ..."
"Jawohl, so könnte man einen
Thriller-Protagonisten sprechen lassen,
das soll ja die Stimmung vor Ort
anheizen. Holen Sie sich den Rat von
anderen Kollegen ein, wenn Sie wissen
wollen, wie die Dramaturgie eines von
aussen gelenkten Umsturzes funktionieren
könnte ... Sie kennen den Kollegen
Greene? ..."
Natürlich kennen
wir den schon zweimal verfilmten Roman
von Graham Greene "DER STILLE
AMERIKANER" eine eigenartige
Parabel anglo-amerikanischer Erfahrungen
im Indochina Mitte des vergangenen
Jahrhunderts ...
Während die französischen
Kolonialherren in Vietnam durch die
Kommunisten aus dem Norden unter Druck
geraten, befreundet sich ein junger,
idealistischer Amerikaner mit einem
älteren, desillusionierten Engländer
und verliebt sich in dessen
vietnamesische Lebensgefährtin. Anders
als der Amerikaner glaubt der Brite,
politisch neutral bleiben zu können.
Doch am Ende ergreift er Partei ...
REGIE! BITTE DVD AN!
DER STILLE AMERIKANER
Originaltitel: "The Quiet
American"
nach einem Roman von Graham Greene
(U.S.A./AUS/D, 2002)
Regie: Phillip Noyce
Film-Länge: 101 Min.
Die melodramatische Dreiecksgeschichte
zwischen einem Briten, einem Amerikaner
und einer Vietnamesin ist mit der
politischen Entwicklung im
Indochina-Krieg verknüpft. Phuong
symbolisiert das von der alten
Kolonialmacht England und der neuen
Weltmacht U.S.A. umworbene Vietnam. Das
klingt nach einer Konstruktion. Aber
Graham Greene lässt nicht einfach drei
repräsentative Figuren auftreten,
sondern drei Charaktere mit Fleisch und
Blut, Schwächen und Stärken: die
Vietnamesin Phuong (Do Thi Hai Yen), den
Engländer Fowler (Michael Caine) und den
Amerikaner Pyle (Brendan Fraser).
Während der naive Pyle in der
Dreiecksgeschichte mit offenen Karten
spielt, arbeitet er von
idealistischem Eifer getrieben
heimlich im Auftrag eines
US-amerikanischen Geheimdienstes mit
einem vietnamesischen Warlord zusammen,
um den Hass auf die Kommunisten zu
schüren. Es ist der Beginn des
amerikanischen Engagements in Vietnam.
Die US-Regierung glaubt, ein Volk vor dem
Kommunismus bewahren und ihm zu
westlichen Werten wie Freiheit und
Demokratie verhelfen zu müssen. (Graham
Greene erwies sich als weitsichtig, denn
er veröffentlichte seinen Roman 1955.)
Vor diesem Hintergrund stellt sich die
Frage, ob der Zweck die Mittel heiligt
im politischen wie im
persönlichen Bereich. Fowler, beobachtet
für die Londoner TIMES das politische
und militärische Geschehen in Vietnam
und versucht, dabei neutral zu bleiben.
Später, als ein französischer
Sicherheitsbeamter namens Vigot (Rade
Serbedzija) in einem Mordfall ermittelt,
wird er sagen:
"Mich können Sie aus dem
Spiel lassen. ... Ich habe nichts damit
zu tun. Nichts damit zu tun,
wiederholte ich. Das war einer meiner
Glaubensartikel gewesen. Mit den
Menschen, wie sie nun mal waren, mochten
sie kämpfen, mochten sie lieben, mochten
sie morden: ich wollte nichts damit zu
tun haben. Meine Kollegen von der Presse
nannten sich Korrespondenten; ich zog die
Bezeichnung Berichterstatter vor. Ich
schrieb nieder, was ich sah. Ich
unternahm nichts selbst eine
Meinung zu haben, ist schon eine Art von
Tat."
