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Einführung
Vorwort
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Kapitel 02
Kapitel 03
Kapitel 04
Kapitel 05
Kapitel 06
Kapitel 07
Kapitel 08
Kapitel 09
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Kapitel 12
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TAZARA ... mit der Eisenbahn durch die Weltgeschichte © KJS / 2009
Raoul Gustav Wallenbergs Geschichte NDR-TV - wikipedia
KAPITEL 61



12. August 2002: Aus Anlass des 90. Geburtstags des schwedischen Diplomaten Raoul Wallenberg empfing der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Kofi Annan, die Internationale Raoul-Wallenberg-Stiftung (IRWS) am Sitz der UNO in New York.
Während des Treffens präsentierte der Gründer der IRWS, Baruch Tenembaum eine Gedenkmedaille, die speziell für dieses Jubiläum in Auftrag gegeben wurde. Auch Nane Annan, die Ehefrau des Generalsekretärs und Nichte Raoul Wallenbergs nahm an der Veranstaltung teil.
Es ist bereits das dritte Treffen Annans mit dieser international tätigen Nicht-Regierungsorganisation, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, durch Bildungsprogramme das Beispiel Raoul Wallenbergs und vieler anderer Menschen, die sich mit Mut und Solidarität für ihre Nächsten eingesetzt haben, bekannt zu machen und die Werte, die im Handeln dieser Menschen zum Ausdruck kommen, zu verbreiten und zu fördern.
Raoul Wallenberg hat während seiner sechsmonatigen Rettungsaktion zwischen 1944 und 1945 in Budapest an die hunderttausend Personen, in ihrer Mehrheit Juden, vor der Deportation durch die Nazis gerettet und wurde am 17. Januar 1945 vom sowjetischen Heer verschleppt. Sein weiteres Schicksal ist bis heute unbekannt.


„Und das ist es, Mr. Hammarskjöld, was mir Nane über ihren Onkel erzählte, der aus einer der reichsten Familien Schwedens stammte:

