© KJS / 2007

Einführung
Vorwort
Kapitel 01
Kapitel 02
Kapitel 03
Kapitel 04
Kapitel 05
Kapitel 06
Kapitel 07
Kapitel 08
Kapitel 09
Kapitel 10
Kapitel 11
Kapitel 12
Kapitel 13
Kapitel 14
Kapitel 15
Kapitel 16
Kapitel 17
Kapitel 18
Kapitel 19
Kapitel 20
Kapitel 21
Kapitel 22
Kapitel 23
Kapitel 24
Kapitel 25
Kapitel 26
Kapitel 27
Kapitel 28
Kapitel 29
Kapitel 30
Kapitel 31
Kapitel 32
Kapitel 33
Kapitel 34
Kapitel 35
Kapitel 36
Kapitel 37
Kapitel 38
Kapitel 39
Kapitel 40

 
TAZARAmit der Eisenbahn durch die Zeitgeschichte © KJS / 2008
Robert Mugabe - Quelle: wikipedia
ACHTUNG AN DER BAHNSTEIGKANTE!
Steigen Sie ein zur Fahrt mit dem TAZARA-Express durch die Zeitgeschichte.
Die virtuelle Reise ist längst über die hier vorgestellten Lesestationen hinaus.
Sie ist auf bisher 412 Seiten dokumentiert.
Eine pdf-Version kann erworben werden für nur:
4 Euro
Einfach am Monitor blättern, oder alles ausdrucken.
Schicken Sie dem Weichensteller, Klaus Jürgen Schmidt, eine Anfrage:
radiobridge@aol.com
Mit dem Text erwerben Sie das Recht, kostenlos auch das Ende der TAZARA-Geschichte als pdf-file zu erhalten, sobald die Protagonisten des virtuellen TAZARA-Expresses das Abstellgleis erreicht haben. Ausserdem gibt es Zugang zu einer Website mit allen ständig aktualisierten online-Quellen.
Diese erlauben eigene, weiterführende Recherchen.

KAPITEL 8

— ratata — ratata — ratata ...

Ist Lateinamerika ein Teil der Welt, der zu Armut und Demütigung verdammt ist?
Verdammt von wem?
Hat Gott die Schuld oder vielleicht die Natur?
Das erdrückende Klima, die minderwertige Rasse?
Die Religion, die Bräuche?
Oder ist unser Unglück ein Produkt der Geschichte, die von Menschen gemacht wurde und darum auch von Menschen verändert werden kann?

(Eduardo Galeano, "Die offenen Adern Lateinamerikas", Hammer-Verlag, Wuppertal, 1980) = (4)

"Quiz-Frage: Was änderte sich, würde man in meinem Text ‘Lateinamerika’ durch ‘Afrika’ ersetzen?"

REGIE!!
Werden Auftritte neuerdings nicht mehr angekündigt? Wer ist der Herr?


"Nennen Sie mich bloss nicht ‘Sir’! Das liesse mir das Blut in den Adern gefrieren!"

"DIE OFFENEN ADERN LATEINAMERIKAS"?

"Wer in den letzten Jahrzehnten irgendwo in Lateinamerika Volkswirtschaft, Geschichte oder Politische Wissenschaften studiert hat, musste mein Buch als Pflichtlektüre lesen ... Herr Dr. Jochen Hippel nickt, er auch ... allein in der deutschen Übersetzung gibt es mein Buch schon in der achtzehnten Auflage!"

Willkommen ... Señor Eduardo Galeano!

"Danke ... aber eigentlich heisse i c h hier willkommen, Sie alle — auf neuer Schiene!"

— ratata — ratata — ratata ...

"Hören Sie genau hin! ..."

— ratata — ratata — ratata ...

Das Geräusch ist ganz anders!!

"Und unsere Route ist anders! Und der Kontinent ist ein anderer!
Ein afrikanischer Zug fährt durch Lateinamerika ... das wundert Sie?
Meine Quiz-Frage war: Was änderte sich, würde man ‘Lateinamerika’ durch ‘Afrika’ ersetzen? ..."


REGIE!! Wir haben einen aktuellen Zwischenruf?

"Ja, eine elektronische mail als direkte Antwort auf die Frage von Señor Galeano; der Code des Internet Service Providers deutet auf afrikanischen Ursprung!
Der Autor will — offenbar aus Gründen seiner persönlichen Sicherheit — anonym bleiben. Er hat im Anhang ein paar Original-Dokumente mitgeschickt ..."


Was ist das Stichwort?

"Nun, es scheint sich um die Rolle der Vereinigten Staaten von Amerika beim Kippen und Einsetzen von Regimen in der Südwelt zu drehen, hier mit besonderer Beleuchtung der Rolle von Diplomaten und Medien ..."

ALLES EINSPIELEN!

TUNNELVERBINDUNG ZWISCHEN PUNKTEN DER GESCHICHTE!!!

