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TAZARA ... mit der Eisenbahn durch die Weltgeschichte © KJS / 2009

US-Filmtitel 1935 oilforthelampsofchina

KAPITEL 6  



ÖL FÜR DIE LAMPEN CHINAS?

Nun, der einheimische Markt war gesättigt — das Kapital musste expandieren ... und um bei den Tatsachen zu bleiben, die Idee hatte wohl eher einer seiner Angestellten, der Mann hiess William Herbert Libby ...


„... in Ostasien liess mein Vater ab 1882 die sichere Standard-Oil-Kerosin-Laterne verteilen — als Geschenk, oder eben ganz billig — rund acht Millionen Stück auf einen Schlag ... und noch ein paar mehr Millionen im Laufe der Zeit ... Good Luck, so hiessen die Laternen damals in der Werbung ...”

Mei Foo!

„Bitte?”

Mir geht ein Licht auf ... Good Luck — das heisst in der Sprache meines Ur... Ur... Ur... Urgrossvaters Mei Foo! Da war er ein kleiner chinesischer Junge, wahrscheinlich gerade so alt wie der kleine amerikanische Junge ...
Und die Väter von den beiden kleinen Jungen hatten also Good Luck — der eine in seiner chinesischen Hütte als Licht aus Rockefeller-Kerosin, der andere in seiner amerikanischen Bank als Dollars auf dem Rockefeller-Konto...

„In den Erinnerungen meines Vaters war es ein grosses Abenteuer ...”

In manchen Ländern musste den Leuten erst beigebracht werden, wie man Öl in Lampen verbrennt ... Wir brachten es mit Kamelen und Lastträgern in die entferntesten Gegenden der Welt, wir passten den Handel den Bedürfnissen der seltsamsten Völker an.

In den Erinnerungen meines Volkes war es schlicht ein Trick.
Schon vor Beginn des achtzehnten Jahrhunderts blühte bei uns das Gewerbe wie nirgendwo anders auf der Erde, und mein „seltsames Volk” kannte die Öllampe bereits als es in Amerika noch keinen einzigen weissen Dünkel gab, der von Standard Oil hätte träumen können ...

ÖL FÜR DIE LAMPEN CHINAS?

... das Monopol unserer einheimischen Erdnussöl-Händler war bald gebrochen, auch der Widerstand unserer Dorfpriester gegen das fremde Kerosin ... in die Hütten brachten die geschenkten Lampen nicht bloss Licht, die Holzgestelle, in denen sie transportiert wurden, und die leeren Ölkannen waren nützliche Hausratergänzung.
Wir Chinesen sind zwar von Natur aus Händler, aber die Idee, erst etwas zu verschenken, um dann am ständigen Nachschub des Betriebsstoffes zu verdienen, diese Idee hat mein Mr. Moon auch heute noch nicht in seiner Trick-Kiste.
Damals wäre es unseren Händlern auch gar nicht gut bekommen!

22 Gelehrte, Lehrer und Beamte galten als die höchste Klasse, darauf folgten die Bauern und als dritte die Kunsthandwerker, und ganz zuletzt als die niedrigste Klasse kamen die Kaufleute, denn — so hiess es — diese erzielen nur dadurch Gewinne, daß sie die Früchte der Arbeit anderer Menschen austauschen, und ein altes chinesisches Sprichwort sagt „Banken werden von Grossräubern begründet”.
Uns Chinesen ist es immer leichter gefallen, Erfindungen zu machen, als daraus Nutzen zu ziehen ... Kompass, Schiesspulver, Papier, Seide, Porzellan, Buchdruck ...
Übrigens hatten wir schon während der Han-Dynastie — und das war mehr als zweihundert Jahre vor Beginn der christlichen Zeitrechnung — zwei Arten von Schnellschriften in Gebrauch, die die wörtliche Rede aufzeichnen konnten ...

Moment ... Wollen Sie das etwas genauer ausführen? Uns erreicht da eine Nachfrage …

Gerne, und mit freundlichem Kompliment von Mr. Moon!
Die eine Art, so lässt er ausrichten, hiess xíngshu, was sich mit „rennender Schrift“ übersetzen liesse. Die andere wurde caoshu genannt, etwa „Grasschrift“ — sehr schwierig zu erlernen.
Mr. Moon meint, die erste Art käme der Kurzschrift von Herrn Pitman nahe, die Ihr verehrter Herr Spielleiter so schätze ...

Aber, woher ...? — Oh ...? — Entschuldigung, uns wird gerade gesagt, Sie sollten doch bitte fortfahren ...

22 Nun, wir zeigten eine prophetische Verachtung für alle sogenannten arbeitssparenden Projekte, die fieberhaft das menschliche Arbeitstempo beschleunigen, dafür aber die Hälfte der Bevölkerung wieder arbeitslos werden lassen. Wir begnügten uns mit der alten Wirtschaftsweise noch zu einer Zeit, da europäisches Kapital bei uns — 1876 — die erste Eisenbahn bauen liess.
Rund sechzehn Kilometer war sie lang, die Eisenbahnlinie zwischen Schanghai und Woosung. Das Volk protestierte und meinte, die Eisenbahn beleidige den Geist der Erde, und die Opposition wurde so heftig, daß die Regierung die Bahn kaufte und Waggons samt Lokomotiven ins Meer werfen liess ...

— tazara — tazara — tazara ...

Auch für Standard Oil liefen die lukrativen Geschäftsverbindungen bald aus dem Gleis. Kaum hatte die Eroberung des chinesischen Marktes begonnen, da verlor Standard Oil das Monopol auf Rohöl ...
Nicht wahr, Mr. Rockefeller, es war ein böses Erwachen für Ihren Herrn Vater, als er feststellen musste, daß es Erdöl nicht bloss in Pennsylvania, in Ihren Vereinigten Staaten von Amerika gab ...
Schwedens berühmte Nobel-Brüder, die Rothschilds, die englisch-holländische Kombination von Shell Oil und Royal Dutch begannen, enorme Ölfelder vom Schwarzen Meer bis Ostindien auszubeuten ...
Und was tat der alte Rockefeller? Er liess das Gerücht von einer Kabale verbreiten, russische Tanker würden ‚unter hebräischem Einfluss‘ durch den Sues-Kanal geschleust, von ‚asiatischen Konkurrenten‘, die ...


... ‚kontrolliert von jüdischen Männern‘ ‚Wolf! Wolf! Standard Oil Company!‘ schreien und in den Markt eindringen, um ihn zu kontrollieren‘ ...

... und welche die ‚gerechte Praxis‘ der Standard Oil ersetzen wollten durch ...

... die alte, alte jüdische Methode, einen Kunden so und den nächsten anders zu behandeln.‘

„Wollen Sie andeuten, die Rockefellers seien je antisemitisch gewesen? „

Wir doch nicht! Wir lassen reden ... REGIE! AUFTRITT!


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