1931 war Wallenberg in den U.S.A., um Architektur zu studieren. Nach seiner Rückkehr nach Schweden arrangierte sein Großvater einen Job in Kapstadt in Südafrika für ihn. Er arbeitete für ein schwedisches Unternehmen, das Baumaterial verkaufte. Im gleichen Jahr wechselte er zur Niederlassung einer holländischen Bank in Haifa, wo er sich mit einem ungarischen Juden befreundete. 1936 kehrte er nach Schweden zurück, um bei der Central European Trading Company zu arbeiten. Diese Firma gehörte einem Mann namens Lauer, der als Jude nicht in die von Nazis besetzten oder kollaborierenden Teile Europas reisen konnte, weshalb sich Wallenberg anbot, an seiner Stelle zu reisen.
Wallenberg war schockiert von der durch deutsche Nazis organisierten und durch ungarische Kräfte ausgeführten Judendeportation. Durch den Einfluß seiner Familie war es ihm möglich, am 9. Juli 1944 als erster Sekretär der schwedischen Gesandtschaft mit Unterstützung des ‚U.S.-War Refugee Boards‘ nach Budapest zurückzukehren, um mit Unterstützung der schwedischen Regierung Maßnahmen zur Rettung der dortigen Juden anzustreben. Seine Regierung hatte ihm eine von einem schwedischen Diplomaten in Ungarn erstellte Liste mitgegeben. Sie verzeichnete etwa achthundert ungarischen Personen mit Beziehungen zu Schweden, deren Aufnahme Schweden garantierte.
Wallenberg verteilte unter dem Schutz seines diplomatischen Status sogenannte schwedische Schutzpässe. Diese Dokumente identifizierten die Inhaber als schwedische Staatsbürger, die ihre sichere Repatriierung erwarteten. Ähnliche Dokumente wurden auch von der Schweiz und dem Vatikan ausgestellt. Obwohl sie keine völkerrechtlich verbindliche Bedeutung hatten, wurden sie von ungarischen und deutschen Behörden anerkannt, wenn auch gelegentlich mit Bestechung nachgeholfen werden musste. Wallenberg organisierte gemeinsam mit dem Schweizer Gesandten Carl Lutz die Unterbringung seiner Schützlinge in über 30 Schutzhäusern, wobei er diese zur Tarnung ‚Schwedische Bibliothek‘ oder ‚Schwedisches Forschungsinstitut‘ nannte und die Gebäude mit schwedischen Flaggen dekorierte. Die schwedischen Schutzhäuser bildeten zusammen mit denen Spaniens um die Große Synagoge in Budapest ein internationales Ghetto, in dem sich etwa dreißigtausend Menschen befanden. Wallenberg gelang es mit anderen Diplomaten, auch dank amerikanischer Dollars, die große Zahl seiner Schützlinge zu versorgen, richtete in jedem Haus eine Krankenstation ein und bewahrte sie so vor dem sicheren Tod. Dagegen konnte Wallenberg den mehr als achtzigtausend Juden, die auf Befehl des ungarischen Ministerpräsidenten Ferenc Szálasi in dem im November 1944 in Budapest errichteten Ghetto zusammengepfercht waren, nur durch Lieferung von Lebensmitteln helfen.
Adolf Eichmann drohte, den ‚Judenhund Wallenberg‘ erschießen zu lassen. Dies führte zu einem offiziellen Protest Schwedens. Internationaler Druck auf das ungarische Staatsoberhaupt, Reichsverweser Admiral Miklós Horthy, bewirkte die zeitweilige Unterbrechung der Deportationen, bis die Wehrmacht am 19. März 1944 Ungarn besetzte und Horthy nach seiner Ankündigung eines Waffenstillstands und Ungarns Neutralität gegenüber der Sowjetunion durch Ferenc Szálasi ersetzte.
Im November 1944 war Eichmann mit der Situation konfrontiert, daß Ungarn nicht genügend Eisenbahnwaggons für den Abtransport von Juden bereitstellen konnte. Er liess sie auf Todesmärschen zu Fuß, ohne Essen, bei Nacht ohne Dach über dem Kopf, zerlumpt und fast barfuß zur österreichischen Grenze treiben. Wallenberg verteilte unter ihnen Essen und fragte nach Inhabern schwedischer Schutzpässe. Durch sein entschlossenes Auftreten und durch ein Abhaken auf imaginären Listen erweckte er gezielt den Eindruck, diese Menschen besäßen schwedische Schutzpässe, die ihnen daraufhin erst handschriftlich ohne Stempel, Bild oder Autorisierung ausgestellt wurden. Auf diese Weise gelang es Wallenberg, etwa 200 der Unglücklichen auf von ihm organisierten Lastwagen nach Budapest zurückzubringen, unter ihnen auch die Mutter des israelischen Politikers Josef Lapid.
In den letzten Wochen bis zur Befreiung Budapests durch die Rote Armee Mitte Januar 1945 ermordeten Angehörige der faschistischen Pfeilkreuzler auf grausame Weise völlig willkürlich noch zwischen zehntausend und zwanzigtausend Ghettobewohner. Die Pfeilkreuzler verschleppten immer wieder Juden aus dem Ghetto an die Donau, wo sie sich vor ihrer Erschießung im bitterkalten Winter ausziehen mussten. Wallenberg gelang es erneut, durch sein entschiedenes Auftreten, Menschen zu retten, indem er behauptete, sie seien Inhaber schwedischer Schutzpässe, er erzwang sogar die Rückgabe ihrer Kleidung. Er brachte die ungarische Polizei dazu, gegen das willkürliche Auftreten der Pfeilkreuzler vorzugehen. Etwa siebzigtausend Juden haben im Budapester Ghetto überlebt.
Kurz vor der Befreiung des Allgemeinen Ghettos soll dessen Zerstörung geplant gewesen sein. Ein Verbündeter Wallenbergs soll daraufhin dem deutschen General Gerhard Schmidhuber zwei Tage vor dem Einrücken der Roten Armee gedroht haben, falls dieser entgegen Hitlers ausdrücklichen Befehl die Zerstörung und die Judendeportationen nicht verhindere, werde Wallenberg dafür sorgen, daß jener als Kriegsverbrecher zur Rechenschaft gezogen werde. Als Schmidthuber davon erfuhr, daß Pfeilkreuzler in das Ghetto eindringen wollten, um es mitsamt den Bewohnern zu sprengen, ließ er diese verhaften und Wachen der Wehrmacht aufstellen. Von den etwa achthunderttausend Juden, die vor dem Krieg in Ungarn lebten, waren beim Einmarsch der Roten Armee noch etwa zweihundertviertausend am Leben.
Wallenberg wollte sich auch nach der Eroberung von Budapest durch die Rote Armee weiterhin für seine Schützlinge einsetzen. Deshalb wollte er den sowjetischen Kommandanten treffen. Auf dem Weg nach Debrecen wurde Wallenberg nach Moskau verschleppt. Zunächst bestätigte eine sowjetische Stelle gegenüber dem schwedischen Gesandten in Moskau, daß Wallenberg in Obhut der Roten Armee sei, was dieser sofort nach Stockholm und an die Familie Wallenberg weiterleitete. Ein Spion des NKWD in der schwedischen Gesandtschaft in Budapest, der russische Emigrant Michail Tolstoi, hatte durch seine Berichte den Eindruck erweckt, Wallenberg arbeite als amerikanischer Spion.