Guatemala 1954 <—> 2007 Simbabwe


>>> EMAIL >>> KOMMENTAR >>>

Die Farbe der Lüge / Zwischenruf aus Simbabwe / 20. März 2007 / von ***
ACHTUNG! Glauben Sie nichts, was Sie in diesen Wochen aus Simbabwe hören, sehen oder lesen! Glauben Sie nicht den Bildern, glauben Sie nicht den Texten!
Wo befinden Sie sich beim Hören, Sehen oder Lesen von Geschichten über Simbabwe? Einhundert Kilometer weit weg? Eintausend Kilometer weit weg? Zehntausend Kilometer weit weg?
Ich bin oft nur zehn Meter weit weg, wenn der Konvoi des Präsidenten Mugabe hier mit Blaulicht und mit Bewaffneten vorüberrast, ich sehe aber auch die flatternden Stander an westlichen Botschaftswagen, die neuerdings ganz undiplomatische Richtungen einschlagen — ich bin so dicht dran, und deshalb glaube ich nicht mehr den Bildern und den Texten, die seit Wochen wie Eiter aus Simbabwes Wunden sickern.
Ich korrigiere mich: Es ist ein falsches Bild! Die Produktion von Eiter signalisierte ja einen Gesundungsprozess, diese Bilder und diese Texte sind eher wie Maden, die sich in Wunden fressen sollen bis der Organismus krepiert.
Die Maden sind Halbwahrheiten und Gerüchte, gepflanzt und gefüttert von professionellen Giftmischern in einer grandiosen psychologischen Kriegsführung, die nicht auf Aufklärung sondern auf Verrohung der Sinne setzt. Dabei präsentiert jede Seite ausschliesslich ihre Opfer und die dazu passende Geschichte.
Die im Konfliktgebiet agierenden Berichterstatter, hier ansässig oder entsandt, haben in der Regel schon bei Ihrer Beauftragung die Wahl getroffen, welche Seite gut und welche böse darzustellen ist. So wählen sie aus dem Angebot ihre Quellen und Geschichten, ihre Bilder, ihre Loyalität. Sie sind selten selber dabei gewesen, sie erzählen weiter, was sie gehört haben.
Für Sie da draussen, zehntausend Kilometer weit weg, oder bloss tausend oder hundert, erscheint Simbabwe als Konfliktgebiet, in dem Afrikaner wieder dabei beobachtet werden, wie sie Weisse verjagen oder sich gegenseitig die Köpfe einschlagen.
Wer hier lebt, hat lernen müssen, allen Seiten zuzuhören. Dadurch erkennen die Menschen leichter, wann die Farbe der Lüge schwarz und wann sie weiss ist.
Für die meisten hier lebenden Menschen ist dieses Land nicht in erster Linie Konfliktgebiet, sie haben es nicht dazu gemacht. Sie sind damit beschäftigt, auf ihrem Land zu überleben, sie wollen nicht mehr den Kopf hinhalten für den Kampf um Macht und Einfluss von Eliten, egal ob schwarz oder weiss.

>>> EMAIL >>> TEXT-ANHANG 1>>>

Harare, Sonntag, 18. März 2007 08:39 / ZIM STANDARD
(eine in Privatbesitz befindliche Harare-Zeitung)
Brief von: Christopher W Dell, US Botschafter, Harare
... Der Schlüssel zu den Anstrengungen der Regierung, ihr brutales und ungerechtfertigtes Vorgehen gegen die eigene Bevölkerung zu rechtfertigen, ist die Behauptung, dass die Menschen Simbabwes ein braves und zufriedenes Leben führen würden, gäbe es da nicht die Ränke der — wählen Sie den Begriff, der Ihnen passt — "Imperialisten", "ehemaligen Kolonialisten" oder "Rassisten / Westler / Feinde".
Die Lieblingsgeschichte, die im Moment von den Propagandisten bevorzugt wird, ist die von ihnen fabrizierte über mein angebliches Treffen mit Morgan Tsvangirai und Arthur Mutambara am 9. Januar im Bronte-Hotel in Harare.
Nach Darstellung dieser "spin doctors" ist dieses Treffen der einzige Grund, dass Simbabwer heute mit zunehmender Lautstärke gegen die Regierung protestieren und entschieden eine Änderung durchsetzen wollen. Damit ihre Phantasie nach Fakten aussieht, haben die Herren Manheru und Zwayi (als Zeitungskolumnisten auftretende Regierungssprecher) — aufgehetzt durch pseudo-intelektuelle Wortschwälle des Tafataona Mahoso in der "Sunday Mail" und durch Legionen gesichtsloser "Herald"-Reporter — so schillernde Details erfunden wie die Grösse der Delegationen auf beiden Seiten, einen Aktenkoffer voller Geld, etc.
Die Tatsachen sehen ein bisschen anders aus:
1. Am Tag unseres angeblichen Treffens war ich in Bulawayo, auf einem Ferientrip mit Familienbesuch. Falls das irgendjemand überprüfen möchte, braucht er nur zum Naturgeschichtlichen Museum zu gehen und sich anzuschauen, wo ich mich im Gästebuch eingetragen habe. (Mir ist natürlich klar, dass die entsprechende Seite vermutlich unter ‘mysteriösen Umständen’ verschwinden wird, sobald das hier veröffentlicht ist, aber kein Problem: es gibt andere Zeugen, die bestätigen können, dass ich tatsächlich an jenem Tag in Bulawayo war, einschliesslich Diplomaten — und natürlich einschliesslich der allgegenwärtigen CIO, die mich während meiner gesamten Ferien verfolgte.
2. Ich habe nie einen Fuss in das Bronte Hotel gesetzt und hatte nicht mal eine Ahnung, dass es existiert, bevor es mir freundlicherweise von Zvayi zur Kenntnis gebracht wurde.
3. Das erste und einzige Mal dass ich Tsvangirai und Mutambara getroffen habe, geschah dank der simbabwischen Regierung. Das Treffen fand statt am 13. März im Gerichtssaal Nr. 6 in Harare. Ich denke, wir alle können der Regierung besonders dankbar dafür sein, dass sie diese beiden Führer zusammenbrachte, zu einer Gelegenheit, sich besser kennenzulernen ...
Währenddessen muss sich das unglückliche Volk Simbabwes weiter mit der traurigen Wahrheit auseinandersetzen, dass es zu einem Leben in der Hölle verdammt wurde dank der verfehlten Politik einer bankrotten Regierung.