"Also, in Ihrem Fall handelt es sich
ja weniger um einen Stillen
Amerikaner, sondern um einen
ziemlich Lauten, doch nach
meiner Einschätzung kann er noch so laut
sein, Erfolg wird er nur haben, wenn die
eigenen Medien mitziehen, daheim in den
U.S.A., und international ..."
REGIE! Bitte das
von unserem Mann in Harare angehängte
Video in den Player!
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>>> VIDEO-ANHANG >>
CABEL NEWS NETWORK (CNN)
1715 GMT (0115 HKT), March 20, 2007
Während die internationale Verurteilung
Zimbawes als Reaktion auf die Verfolgung
oppositioneller Politiker und
ausländischer Diplomaten zunimmt, sprach
CNNs Michael Holmes mit Mr.
Machivenyika Mapuranga, dem Botschafter
dieses Landes in den U.S.A. über die
Politik von Präsident Robert Mugabe und
über das Fehlen von Pressefreiheit.
Holmes: Die
Regierung Zimbabwes hat ausländischen
Diplomaten angedroht, sie wegen ihrer
Kritik an der Behandlung politischer
Opponenten auszuweisen. Was wird den
westlichen Diplomaten vorgeworfen?
Mapuranga: Danke
für die Einladung in dieses Programm.
Wenn Sie Diplomat werden, müssen Sie als
Erstes die Wiener Konvention über
diplomatische Beziehungen lesen. Und
diese Konvention stellt klar, dass ein
diplomatisch Beauftragter niemals in die
internen Angelegenheiten des Gastlandes
eingreifen darf. Die westlichen
Diplomaten in Simbabwe haben sich mit der
Opposition gemein gemacht. Wie Sie
wissen, begann das alles, als der
britische Premierminister Tony Blair erst
im Dezember 2003, dann im Juni 2005, dem
Parlament erklärte, die Simbabwe-Politik
seiner Regierung betreibe einen
Regime-Wechsel. Deshalb floss Geld in die
Kassen der MDC [Movement for Democratic
Change] von der Westminster-Stiftung und
vom sogenannten "Zimbabwe Democracy
Trust", einer Körperschaft, die die
gewählte Regierung Simbabwes stürzen
soll.
Holmes: Gut,
wenn Sie Beweise dafür haben, warum
haben Sie bisher niemanden ausgewiesen?
Mapuranga: Sehen
Sie, wir glauben, dass sich das erst
durch Taten belegen lässt, und das
passiert jetzt. Unser Aussenminister
hatte eine Begegnung mit diesen
Botschaftern, während der er ihnen in
ernsthafter Weise klarmachte, wenn sie
das in Taten umsetzen, was sie bisher
angekündigt haben, dann hat die
Regierung keine andere Wahl, als sie
unter den Bestimmungen der Wiener
Konvention auszuweisen.
Holmes: Gut, Sie
behaupten, die Taten seien umgesetzt.
Warum gab es keine Ausweisungen?
Mapuranga: Sehen
Sie, sie haben gehandelt. Ich denke, Sie
wissen, dass Busse und Polizeistationen
angezündet wurden durch MDC-Rowdies. Wir
möchten feststellen, ob es eine
Beziehung zwischen diesen Taten und den
westlichen Diplomaten gab.
Holmes: Sie
sprechen von oppositionellen Rowdies. Die
Regierung selber wird beschuldigt
um die Worte des Oppositionsführers zu
gebrauchen Schlägertruppen, auch
Schlägertruppen der Polizei,
einzusetzen, um Führer der Opposition zu
attackieren. Und wir haben Beweise für
solche Angriffe gesehen. Gibt es eine
koordinierte Kampagne, Oppositionsführer
in Simbabwe physisch anzugreifen?
Mapuranga: Nun,
wie Sie wissen, wurde Simbabwe 1980
unabhängig und wir waren seitdem immer
ein Mehrparteien-Staat, Opposition hat es
immer gegeben. Und alle fünf Jahre
hatten wir Parlamentswahlen, alle sechs
Jahre Präsidentschaftswahlen, die sind
alle von der Afrikanischen Union
davor von der OAU und anderen
regionalen Organisationen Afrikas als
freie Wahlen beobachtet worden, fair und
den Willen des simbabwischen Volkes
reflektierend. Jetzt aber haben wir eine
Situation, wo diese Leute, die
MDC-Führerschaft weil sie die
Wahlen verloren haben sich der
Gewalt zuwenden. Man hat sie sagen
hören, sie würden jetzt den
endgültigen Stoss geben, sie würden
jetzt Robert Mugabe stürzen. Das ist
gewissenlos.