Genosse Trotzki, wie konnte es nach Ihrer Erfahrung zu einem solchen Missverständnis kommen?

„Nun, nach stalinistischer Lesart wurde jeder, der auch nur zufällig Kontakt zu einem Spion haben konnte, selbst als Spion angesehen. Dies traf erst recht auf einen Diplomaten zu, zumal man davon ausgehen kann, daß Wallenberg an die amerikanischen Geldgeber seiner Rettungsaktion Berichte übermittelte.“

Aber, Kofi, die damalige U.S.-Regierung hätte das doch gegenüber ihrem Kriegsalliierten aufklären können.

„Sie weigerte sich, zu bestätigen oder zu verneinen, daß Wallenberg Spion sei. Sie müssen bedenken, der heisse Krieg war noch nicht zu Ende, da hatte der kalte schon begonnen ...“

Nach zunächst widersprüchlichen Angaben gab die Sowjetunion 1957 an, Wallenberg sei vermutlich 1947 in einem Moskauer Gefängnis verstorben.
Am 22. Dezember 2000 wurden Raoul Wallenberg und sein mit ihm verschleppter Mitarbeiter Vilmos Langfelder offiziell von Rußland rehabilitiert. Der Generalstaatsanwalt erklärte, Wallenberg und Langfelder seien widerrechtlich festgenommen und aus politischen Gründen ihrer Freiheit beraubt worden.
Am 12. Januar 2001 hat die schwedisch-russische Untersuchungskommission ihre Berichte vorgelegt. Die russische Seite beharrt auf ihrer Darstellung, Wallenberg sei im Juli 1947 in Moskau ums Leben gekommen. Die schwedische Seite hält dieses nicht für erwiesen. Dokumente liegen nicht vor. Im Jahr 2003 gab Schweden einen Bericht über eigene Versäumnisse in den ersten Jahren nach Wallenbergs Verschleppung heraus.


Im Internet wird demnächst eine Datenbank mit Dokumenten und Zeugenberichten zum Fall Wallenberg abrufbar sein. Am Schauspielhaus in der norddeutschen Hansestadt Bremen wird gerade für Frühjahr 2008 die zweite Oper geprobt, die sich mit seinem Leben befasst …
Wir, in unseren Viehwaggons, rollen hinter deinen Gedanken her, Kofi, und wir fragen uns, was Dag vorhin gemeint haben könnte, als er sagte, du seiest keineswegs einfach in Rente gegangen, sondern an die Spitze eines mächtigen, globalen Netzwerks gerückt? Statt einer Antwort, hast du uns erzählt, daß Mr. Hammarskjöld für dich eine Art Vorbild war, daß deine Frau dir offenbar ein paar Scheuklappen abgenommen hat, und daß dich das Schicksal ihres Onkels bewegt …


„Meine Frau half mir, besser zu verstehen, was ich vielleicht tun könnte, um nicht nur als ehemaliger Schauspieler der Weltbühne anerkannt zu werden. Das Beispiel ihres Onkels war ausschlaggebend dafür, daß ich den Mut dazu aufbrachte.
Gegen Ende meiner Amtszeit als Generalsekretär der Vereinten Nationen waren zwei beunruhigende Entwicklungen absehbar:
Die eine: Während der globale Finanzmarkt einen vorübergehenden Boom erlebte, allerdings nur für Spekulanten und ohne selber Mehrwert zu schaffen, sah sich das weltweit operierende Industriekapital mit fallenden Gewinnen und einem stagnierenden Wirtschaftswachstum konfrontiert. Schon seit fast drei Jahrzehnten ist zu viel Geld und zu viel Ware auf dem globalen Markt, zu wenig Menschen leihen Geld, zu wenig Menschen kaufen Waren.
Für weltweit operierende Monopole war es immer essentiell, den eigenen Waren neue Märkte zu verschaffen. Aber die Zeit von ‚Öl für die Lampen Chinas‘ ist vorbei. Chinas Eintritt in den globalen Markt wird vom westlichen Kapital nervös beobachtet, vor allem in Afrika. Hier hat es das Rennen um Ressourcen gegen die Chinesen schon fast verloren. Nun will es nicht auch noch Afrikas sechshundertachtzig Millionen Verbraucher an China verlieren.
Die zweite Entwicklung lässt sich kürzer beschreiben, ist aber nicht weniger beunruhigend:
Auf Dauer wird die Völkergemeinschaft, so wie sie organisiert ist, nicht mehr in der Lage sein, alle Menschen mit erschwinglichen Grundnahrungsmitteln zu versorgen. In der Südwelt, vor allem in Afrika, wird es zu Hungeraufständen kommen!“

Was hat die eine Entwicklung mit der anderen zu tun?