Oh, da scheinen wir ja eine Art Rambo-Diplomaten zu haben! Nimmt kein Blatt vor den Mund, gibt es ihnen, den Feinden westlicher Werte ...
Aber, wir sind da vielleicht nicht die richtigen Kenner der Szene ... und so bitten wir um Beistand durch einen, der sich auszukennen scheint mit gross angelegten Verschwörungen, bei denen immer wieder auch Diplomaten eine Rolle spielen — umgesetzt zum Beispiel in seinem zwanzigsten Roman, "THE MISSION SONG", in der deutschen Übersetzung: "GEHEIME MELODIE".
Wir begrüssen: Mr. John Le Carré — trotz seines französisch klingenden Namens früher ‘mal selber britischer Geheimdienst-Akteur und späterer Doukumentarist anglo-amerikanischer Geheimdienst-Kapriolen!


‘Die Eroberung der Erde, was hauptsächlich meint, die Wegnahme von jenen, die ein anderes Aussehen haben oder eine leicht flachere Nase als wir selber, ist keine hübsche Angelegenheit, wenn man sie genauer betrachtet.’ — Marlow

"Ach ja, wer kennt es nicht, ‘DAS HERZ DER FINSTERNIS’ von Joseph Conrad. Ich konnte es mir nicht verkneifen, seine Worte am Anfang meines neuen Romans zu zitieren, der ja Afrika in den Mittelpunkt rückt ... Nun gut, Coppola hatte ihn schon vor mir entdeckt, für Indochina, mit Marlon Brando als Conrads Colonel Kurtz in seinem grandiosen Film ‘APOCALYPSE NOW’ ..."


Kann es sein, dass Sie auch bei der Suche nach einem Handlungsort für Ihre neue Geschichte ein bisschen abgekupfert haben? Die Idee, dass Ihr afrikanisch-stämmiger Dolmetscher bei einem Komplott missbraucht wird, bei dem westliche Finanziers und afrikanische Kriegsführer zu einem Deal auf einer Nordsee-Insel aufeinandertreffen, diese Idee kommt uns irgendwie bekannt vor ...

"Es freut mich, dass jemand draufgekommen ist! Das ist mein täglich’ Brot: beim Entwerfen von Thriller-Geschichten in der Realität zu stochern! Und wer kann da bessere Vorlagen liefern als ..."

Henry Kissinger?

"Treffer! Nur, dass — als ich an meinem Skript schrieb — der Kongo mit seinen Wahlen im Brennpunkt öffentlichen Interesses stand. Bei Kissinger war es der Iran, aber genauso bizarr — und natürlich als Idee kaum zu übertreffen: eine Nordsee-Insel ohne Namen als Zentrum und Ausgangspunkt für eine Verschwörung — bloss bei ihm war es nicht erfunden ..."

Im Londoner Royal Institute of International Affairs (Chatham House), wo sich in aller Diskretion und Verschwiegenheit die Herrschaften des ‘Empire’ treffen, das heute als Commonwealth firmiert und wie stets heldenhaft gegen seine eigenen zentrifugalen Tendenzen ankämpft, an diesem distinguierten Ort hat im Januar 2001 Sheikh Ahmed Zaki Yamani einem ausgewählten Auditorium einige Einzelheiten über Henry Kissinger und die historische Ölkrise von 1973/74 dargelegt .... Der ehemalige Ölminister von Saudi-Arabien, in den siebziger Jahren spiritus rector der OPEC, die seit diesen Jahren in den wohlhabenden Ländern der OECD immer wieder als der Leibhaftige porträtiert wird, sprach tags darauf dem "Observer" in einem Interview folgendes aufs Band:
"Ich bin mir zu hundert Prozent sicher, daß die Amerikaner hinter der Ölpreiserhöhung steckten. Die Ölkonzerne waren damals in erheblichen Schwierigkeiten, sie hatten eine Menge Geld geborgt und benötigten zu ihre Rettung einen hohen Ölpreis."
Er sagte, er war davon überzeugt angesichts der Haltung des Schahs von Iran, der sich an einem entscheidenden Tag im Jahr 1974 von der Sicht der Saudis absetzte, die darauf hinauslief, daß eine Anhebung der Förderpreise für die OPEC gefährlich wäre, weil sie die U.S.A. vor den Kopf stoßen würde. Im Gegensatz dazu befürwortete der Schah nun höhere Preise.
Yamani: "König Feisal sandte mich zum Schah von Iran, der zu mir sagte: ›Warum sind Sie gegen einen Ölpreisanstieg? Ist das nicht das, was sie wollen? Fragen Sie Henry Kissinger – er ist es, der höhere Preise haben will.‹"
Yamani behauptet, daß der Beweis für diese lange gehegte Überzeugung vor kurzem aufgetaucht ist, und zwar in Protokollen von einer Geheimtagung auf einer schwedischen Insel, wo Amtsträger aus dem Vereinigten Königreich und den Vereinigten Staaten, darunter selbstredend Kissinger, sich auf das Drehbuch für eine vierhundertprozentige Ölpreiserhöhung verständigten.«
(u.a. "The Observer" vom 14. Januar 2001)

‘mal als Zwischenbemerkung für Mr. Rockefeller hier — erste politische Erfahrung sammelte Henry Kissinger ja als Berater Ihres Zweitgeborenen ab 1957, da war Ihr Nelson schon Gouverneur.
In der Folge wurde Kissinger auch von den US-Präsidenten John F. Kennedy, Lyndon B. Johnson und Richard Nixon geschätzt. Mit der Wahl Richard Nixons zum Präsidenten 1968 wurde Kissinger offizieller Berater für Außen- und Sicherheitspolitik. Bei unserer Spurensuche werden wir immer wieder feststellen, dass er seine Loyalität seit 1957 aber niemals wirklich gewechselt hat!
... Hallo, Mr. Rockefeller! REGIE! ... Wo ist er denn?

