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TAZARA ... mit der Eisenbahn durch die Weltgeschichte © KJS / 2009
www.indianer-web.de
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REGIE! Den Buchtext bitte!

17 Er öffnete seinen Gewehrschrank, nahm den ersten fertigen Henrystutzen heraus, erklärte mir die Zusammensetzung und den Gebrauch desselben und führte mich dann nach seinem Schießstande, wo ich das unübertreffliche Gewehr probieren und beurteilen sollte. Ich war geradezu entzückt über den Stutzen, machte ihn aber, wie schon früher, darauf aufmerksam, daß die Verbreitung dieses Schnellfeuergewehres für die Tier- und auch die Menschenwelt des Westens die nachteiligsten Folgen haben werde.
»Weiß es, weiß es,« nickte er; »habt es mir ja schon erklärt. Werde also nur einige Exemplare anfertigen. Das erste, also dieses hier, schenke ich Euch. Habt meinen alten Bärentöter berühmt gemacht, sollt ihn also für immer behalten und den Stutzen dazu. Ich kalkuliere, daß er Euch auf Euren weiteren Fahrten jenseits des Mississippi gute Dienste leisten wird.«


„Nur ein paar Exemplare anfertigen? ... Lächerlich!
Nie getroffen, den Mann. Wie sagten Sie, hiess er?“

Karl May!
Zu Ihrer Zeit, und noch lange danach, führten seine Reiseerzählungen in Deutschland Generationen von Lesern in exotische Fernen, ohne daß er die Schauplätze aus eigener Anschauung gekannt hätte. Heute würden wir das „virtuelles Reisen“ nennen.
Wilbur Smith war ja auch nie bei den Ereignissen dabei, die er in seinen Novellen verwertete. Zwar hat er, anders als May, das auch nie behauptet, aber wie er, war May ein akribischer Rechercheur — in seiner Zeit allerdings angewiesen auf viel schwerer zugängliche Informationen.
Er hat Sie nie getroffen, Mr. Henry, aber er hat ganz offensichtlich Ihre Arbeit gekannt, vielleicht durch einen Zeitungsbericht, durch ein Buch über technische Neuerungen?
Wer weiss …
Den Stutzen, den Besucher in seiner Villa Shatterhand vorfinden — das weiss man inzwischen — hat er durch einen Dresdener Büchsenmacher nachbauen lassen.
Jedenfalls hat er Ihr Schnellfeuergewehr, das es ja wirklich gab, in der Literatur bekannt gemacht, nicht in erster Linie als ein Werkzeug des Tötens, sondern als ein Werkzeug zur Durchsetzung ethischer Prinzipien.
Und das hat er zu Beginn der Romanreihe über seine Freundschaft mit dem Indianer-Häuptling Winnetou Ihnen, seinem Büchsenmacher, so überzeugend nahegelegt, daß in der Realität niemand nachgefragt hat, was Ihre Waffenerfindung in der Geschichte Nordamerikas tatsächlich bewirkt hat ...
Wir wollen das nachholen und laden Sie ein, zusammen mit allen Mitreisenden einen kurzen Blick aus den Fenstern zu werfen!


— ratingtingting — ratingtingting — ratingtingting ...

Auf der Zeitschiene sind wir ein ganzes Stück zurückgefahren, auch die Geografie hat wieder einmal gewechselt. Wir sind in Nordamerika … als Geisterbahn, es gibt nämlich noch keine Eisenbahn, und auch noch keine weissen Siedler.

Eine Staubwolke da hinten! Ist das ein Tornado?

Mein Gott, das sieht aus wie eine dunkle Welle, wie eine Lawine, die heranrollt ... jetzt vibrieren Glas und Blech am Zug ...

Der ganze Zug beginnt zu beben! Sind wir sicher?

Es kommt näher, es stampft, es dröhnt, es trommelt ... es ist Leben in der Welle, dunkle, pelzige Leiber, dicht an dicht!