Holmes:
Botschafter, das ist die Sichtweise der
Regierung, und die Opposition hat die
ihre.
Mapuranga: Sie
haben es gesagt ...
Holmes: Gut,
lassen Sie mich aussprechen. Die
Regierung hat ihre Sichtweise, und die
Opposition sieht es so, dass die
simbabwische Regierung Razzien
organisiert, physische Angriffe auf ihre
Mitglieder, denen nicht erlaubt wird, zu
protestieren und so weiter. Hier ist
meine Frage für Sie angesichts
der wirtschaftlichen Auflösung in Ihrem
Land und der anhaltenden politischen
Schwierigkeit, warum erlauben Sie
westlichen Nachrichtenorganisationen
nicht, aus Ihrem Land zu berichten? Zum
Beispiel, CNN, es ist uns nicht
gestattet, aus Simbabwe zu berichten.
Warum nicht? Werden Sie uns erlauben, es
zu tun?
Mapuranga: Nein,
wir werden es nicht erlauben, weill CNN
und die BBC Verfechter der
imperialistischen Interessen der Briten
und der Amerikaner sind, sie sind also
total voreingenommen und ...
Holmes: Wieso?
Wieso? Warum erlauben Sie uns nicht, zu
kommen und von Vorort zu berichten? Es
ist sehr schwierig, von ausserhalb des
Landes zu berichten, stimmt das nicht?
Mapuranga: Weil
sie die Welt irreführen würden, wir
erlauben also nicht feindlichen Agenturen
wie CNN und BBC aus
Simbabwe zu berichten.
Holmes: So, CNN
ist eine feindliche Agentur?
Mapuranga: So
lange, wie Sie des Vorhabens der
US-Regierung unterstützen, einen
Regime-Wechsel anzustreben.
Holmes: Über
die Kommentare anderer Regierungen zu
berichten, heisst nicht, an ihrer Stelle
zu agieren; das ist Berichterstattung.
Mapuranga: Wir
haben Berichte von CNN und von BBC über
Simbabwe beobachtet, und die sind ganz
klar feindlich.
Holmes: Sie
sagen also nein. Wenn ich runterkommen
wollte, um einige Feature-Stories aus
Simbabwe zu machen, die Antwort ist nein?
Mapuranga: Ja,
die Antwort ist nein.
Holmes: Bis
wann?
Mapuranga: Bis
die Opposition auf Gewalt verzichtet, und
bis ...
Holmes: Was hat
das mit CNN zu tun?
Mapuranga: ...
bis Briten und Amerikaner ihre Politik
eines Regime-Wechsels aufgeben.
Holmes: Aber,
was hat das mit Medien-Organisationen zu
tun?
Mapuranga: Nun,
weil die Medienorganisationen diese
beiden Regierung unterstützen. Sie
mögen sagen, das stimt nicht, aber wir
wissen, dass das der Fall ist.
Holmes: Wie
können Sie Medien-Organisationen wie CNN
und BBC der Voreingenommenheit
beschuldigen, wenn Sie doch von uns in
diesem Moment ausgestrahlt werden, und
sagen können, was immer Sie wollen?
Mapuranga: Oh,
in diesem Moment, denke ich, haben Sie
gar keine andere Wahl als das zu hören,
was die Regierung sagt. Aber, wenn wir
Ihnen erlauben, nach Simbabwe
hineinzugehen, dann wissen wir, dass ihre
Agenda nicht edel ist.
Holmes: All
right, wir belassen es hier dabei,
Botschafter. Vielen Dank für Ihre Zeit.
Ich weiss das zu schätzen
Mapuranga: Danke
sehr.
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