"Hat sich gerade zu einem kleinen Schläfchen zurückgezogen ... Es war nicht ganz klar, ob wir nun noch in Lateinamerika sind, oder schon wieder in Afrika, dort ist Tag, da wäre Nacht ..."

Das klären wir gleich mit Señor Galeano ... Mr. Le Carré, was sagen Sie eigentlich zu unserem rollenden Unterfangen: mit einem Eisenbahnzug unterwegs auf Spurensuche in der Zeitgeschichte?

Die Täuschung der Öffentlichkeit durch Politik und Medien hat einen Grad erreicht, den ich für höchst gefährlich halte. (...) Wir leben in einer Welt virtueller Nachrichten. Und so gesehen fällt Autoren und Filmemachern die Verantwortung zu, diese Informationslücke zu füllen.
("Die Welt", 3. Januar 2006)

Wenn wir sterben, dann sterben wir an Selbstbetrug, Desinteresse und Apathie. Die Medien mit ihrem ‘eingebetteten Journalismus’ haben versagt, haben sich alles erzählen lassen und verbreiten weiter die Lügen der Regierungen. Für Mussolini ist der Faschismus die Identität von Staats- und Wirtschaftsmacht. Der Unterschied zu damals besteht darin, dass auch noch die Medien dabei mitmachen.
("Süddeutsche Zeitung", 16./17. September 2006)

Nun, Mr. Le Carré, eigentlich dachten wir, mit Ihrer Erfahrung könnten Sie uns bei der Einschätzung helfen, ob in Simbabwe die Aktivitäten des US-Botschafters Vorlage für einen neuen Thriller wären.
Interessanterweise kann im Web-Lexikon WIKIPEDIA unter seinem Namen immer der super-aktuellste Stand seiner Aktionen in Simbabwe abgerufen werden, und natürlich alle Stufen seiner Karriere-Leiter ...

REGIE! Die englischsprachige Website bitte!

> Christopher William Dell is a career United States Foreign Service officer who has served as United States Ambassador to the Republic of Zimbabwe since August 12, 2004
> Ambassador to Angola, 2001-2004
> Chief of Mission, U.S. Office, Pristina, Kosovo, 2000-2001
> Deputy Chief of Mission, U.S. Embassy Sofia, Bulgaria, 1997-2000
> Deputy Director, Office of Regional Political Affairs, Bureau of European and Canadian Affairs, 1994-1996
> Deputy Chief of Mission, U.S. Embassy, Maputo, Mozambique, 1991-1994
> Special Assistant to the Under Secretary for International Security Affairs, 1989-1991
> Executive Assistant to the Special Negotiator for Greek Bases Agreement, Bureau of European and Canadian Affairs, 1987-1989
> Desk Officer for Spain and Portugal, Bureau of European and Canadian Affairs, 1986-1987
> Staff Assistant, Bureau of Political Military Affairs, 1985-1986
> Political Officer, US Embassy Lisbon, Portugal, 1984-1985
> Vice Consul, US Consulate Oporto, Portugal, 1983-1984
> Vice Consul, US Consulate Matamoras, Mexico, 1981-1983


"Eindrucksvolle Karriere — sozusagen immer am Puls der Zeit, der Mann! ...
Wissen Sie, in meinen Romanen gab es nie auf der einen Seite die "Guten" und auf der anderen die "Bösen", die gibt es ja auch im wirklichen Leben nicht! ...
Schlagen Sie doch ‘mal bei WIKIPEDIA unter meinem Namen nach ..."


WIKIPEDIA-Stichwort "John Le Carré" bitte!

... Thema seiner Romane war bis in die achtziger Jahre der Ost-West-Gegensatz und der Kalte Krieg. Sie zeichnen sich durch differenzierte psychologische Zeichnung der handelnden Figuren aus und sind akribisch recherchiert. Le Carré brach mit der herkömmlichen Schwarz-Weiß-Sichtweise. Bei ihm ist alles grau, Halb-Engel kämpfen gegen Halb-Teufel. Der Westen greift im Kampf gegen den Kommunismus zu den Methoden des Ostens und verrät so die Ideale, für die er kämpft. Le Carré stellt in seinen Romanen wiederholt die Frage, ob der Zweck die Mittel heiligt und ob der Westen zu den Mitteln des Ostens greifen darf, um sich zu verteidigen und trotzdem eine Gesellschaft bleibt, die es wert ist, verteidigt zu werden. Auch nach Ende des Kalten Krieges ist le Carré seiner Thematik treu geblieben: Männer, die sich für das Individuum und gegen die Institution entscheiden, sowie Kritik an der Politik des Westens ...