Fünfzig Millionen Bisons streiften zu Anfang des neunzehnten Jahrhunderts über die weiten Prärien zwischen den Rocky Mountains im Westen und dem Mississippi im Osten, zwischen dem Rio Grande im Süden und dem Großen Sklavensee im Norden. Wohl kein anderes Säugetier ist jemals in so riesigen Herden von Menschen beobachtet worden.
Die wandernden Büffel, deren Leiber die Prärien verdunkelten, waren für die Indianer Geschenke Manitus, eine nie versiegende Nahrungsquelle ...


Die Welle teilt sich ...

Sie brausen vor und hinter uns über Schienen und Schotter ...

Ein Gück, daß der Zug steht!

Nicht mehr lange! Wir rollen schon weiter — auch auf der Zeitschiene. Schauen Sie drüben hinaus, auf der anderen Seite …

— ratingting — ratingting — ratingting ...

Was ist denn das? ...

Verstreute, kalkige Haufen ... dort, wo sich die riesige Herde hätte wieder vereinigen müssen. Wo sind die Büffel geblieben, die auf den Zug zurasten?

... sperrig, wie Splitter in der Landschaft ... unbeweglich ... Knochenhaufen!

— ratingting — ratingting — ratingting ...

Wir haben die Mitte des neunzehnten Jahrhunderts hinter uns gelassen. Vor einem Jahr rollte ein Zug langsam über diese Schienen. Alle Fenster waren geöffnet, auf beiden Seiten. Aus ihren Rahmen lehnten Männer mit Winchester-Gewehren. Sie feuerten nach links, sie feuerten nach rechts. Ein zweiter Zug folgte, hielt in Abständen, um Skinner abzusetzen — Männer mit Messern, deren Aufgabe es war, die Häute der abgeschossenen Büffel zu bergen, nicht das Fleisch, nicht die Knochen.
Jäger und Skinner hatten den Auftrag, die Bison-Herden so schnell wie möglich aus dem Weg zu räumen, sie störten beim Eisenbahnbau. Zugleich wurde der lästige Widerstand der Indianer geschwächt, ihnen wurde die Nahrung weggeschossen.
Und nun bitte alle wieder auf die andere Seite, wir sind im Jahr 1867 …


— rating — rating — rating ...

Schon wieder Bisons ... aber diesmal auch Männer zu Pferde.

Das sind Cowboys! Aber Cowboys trieben doch Rinder, nicht Bisons!

Die treiben sie nicht, die schiessen sie ab!

— rating — rating — rating ...

Wir rollen auf einem Schienenstrang der Kansas Pacific Railway, Teil des im Entstehen befindlichen transkontinentalen Bahn-Netzwerkes Nordamerikas. Die Besitzer haben sich gedacht, lasst uns nicht bloss an den Fellen verdienen. Statt Indianer könnten doch unsere Arbeiter das Büffelfleisch essen.
Also machten sie einen Vertrag mit jenem Herrn dort, der uns aus seinem Sattel gerade zuwinkt. Merken Sie sich seinen Knebelbart — wir werden ihn in einem anderen Zusammenhang wiedertreffen.
Der Mann heisst William Frederick Cody, und weil er es (nach eigenen Angaben!) schaffte, innerhalb von achtzehn Monaten viertausendzweihundertacht Bisons zu erlegen, wurde er bekannt als Buffalo Bill.
Von den fünfzig Millionen Bisons überlebten bis 1883 nur knapp tausend Tiere — dank Eisenbahn und einer äusserst erfolgreichen Waffenentwicklung …


18 Die Geschichte der Zivilisation sogenannter wilder oder halbwilder Völker durch die Kolonialmächte ist auch immer untrennbar verknüpft mit der technischen Entwicklungsstufe von ‚Zivilisatoren‘ einerseits und einer primitiven Lebensweise ‚Zivilisierter‘ andererseits.
Besitz und Beherrschung der Maschine bilden den Angelpunkt, entscheiden die Auseinandersetzung um Freiheit oder Unterwerfung.
In Karl Mays Winnetou-Zyklus, verfasst zu einer Zeit, als die blutigen Kämpfe zwischen den Ureinwohnern und den weissen Eindringlingen ihrem Höhepunkt und einer endgültigen Entscheidung zustrebten, sind solche Wechselbeziehungen zwischen Technik und Zivilisation reichlich eingeflossen.



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