„Nun, einer Ihrer Gäste ist schon darauf eingegangen. Sie zeichnen doch alles auf, lassen Sie uns das noch einmal hören.“

REGIE! REPLAY BITTE!

Das „NSSM 200“ (NSSM 200 = National Security Study Memorandum 200) mit dem Titel „Auswirkungen des allgemeinen Bevölkerungswachstums auf die amerikanischen Sicherheits- und Überseeinteressen“ entstand vor drei Jahrzehnten unter Leitung des damaligen U.S.-Sicherheitsberaters Henry Kissinger. In diesem Geheimdokument, das erst 1990 freigegeben wurde, wird das Bevölkerungswachstum in den Entwicklungsländern als strategische Bedrohung der Rohstoffversorgung der U.S.A. und Westeuropas bezeichnet.

„Es gab noch einen Satz davor, darin hatte Ihr deutscher Gast über Motive der amerikanischen Administration spekuliert. Den bitte auch noch!“

Bush und Co. wollen nicht den Hunger in der Welt bekämpfen, sondern ihn kontrollieren, sozusagen als Machtinstrument und vermutlich auch, um die Menschheit, vor allem in der Dritten Welt zu dezimieren.

„Nun, sehen Sie, diese Annahme führt in die Irre. Wenn es stimmt, daß der Autor von ‚NSSM 200‘, Henry Kissinger, immer nur im Interesse seines ‚Paten‘ agiert, dann ist das Ziel nicht, die so dringend benötigten Verbraucher in der Dritten Welt zu dezimieren. Dann ist das Ziel, dem ‚Paten‘ einen Markt für solche Produkte zu sichern, die Verbraucher in der Dritten Welt zum Überleben brauchen, die dort aber nicht selber hergestellt werden können.

Dag, von welchem „Paten“ spricht Kofi? Ist die Annahme richtig, daß wir wieder bei „Room 5600“ gelandet sind?

„Bei Room 5600, beim globalen Kontrollzentrum der Rockefeller-Dynastie, ja!
Das ist des ‚Pudels Kern‘, wie Goethe seinen Faust sagen lässt, und im vergangenen Jahr, im September 2006, ist es zur Kernschmelze gekommen. Die freigesetzte Energie wird alle bisherigen Anstrengungen von Room 5600 übertreffen, sich bei der Durchsetzung seiner Ziele der Kontrolle nationaler Regierungen und Parlamente zu entledigen.

Ganz am Anfang meinten Sie, GOOGLE sei mir wohl unbekannt. Ein Irrtum! Es wurde schon erwähnt: da oben wissen wir nicht bloss, WAS die Welt bewegt, sondern auch WER.
Den Prozess in Gang gesetzt hat ein Programmierer, der mit der Erfindung eines computertauglichen Systems zur Messung von Verkehrsströmen seine ersten zwanzigtausend Dollar verdiente. Da war er vierzehn Jahre alt. Heute ist er zweiundfünfzig. Seine Programme dominieren inzwischen die globalen computergestützten Kommunikationsströme. Das brachte ihm ein Privatvermögen von sechsundfünfzig Milliarden Dollar.
Heute, im Jahr 2007, ist er der reichste Mensch der Welt ...“

— tazara — tazara — tazara ...

Wowh! Vor einem Jahr lag Chinas gesamter Handelsumsatz, den Mr. Moons Schneider mit Afrika arrangierten, bei nur fünfundfünfzig Millliarden!

— tazara — tazara — tazara ...

„Vor einem halben Jahr tat sich die ‚Bill & Melinda Gates Foundation‘ mit der ‚Rockefeller Foundation‘ zusammen, um die neue ‚Allianz für eine Grüne Revolution in Afrika‘ / AGRA zu starten. Rockefeller und Gates versprachen, AGRA werde Afrikas verarmten Bauern ein besseres Leben bescheren.
Wie soll das passieren?
Durch immense Investitionen in angepasste Technologie, in effiziente Farmpraxis, in ein Netzwerk kleiner Ladenbesitzer, die Mini-Pakete mit verbessertem Saatgut und Düngemittel verkaufen sollen.
Zusammen mit der Rockefeller-Stiftung hat die Gates-Stiftung einhundertfünfzig Millionen Dollar zugesagt, damit AGRA Afrikas landwirtschaftliche Industrie neu strukturiert, von der Aussaat bis zur Neuformierung lokaler und internationaler Märkte. Ein enormer Plan — und als Vorzeige-Afrikaner holten sie sich Mr. Kofi Annan.“ ...




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