"Bevor Sie mich fragen — ich kann nicht meckern! WIKIPEDIA hat meine literarischen Absichten durchaus korrekt beschrieben ...
Ich bin nun ‘mal kein James-Bond-Fan! Owohl diese Figur meines Kollegen Fleming wahrscheinlich viel populärer ist als mein George Smiley, dessen Genialität als Geheimdienstmann ja im krassen Gegensatz zu seiner Unfähigkeit steht, soziale Bindungen zu knüpfen und — zu pflegen ...
Wissen Sie, Smiley ist im Laufe der Zeit desillusioniert worden, er kämpft nicht mehr für oder gegen eine Sache, sondern er tut das, was er am besten kann, weil er eben nichts anderes kann. Solchen tragischen und skurrilen Gestalten bin ich oft während meiner Recherche-Reisen im wirklichen Leben begegnet ...
Es könnte sicherlich reizvoll sein, mehr über Ihren Botschafter in Harare zu erfahren ... Interessant ist es ja, dass zur chronologischen Darstellung seines Wirkens ein unabhängiges Web-Lexikon genutzt wird. Damit soll wohl eine gewisse Glaubwürdigkeit suggeriert werden. Und besonders geschickt ist es, schon jetzt für die Nachwelt eine Geschichte zu konstruieren, in der die verdeckten Aktivitäten der U.S.A. durch die bekannten Handlungen einer quasi heldenhaften Person in einem Land gerechtfertigt werden, dessen Regierungssystem zur Disposition steht — wäre interessant, herauszufinden, wer das veranlasst ...
Aber mir fehlt da noch ein wesentlicher Baustein, der zu einer guten anglo-amerikanischen Konspiration gehört: London, unser Mann arbeitet natürlich nicht allein, er muss sich mit London abstimmen!
Das hat ja alte Tradition, und einer, der schon im damaligen Rhodesien, dem heutigen Simbabwe, die anglo-amerikanische Karte spielte war ..."


Henry Kissinger? Henry! REGIE! Rolltext bitte!

Heinz Alfred Kissinger, der Auswanderer aus Fürth im deutschen Franken, der, mit nur wenig mehr als Eitelkeit und dem unerschöpflichen Vermögen zur Selbstreferenz begabt, es der mächtigen Nation der Amerikaner bis hin zu ihrem ohnehin schon zu allem fähigen Präsidenten zeigt, wie man die Macht eines Imperiums gebraucht und, wenn »realpolitisch« geboten, mißbraucht. Aber auch diese Figur hat sich nicht selbst erschaffen. Auch diese scheinbare Reinkarnation der Diplomatik des alten Europa hatte seine Meister. Bei den richtigen Leuten, den Zuhörern im Royal Institute of International Affairs am Londoner St. James Square, hat er vor fünfundzwanzig Jahren in einem Vortrag seine Schulung zusammengefaßt:
»Unsere diplomatische Nachkriegsgeschichte ist von anglo-amerikanischen Abkommen und Verständigungen durchzogen, die manchmal ganz entscheidende Gegenstände betrafen, die sich aber niemals in schriftlichen Dokumenten niederschlugen. Die Briten waren dabei tatsächlich so hilfreich, daß sie an den internen amerikanischen Überlegungen beteiligt wurden, und das in einem Maße, wie es wohl nie zuvor zwischen zwei souveränen Staaten praktiziert worden war. Während meiner Amtszeit spielten die Briten in einigen bilateralen Abkommen die Schlüsselrolle. Während ich im Weißen Haus arbeitete, hielt ich das britische Außenministerium besser informiert und in den Entscheidungen enger eingebunden als das amerikanische Außenministerium.«
Als Beispiel dafür gab Kissinger an:
»In meinen Verhandlungen über Rhodesien ging ich von einer britischen Vorlage mit britischer Schreibweise aus, wobei ich den Unterschied zwischen einem Arbeitskonzept und einem vom Kabinett verabschiedeten Dokument nicht ganz erfaßte. Diese Art von Zusammenarbeit erstreckt sich bis in unsere Tage.«
Quelle: »Reflections on a partnership: British and American Attitudes to Postwar Foreign Policy, Address in Commemoration of the Bicentenary of the Office of the Foreign Secretary,«
May 10, 1982, Royal Institute of International Affairs (Chatham House), London


"Gibt es denn noch mehr Dokumente über die bisherigen Auftritte dieses amerikanischen Botschafters in Simbabwe?"

Wie gesagt, WIKIPEDIA scheint beste Quelle dafür zu sein, wie die U.S.A. das Arbeitsumfeld ihres Botschafters gerne dargestellt sehen will — noch einmal die Website bitte, wie sie am 23. März 2007 zu lesen war!

Die Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Simbabwe verschlechterten sich als Ergebnis von "Operation Murambatsvina" sowie der humanitären Situation im Lande, für die die Vereinigten Staaten offizielle Korruption und Missmanagement verantwortlich machten. Hinzu kam, dass die U.S.A. in ihrem Jahresreport von 2004 Simbabwe beschuldigte, Menschenrechte zu verletzen. "Operation Murambatsvina" war von Mugabe als "städtisches Erneuerungsprogramm" bezeichnet worden, seine politischen Opponenten nannten es das gewaltsame Vorgehen gegen die städtischen Armen. Westliche Regierungen, die U.S.A. eingeschlossen, verurteilten es.
Als Resultat der gespannten Beziehungen war das Missvergnügen der Regierung vor allem gegen Dell gerichtet. Mitte Oktober 2005 wurde er festgenommen, weil er einen verbotenen Teil des Botanischen Gartens betreten hatte. Einige Wochen danach machte er in einem öffentlichen Vortrag in der Stadt Mutare Korruption für die Lebensmittelknappheit im Lande verantwortlich, die nach Auffassung der simbabwischen Regierung durch ausländische Sanktionen verursacht wird. Am 8. November 2005 wurde Dell von Präsident Mugabe einbestellt, der ihm sagte er solle sich "zur Hölle" scheren. Am folgenden Tag wurde Dell zu Konsultationen in die Vereinigten Staaten zurückgerufen. Danach kehrte er zurück.
Dell hat öffentlich verurteilt, dass am 11. März 2007 mehrere Führer der "Bewegung für Demokratischen Wandel", darunter Parteichef Morgan Tsvangirai, geschlagen wurden. Auf Weisung Präsident Mugabes bestellte Aussenminister Simbarashe Mumbengegwi am 19. März Dell und andere westliche Diplomaten in sein Ministerium, wo sie eine offizielle Warnung erhalten sollten, die Einmischung in die inneren Angelegenheiten des Landes zu beenden. Als sich Mumbengegwi weigerte, den Diplomaten Gelegenheit zu Fragen zu geben, verliess Dell das Treffen und nannte es einen Täuschung für die Staatsmedien, die die Prozedur filmten. Am selben Tag flog Dell von Harare nach London. Das (US-) Aussenenministerium kündigte seine baldige Rückkehr nach Simbabwe an.


Bitte weiter mit den Text-Anhängen unseres anonymen email-Informanten aus Harare!

>>> EMAIL >>> TEXT-ANHANG 2 >>>
THE HERALD / Harare / Tuesday, March 20, 2007
(regierungsnahe Tageszeitung) /Government reads riot act / Herald Reporter
Aussenminister, Genosse Simbarashe Mumbengegwi las gestern westlichen Diplomaten die Leviten für ihre Versuche, in die internen Angelegenheiten Simbabwes einzugreifen. Aber der Botschafter der Vereinigten Staaten Mr. Christopher Dell verliess das Treffen noch bevor es angefangen hatte.
Mr. Dell ging abrupt unter Protest wenige Minuten bevor die Instruktion im Sitzungssaal des Aussenministeriums im Munhumutapa Gebäude von Harare begann.
Er hatte einen Offiziellen gefragt, ob es den Botschaftern erlaubt sein werde, nach der Instruktion durch den Minister Fragen zu stellen. Ihm wurde gesagt, er möge auf den Minister warten.
Zur Überraschung seiner Kollegen, zog es Mr. Dell vor, beleidigt aus dem Sitzungssaal zu marschieren. Sein Schritt war kalkuliert, andere Botschafter dazu zu bewegen, die Instruktion zu boykottieren, die dann ungefähr eine halbe Stunde dauerte. Aber Botschafter und Vertreter anderer westlicher Länder, einschliesslich Grossbritanniens, Neuseelands, Australiens und Schwedens, blieben zur Teilnahme ...

>>> EMAIL >>> TEXT-ANHANG 3 >>>
US Department of State / Office of the Spokesman / Washington, DC
March 19, 2007 / Question Taken at March 19, 2007 Daily Press Briefing
Zimbabwe: Crisis Update
Frage: Hat Simbabwes Aussenminister ausländische Botschafter einbestellt und gedroht, jene auszuweisen, die Mitglieder der Oppositionspartei unterstützen?
Antwort: Simbabwes Aussenminister Simbarashe Mumbengegwi hat heute westliche Diplomaten zur Instruktion über die gegenwärtige Stiuation einbestellt. Mumbengegwi verlas eine Erklärung zur Position der Regierung und drohte ausländischen Diplomaten, still zu sein oder zur unerwünschten Person erklärt zu werden. Bei diesem Treffen versuchte U.S. Botschafter Christopher Dell sicherzustellen, dass der Minister Diplomaten die Gelegenheit zu Erwiderungen geben würde. Als der Botschafter solche Zusicherung nicht erhielt, ging er, um nicht dem Versuch der Regierung zuzuhören, ihre jüngsten Brutalitäten zu rechtfertigen.
Die Vereinigten Staaten werden in Unterstützung des Rechts des simbabwischen Volkes auf Demokratie weiterhin unerschütterlich sprechen und handeln.
2007/209
Released on March 19, 2007

>>> EMAIL >>> TEXT-ANHANG 4 >>>
New York Times
Opposition in Zimbabwe Mounts, Says U.S. Diplomat
By THE ASSOCIATED PRESS
Published: March 21, 2007
JOHANNESBURG, March 20 (AP)
Der amerikanische Botschafter für Simbabwe hat festgestellt, die Opposition gegenüber Präsident Robert G. Mugabe habe einen Wendepunkt erreicht, weil die Menschen nicht länger die Regierung fürchteten und glaubten, sie könnten nichts mehr verlieren.
In einem Interview sagte Botschafter Christopher Dell, Zimbabwes Regierung und Regierungspartei seien in Unordnung und könnten nicht länger effektiv regieren. Eine wachsende Zahl von Mitgliedern der Regierung und der Regierungspartei, bekannt als ZANU-PF, wollten, dass Mr. Mugabe zurücktritt.
Mr. Dell betonte, er befürworte nicht und sage auch nicht voraus, dass es zu einem gewaltsamen Sturz der Regierung komme, aber er stellte fest, dass es Unzufriedenheit innerhalb des Militärs und eine Spaltung in den Sicherheitskräften gebe.
Die Wirtschaft befinde sich im freien Fall, und die Menschen glauben, dass ihnen die Regierung ihre letzte Hoffnung nimmt.
Der Botschafter sagte: "Das neue Schlüsselelement in der Gleichung wurde deutlich in den letzten zehn oder zwölf Tagen, es gibt einen neuen Geist des Widerstandes unter den Menschen — einige würden sagen Trotz. Sie haben nicht mehr den Willen, einfach weiterzumachen, sie verlieren ihre Angst, sie glauben, sie haben nichts nehr zu verlieren ..."


"Jawohl, so könnte man einen Thriller-Protagonisten sprechen lassen, das soll ja die Stimmung vor Ort anheizen. Holen Sie sich den Rat von anderen Kollegen ein, wenn Sie wissen wollen, wie die Dramaturgie eines von aussen gelenkten Umsturzes funktionieren könnte ... Sie kennen den Kollegen Greene? ..."

Natürlich kennen wir den schon zweimal verfilmten Roman von Graham Greene "DER STILLE AMERIKANER" — eine eigenartige Parabel anglo-amerikanischer Erfahrungen im Indochina Mitte des vergangenen Jahrhunderts ...
Während die französischen Kolonialherren in Vietnam durch die Kommunisten aus dem Norden unter Druck geraten, befreundet sich ein junger, idealistischer Amerikaner mit einem älteren, desillusionierten Engländer und verliebt sich in dessen vietnamesische Lebensgefährtin. Anders als der Amerikaner glaubt der Brite, politisch neutral bleiben zu können. Doch am Ende ergreift er Partei ...

REGIE! BITTE DVD AN!


DER STILLE AMERIKANER
Originaltitel: "The Quiet American"
nach einem Roman von Graham Greene
(U.S.A./AUS/D, 2002)
Regie: Phillip Noyce
Film-Länge: 101 Min.
Die melodramatische Dreiecksgeschichte zwischen einem Briten, einem Amerikaner und einer Vietnamesin ist mit der politischen Entwicklung im Indochina-Krieg verknüpft. Phuong symbolisiert das von der alten Kolonialmacht England und der neuen Weltmacht U.S.A. umworbene Vietnam. Das klingt nach einer Konstruktion. Aber Graham Greene lässt nicht einfach drei repräsentative Figuren auftreten, sondern drei Charaktere mit Fleisch und Blut, Schwächen und Stärken: die Vietnamesin Phuong (Do Thi Hai Yen), den Engländer Fowler (Michael Caine) und den Amerikaner Pyle (Brendan Fraser).
Während der naive Pyle in der Dreiecksgeschichte mit offenen Karten spielt, arbeitet er – von idealistischem Eifer getrieben – heimlich im Auftrag eines US-amerikanischen Geheimdienstes mit einem vietnamesischen Warlord zusammen, um den Hass auf die Kommunisten zu schüren. Es ist der Beginn des amerikanischen Engagements in Vietnam. Die US-Regierung glaubt, ein Volk vor dem Kommunismus bewahren und ihm zu westlichen Werten wie Freiheit und Demokratie verhelfen zu müssen. (Graham Greene erwies sich als weitsichtig, denn er veröffentlichte seinen Roman 1955.)
Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, ob der Zweck die Mittel heiligt – im politischen wie im persönlichen Bereich. Fowler, beobachtet für die Londoner TIMES das politische und militärische Geschehen in Vietnam und versucht, dabei neutral zu bleiben. Später, als ein französischer Sicherheitsbeamter namens Vigot (Rade Serbedzija) in einem Mordfall ermittelt, wird er sagen:
"’Mich können Sie aus dem Spiel lassen. ... Ich habe nichts damit zu tun. Nichts damit zu tun’, wiederholte ich. Das war einer meiner Glaubensartikel gewesen. Mit den Menschen, wie sie nun mal waren, mochten sie kämpfen, mochten sie lieben, mochten sie morden: ich wollte nichts damit zu tun haben. Meine Kollegen von der Presse nannten sich Korrespondenten; ich zog die Bezeichnung Berichterstatter vor. Ich schrieb nieder, was ich sah. Ich unternahm nichts – selbst eine Meinung zu haben, ist schon eine Art von Tat."


"Also, in Ihrem Fall handelt es sich ja weniger um einen ‘Stillen Amerikaner’, sondern um einen ziemlich ‘Lauten’, doch nach meiner Einschätzung kann er noch so laut sein, Erfolg wird er nur haben, wenn die eigenen Medien mitziehen, daheim in den U.S.A., und international ..."


REGIE! Bitte das von unserem Mann in Harare angehängte Video in den Player!

>>> EMAIL >>> VIDEO-ANHANG >>
CABEL NEWS NETWORK (CNN)
1715 GMT (0115 HKT), March 20, 2007
Während die internationale Verurteilung Zimbawes als Reaktion auf die Verfolgung oppositioneller Politiker und ausländischer Diplomaten zunimmt, sprach CNN’s Michael Holmes mit Mr. Machivenyika Mapuranga, dem Botschafter dieses Landes in den U.S.A. über die Politik von Präsident Robert Mugabe und über das Fehlen von Pressefreiheit.
Holmes: Die Regierung Zimbabwes hat ausländischen Diplomaten angedroht, sie wegen ihrer Kritik an der Behandlung politischer Opponenten auszuweisen. Was wird den westlichen Diplomaten vorgeworfen?
Mapuranga: Danke für die Einladung in dieses Programm. Wenn Sie Diplomat werden, müssen Sie als Erstes die Wiener Konvention über diplomatische Beziehungen lesen. Und diese Konvention stellt klar, dass ein diplomatisch Beauftragter niemals in die internen Angelegenheiten des Gastlandes eingreifen darf. Die westlichen Diplomaten in Simbabwe haben sich mit der Opposition gemein gemacht. Wie Sie wissen, begann das alles, als der britische Premierminister Tony Blair erst im Dezember 2003, dann im Juni 2005, dem Parlament erklärte, die Simbabwe-Politik seiner Regierung betreibe einen Regime-Wechsel. Deshalb floss Geld in die Kassen der MDC [Movement for Democratic Change] von der Westminster-Stiftung und vom sogenannten "Zimbabwe Democracy Trust", einer Körperschaft, die die gewählte Regierung Simbabwes stürzen soll.
Holmes: Gut, wenn Sie Beweise dafür haben, warum haben Sie bisher niemanden ausgewiesen?
Mapuranga: Sehen Sie, wir glauben, dass sich das erst durch Taten belegen lässt, und das passiert jetzt. Unser Aussenminister hatte eine Begegnung mit diesen Botschaftern, während der er ihnen in ernsthafter Weise klarmachte, wenn sie das in Taten umsetzen, was sie bisher angekündigt haben, dann hat die Regierung keine andere Wahl, als sie unter den Bestimmungen der Wiener Konvention auszuweisen.
Holmes: Gut, Sie behaupten, die Taten seien umgesetzt. Warum gab es keine Ausweisungen?
Mapuranga: Sehen Sie, sie haben gehandelt. Ich denke, Sie wissen, dass Busse und Polizeistationen angezündet wurden durch MDC-Rowdies. Wir möchten feststellen, ob es eine Beziehung zwischen diesen Taten und den westlichen Diplomaten gab.
Holmes: Sie sprechen von oppositionellen Rowdies. Die Regierung selber wird beschuldigt — um die Worte des Oppositionsführers zu gebrauchen — Schlägertruppen, auch Schlägertruppen der Polizei, einzusetzen, um Führer der Opposition zu attackieren. Und wir haben Beweise für solche Angriffe gesehen. Gibt es eine koordinierte Kampagne, Oppositionsführer in Simbabwe physisch anzugreifen?
Mapuranga: Nun, wie Sie wissen, wurde Simbabwe 1980 unabhängig und wir waren seitdem immer ein Mehrparteien-Staat, Opposition hat es immer gegeben. Und alle fünf Jahre hatten wir Parlamentswahlen, alle sechs Jahre Präsidentschaftswahlen, die sind alle von der Afrikanischen Union — davor von der OAU — und anderen regionalen Organisationen Afrikas als freie Wahlen beobachtet worden, fair und den Willen des simbabwischen Volkes reflektierend. Jetzt aber haben wir eine Situation, wo diese Leute, die MDC-Führerschaft — weil sie die Wahlen verloren haben — sich der Gewalt zuwenden. Man hat sie sagen hören, sie würden jetzt den endgültigen Stoss geben, sie würden jetzt Robert Mugabe stürzen. Das ist gewissenlos.
Holmes: Botschafter, das ist die Sichtweise der Regierung, und die Opposition hat die ihre.
Mapuranga: Sie haben es gesagt ...
Holmes: Gut, lassen Sie mich aussprechen. Die Regierung hat ihre Sichtweise, und die Opposition sieht es so, dass die simbabwische Regierung Razzien organisiert, physische Angriffe auf ihre Mitglieder, denen nicht erlaubt wird, zu protestieren und so weiter. Hier ist meine Frage für Sie — angesichts der wirtschaftlichen Auflösung in Ihrem Land und der anhaltenden politischen Schwierigkeit, warum erlauben Sie westlichen Nachrichtenorganisationen nicht, aus Ihrem Land zu berichten? Zum Beispiel, CNN, es ist uns nicht gestattet, aus Simbabwe zu berichten. Warum nicht? Werden Sie uns erlauben, es zu tun?
Mapuranga: Nein, wir werden es nicht erlauben, weill CNN und die BBC Verfechter der imperialistischen Interessen der Briten und der Amerikaner sind, sie sind also total voreingenommen und ...
Holmes: Wieso? Wieso? Warum erlauben Sie uns nicht, zu kommen und von Vorort zu berichten? Es ist sehr schwierig, von ausserhalb des Landes zu berichten, stimmt das nicht?
Mapuranga: Weil sie die Welt irreführen würden, wir erlauben also nicht feindlichen Agenturen — wie CNN und BBC — aus Simbabwe zu berichten.
Holmes: So, CNN ist eine feindliche Agentur?
Mapuranga: So lange, wie Sie des Vorhabens der US-Regierung unterstützen, einen Regime-Wechsel anzustreben.
Holmes: Über die Kommentare anderer Regierungen zu berichten, heisst nicht, an ihrer Stelle zu agieren; das ist Berichterstattung.
Mapuranga: Wir haben Berichte von CNN und von BBC über Simbabwe beobachtet, und die sind ganz klar feindlich.
Holmes: Sie sagen also nein. Wenn ich runterkommen wollte, um einige Feature-Stories aus Simbabwe zu machen, die Antwort ist nein?
Mapuranga: Ja, die Antwort ist nein.
Holmes: Bis wann?
Mapuranga: Bis die Opposition auf Gewalt verzichtet, und bis ...
Holmes: Was hat das mit CNN zu tun?
Mapuranga: ... bis Briten und Amerikaner ihre Politik eines Regime-Wechsels aufgeben.
Holmes: Aber, was hat das mit Medien-Organisationen zu tun?
Mapuranga: Nun, weil die Medienorganisationen diese beiden Regierung unterstützen. Sie mögen sagen, das stimt nicht, aber wir wissen, dass das der Fall ist.
Holmes: Wie können Sie Medien-Organisationen wie CNN und BBC der Voreingenommenheit beschuldigen, wenn Sie doch von uns in diesem Moment ausgestrahlt werden, und sagen können, was immer Sie wollen?
Mapuranga: Oh, in diesem Moment, denke ich, haben Sie gar keine andere Wahl als das zu hören, was die Regierung sagt. Aber, wenn wir Ihnen erlauben, nach Simbabwe hineinzugehen, dann wissen wir, dass ihre Agenda nicht edel ist.
Holmes: All right, wir belassen es hier dabei, Botschafter. Vielen Dank für Ihre Zeit. Ich weiss das zu schätzen
Mapuranga: Danke sehr.

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